Sanddorn Rezepte

Vor Jahren erfüllte ich mir einen Traum. Ich pflanzte drei Sanddornsträucher.

Sanddornsträucher erinnern mich an die Ostsee, an herbsüße-saure Getränke, an Bonbons und Eis, an meine Kindheit. Damit verbunden an Geborgenheit und das Umsorgtsein…

Mein Opa ermahnte mich im Herbst daran raus zu gehen und immer wieder von den Sanddornbeeren zu naschen, die im Vorgarten wuchsen. 🧐

Das ist im Kopf und im Herzen geblieben und daher blicke ich nun stolz auf meine Sanddornsträucher. Sie hängen übervoll und im Vorbeigehen nasche ich davon.

Aber nicht nur zum Naschen, ich pflücke derzeit immer wieder kleine Mengen und gebe den Saft frisch gepressten Apfelsaft hinzu. Gemischte Marmelade (Apfel-Birne-Sanddorn) wird gekocht und Sanddornsaft für den Winter haltbar gemacht.

Viel Arbeit – großer Nutzen.

Rezepte

Vorbereitung

Die gepflückten Beeren werden gewaschen und mit ein wenig Wasser erhitzt. Kurz aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Mit einem Kartoffelstampfer zerdrücke ich die Beeren im Topf vorsichtig. Anschließend gebe ich die Masse in ein Sieb und rühre so lange, bis Saft und Fruchtmark aufgefangen sind. Alternativ kann auch ein Baumwolltuch zum auspressen verwendet werden.

Der aufgefangene Saft kann nun weiterverarbeitet werden.

Sanddornsaft

Auf 1 Liter Saft können 200g Zucker oder mehr verwendet werden. Sie bestimmen den Zuckergehalt. Ich verwende Rohrzucker und diesen recht sparsam. Um den Saft haltbar zu machen empfiehlt es sich kleine Flaschen oder Gläser heiß auszuwaschen. Den Saft kurz noch einmal aufzukochen und in die Flaschen abzufüllen. Ich verwende gern Grillsoßenfläschen.

Sanddorngelee

700 ml Saft abmessen und mit Gelierzucker 2:1 oder 1:1 erhitzen und aufkochen lassen. Eine Gelierprobe machen, dazu ein Löffelchen des Erhitzten Saftes auf ein Tellerchen geben und abkühlen lassen. Wird dies fest kann das fertige Gelee in Gläser abgefüllt werden.


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Sanddornmarmelade mit Apfel und/oder Birne

Äpfel und/oder Birnen schälen und kleinschneiden. In einen Topf geben und aufkochen lassen, bis die Früchte zerfallen. Die Früchte können püriert oder stückig weiterverwendet werden. Ich empfehle eine Mischung von ca. 750 g Obst und 250 g Sanddornsaft. Anschließend Obst, Saft und Gelierzucker aufkochen und die Gelierprobe machen. Birne und Apfel dicken, wenn Sie erkaltet sind durch den Pektingehalt recht gut ein. Gartenobst enthält in der Regel mehr Pektine als Obst aus dem Supermarkt.

Was wenn die Gelierprobe nicht gelingt? 1. Die Marmelade noch ein paar Minuten länger einkochen lassen und eine weitere Gelierprobe machen. Wenn dies nicht geholfen hat noch ein wenig Gelierzucker zugeben.

Apfel-Aronia-Sanddorn-Preiselbeeren – Dies ist meine Konfetti-Marmelade. Die Beeren streue ich im Ganzen in die Apfelmarmelade und lasse sie kurz mitkochen.

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Pfirsichmarmelade

Ich liebe Pfirsiche. Graue kleine Gartenpfirsiche ergeben die leckerste Marmelade überhaupt. Unsere Pfirsichbäume sind alle selbstgezogen. Derzeit wachsen vier von den kleinen Grauen in unserem Garten + zwei Pfirsichbäume mit größeren roten Pfirsichen. Durch die milden Winter gab es die letzten Jahre immer Pfirsiche. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Pfirsichblüten im zeitigen Frühjahr erfroren. Daher behandele ich die Pfirsiche nach wie vor wie Goldstaub und die Marmelade wird über das Jahr eingeteilt. Man weiß ja nie, wann der nächste Frost zuschlägt.

Rezept Pfirsichmarmelade

Die kleinen grauen Pfirsiche werden gewaschen und kommen in einen großen Topf mit Wasser. Dieser wird zum Kochen gebracht und anschließend vom Herd genommen. Die Pfirsiche ziehen noch kurz bis sich die Haut leicht abschieben lässt. Danach wird das Wasser abgegossen und die Pfirsiche müssen abkühlen. Vorsicht sie sind sehr heiß.
Wenn die Pfirsiche soweit abgekühlt sind, dass man sie anfassen kann, können Haut, Kern und schlechte Stellen entfernt werden. Wer schon immer Mal so richtig rummatschen wollte, kann sich hier ausleben.

Das Fruchtfleisch wird abgewogen und entsprechend der Menge mit Gelierzucker gemischt. Es bildet sich Saft. Der Topf wird anschließend mit den Pfirsichen zum Kochen gebracht. Pfirsichmarmelade muss ständig gerührt werden, damit sie nicht anbrennt. Es hat sich auch bewährt lediglich kleinere Mengen 1- maximal 2 Kilo Früchte zu verarbeiten. Die Gefahr des anbrennens wird dadurch minimiert.

Püriert oder mit Stückchen wird die fertige Marmelade in Gläser abgefüllt. Ich mische Pfirsichmarmelade gern mit anderem Beerenobst wie Sanddorn, Aronia oder Him- und Brombeeren. Damit erhält die Marmelade eine schöne Farbe.

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August – Die Haupterntezeit beginnt

Während unsere Kartoffeln noch unter dem Unkraut schlummern und „auskühlen“, wie Generationen vor uns sagten, fallen Birnen und Äpfel von den Bäumen. Pfirsiche werden reif. Brom- und Himbeeren wollen gepflückt werden und die Tomatenpflanzen brechen vor der Last vieler reifer Tomaten fast zusammen. Es wird eingekocht. Der Dampfentsafter bleibt gleich auf dem Herd stehen. Obst wird gedörrt. Viel ist zu tun…

Dieser Blumenkohl ist erntereif

Der Blumenkohl versteckt sich unter seinen Blättern bis er reif ist. Dann öffnet er seine Blätter und zeigt sich mit stolz. Einen erntereifen Blumenkohl erkennt man an geschlossenen, hellen Röschen. Umso älter ein Blumenkohl ist, desto dunkler wird er. Sollte ein Blumenkohl bereits braune Stellen haben, ist der optimale Erntezeitpunkt vorbei.

Die Erntezeit kann verlängert werden, indem man größere Blätter so einknickt, dass sie den Kohl wieder bedecken.


Brokkoli-Röschen

Brokkoli-Pflanzen treiben immer wieder kleinere Röschen nach, wenn sie fleißig geerntet werden. Der Blütenstand eines stehen gebliebenen Brokkolis lockt jetzt im Spätsommer zahlreiche Insekten an und hat eine wunderschöne gelbe Farbe.


Brauner Kohl Rote Palme

Die Roten Palmen machen ihrem Namen alle Ehre. Sie wachsen in den Himmel. Ein echter Hingucker.


Roter Rosenkohl

Vorfreude: Der Rosenkohl setzt bereits kleine Röschen an. Rosenkohl wächst in den Blattachsen. Oft sieht man Pflanzen deren Blätter abgeschnitten werden. Bei mir bleiben die Blätter dran. Die Röschen wachsen auch so.


Spitzkohl

In diesem Jahr hatte ich nur einen Weißkohlkopf und dieser ist im Urlaub geschossen. Um so mehr freue ich mich auf diese Spitzkohlköpfe. Bin gespannt wie groß diese noch werden.


Jedes Jahr staune ich über wunderschöne, große Wirsingköpfe. Wirsing ist sehr leicht anzubauen und benötigt nicht viel außer Platz und Geduld.

Rezepte: Wirsingsalat und Wirsingwraps


Zwiebelernte

Zwiebeln sollten gut abgetrocknet sein, bevor sie zum Einlagern geerntet werden. Sie werden zu kleinen Bündeln gebunden an einen luftig-trockenen Platz aufgehangen. So halten sie bis ins kommende Jahr. Zwiebeln müssen frostsicher und trocken eingelagert werden.


Erdbeerpflanzen auf dem Hügelbeet

Im August ist es Zeit, neue Erdbeerpflanzen zu pflanzen. Entweder nutzt man eigene Ableger der älteren Pflanzen, die jetzt erste Wurzeln bilden oder kauft sich neue. Ich musste mir neue Pflanzen kaufen, um einen neuen Sortenmix zu erhalten. Das zweite Hügelbeet wurde weiter bepflanzt. Meine eigenen Ableger wechseln ebenfalls auf das Hügelbeet wenn es etwas kühler und nasser wird.


Folgesaaten gehen auf

Die Aussaaten für den Herbst gehen auf und erfordern jetzt mehr Aufmerksamkeit. Hier gilt es das Unkraut zu entfernen und bei zu trockenem Wetter die jungen Pflanzen feucht zu halten.

Ich hatte im Juli folgende Nachkulturen ausgesät: Herbstrüben, Rote Beete, Radieschen, Rukola, Spinat, verschiedene Salate, Asia-Salate, Buschbohnen, Petersilie und Lauchzwiebel, Wintersalate, späte Möhren und Winterrettich.

Im August können noch Pflück- und Schnitt-Salate ausgesät werden. Ebenso wie Radieschen, Rukola, schnell wachsende Blattkohlsorten wie Bremer Scheerkohl oder Rübstiel.

Spinat und Rapunzelsalat keimen jetzt besser, da es Nachts schon wieder kühler wird.


Die Erntekörbe sind jeden Tag voll. Einerseits eine schöne Sache. Es ist allerings auch harte Arbeit die Vorratskammer(n) zu füllen. Bei mir schwingt zusätzlich auch immer ein wenig Wehmut mit. Der späte August und der nahende September läuten schon ein wenig den Wechsel vom Sommer in den Herbst und damit die dunkle Jahreszeit ein.
Nutzen wir die letzten warmen Tage, um für den Herbst und Winter Gemüse auf den frei werdenden Flächen anzubauen. Bei einem milden Herbst bzw. Winter kann so noch bis zum Jahreswechsel frisches grünes Gemüse geerntet werden.

Linktipps: Kann ich jetzt noch etwas säen?

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So groß wie ein Fußball …

Viele meiner Kohlköpfe warten darauf geerntet zu werden. Hier ein riesiges Exemplar, ein Wirsingkohlkopf.

Zeit, mal wieder Wirsingsalat oder Wraps einzuplanen.

Wirsingsalat

Blätter waschen und den harten Strunk herausschneiden. Blätter in dünne Streifen a 3-5 cm schneiden. Öl, Essig oder Zitronensaft, Salz und Agavensirup untermischen und kräftig durchkneten. Ziehen lassen. Dazu passen weitere Gemüsesorten wie Kirschtomaten sowie Kürbis und Sonnenblumenkerne.

Wirsingwraps

Die größeren Blätter eignen sich gut zum erstellen leichter Gemüsewraps. Ich wähle etwas zärtere Blätter. Dabei schneide ich direkt auf dem im Beet wachsenden Kopf nur die äußeren Blätter heraus. So hält der Wirsing länger frisch. Gefüllt werden die Wraps nach Belieben. Dies ist bei meinen Kindern sehr beliebt. Jeder darf sich seinen Wrap befüllen, wie er will. In meinen kommen Avocado, Gurke, Paprika, Kichererbsen oder ähnliches…

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Ribbecks Birnen

wer auf einem alten Bauernhof wohnt, auf dem viele Generationen lebten, der kann einige Geschichten erzählen. Auf unserem Hof mögen sich viele Geschichten zugetragen haben, wovon wir leider nur einige kennen. Dennoch erzählen uns die alten Gebäude, Ställe und die Erinnerungen und Geschichten der Alten immer wieder von ihrer langen Vergangenheit. Besonders die alten Obstbäume auf der Obstbaumwiese halten Erinnerungen lange lebendig. Selbst längst verschwundene Bäume bleiben uns im Gedächtnis. Viele neue Bäume können nach nun schon 10 bis 15 Jahren ebenfalls einiges erzählen. Und Jahr für Jahr erfreuen uns besonders die Birnenbäume mit einer reichen Ernte. Es gibt so viele Birnen, dass wir sie gar nicht essen und verarbeiten können. Selbst mit dem Verschenken kommen wir nicht hinterher. Ich denke dann oft an meinen Opa, der zusammen mit meiner Oma heißen Birnensaft aus dem Dampfentsafter in Flaschen abfüllte und mit Gumminoppen verschloß. Ich denke auch an meine andere Oma, die mir vor vielen vielen Jahren einen Dampfentsafter schenkte, mit dem wohlgemeinten Hinweis: „Kind auf einem solchen Hof wirst du den sicher gut gebrauchen können!“. Und ich denke an unsere Tante Trude von der wir den Hof geerbt haben, wie sie vielen Leuten gern die Birnen anbot und an Freunde abgab.

Reife Sommerbirnen

Und dann kommt mir ein kleines Mädchen aus dem Dorf in den Sinn, welches mir vor einigen Jahren am Kaffeetisch das Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane aufsagte und zwar in voller Länge. Ich bin heute noch begeistert!

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Theodor Fontane
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit,
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner, mit Feiergesicht,
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer,
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?« 

So klagten die Kinder. Das war nicht recht,
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht,
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt,
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr, aus dem stillen Haus,
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus. 

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew di 'ne Birn.« 

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. 

Reife Birnen

Unsere Birnbäume sind auch in diesem Jahr wieder gut gefüllt. Dank verschiedener Sorten können wir bis ins kommende Jahr frische Birnen genießen. Die Sommerbirnen halten sich leider nicht sehr lange. Wir verteilen die Birnen, kochen sie ein, füllen Flaschen mit Saft ab und kochen Marmelade oder Birnenmus. Auch stellen wir aktuell täglich eine Stiege mit frisch gewaschenen Birnen vor die Tür. Viele Radler halten an und legen sogar etwas in unsere kleine Gartenkasse.

Winterbirnen werden im Spätherbst reif und sind gut lagerfähig

Um die zuckersüßen Birnen haltbarzumachen, haben sich folgende Rezepte gut bewährt:

Birnensaft

Sehr weiche Birnen eignen sich nur noch um Saft oder Mus herzustellen. Die einfachste Variante viele weiche Birnen zu verarbeiten ist ein Dampfentsafter. Die Birnen werden nur gewaschen und von schlechten Stellen befreit. Anschließend grob zerkleinert und in den Dampfentsafter gefüllt. In den unteren Topf werden ca. 5 cm Wasser eingefüllt und zum Kochen gebracht. Anschließend sollte das Wasser nur noch leicht kochen. Deckel drauf und der Rest erledigt sich von allein. Ab und zu rühre ich die Birnen durch und überprüfe das Wasser. Nach 1-2 Stunden hat sich aus den Birnen der Saft gelöst und ist im Auffangbehälter theoretisch abfüllbereit. Ich lasse die Birnenmasse noch abkühlen. Dabei tropft noch mehr Saft heraus. Den bereits abgekühlten Saft koche ich anschließend auf. Er kann auch gern gefiltert werden. Anschließend kommt der Saft in saubere Glasflaschen und wird ähnlich wie Marmelade auf den Kopf gestellt. Der Saft hält sich länger als ein Jahr.

Birnensaft ist sehr süß. Wir trinken ihn stark verdünnt. Wer mag kann dem Saft etwas Zitrone beigeben.


Birnengelee

Aus dem Saft lässt sich gut Gelee herstellen. Aufgrund der Süße sollte der Saft mit Zitrone und oder Zitronenabrieb verfeinert werden. Ingwer im Gelee ist ebenfalls sehr lecker. Ich kombiniere die Birne auch gern mit Brombeere, Aronia oder Sanddorn.


Birnenmarmelade

Marmelade stelle ich ebenfalls aus reifen Birnen her. Das Fallobst wird gewaschen geschält und kleingeschnitten. Als Geliermittel eignen sich 2:1 oder 3:1 Varianten.
Gemischt wird ebenfalls mit Brom- oder Himbeeren, Aronia Beeren, Zitronen, oder Äpfeln. Birnenmarmelade kann aber auch weihnachtlich mit Zimt und Nelken zubereitet werden.


Birnenmus

Ebenfalls eine einfache Methode viele Birnen zu verarbeiten, ist einen großen Topf Birnenmus zu kochen. Dies geschieht ähnlich wie Apfelmus. Birnenmus ist allerdings flüssiger, weshalb man eigentlich gar kein Wasser zugeben muss. Auch wird kein Zucker benötigt. Eine Mischung aus Äpfeln und Birnen ist auch möglich.
Das Fallobst wird geschält und in Stücke geschnitten. Anschließend in einem großen Topf zum Kochen gebracht. Ich püriere die Masse, weil es am wenigsten Arbeit bereitet.

Haltbarmachen: Birnenmus wird wie Apfelmus heiß in Gläser gefüllt und hält sich ca. 1 Jahr. Wir verwenden Birnenmus in Joghurt als natürliche Süße oder als Dessert.


Fruchtleder aus Birnen

Frisch pürierte Früchte können zu Fruchtleder im Backofen oder im Dörrautomat getrocknet werden. Dazu wird das Birnenpüree auf eine Backfolie gestrichen (3-5 mm) und anschließend im leicht geöffneten Backofen ca. 4 Stunden bei 70-80 Grad getrocknet. Im Dörrautomat kann in Rohkostqualität getrocknet werden. Dies dauert bei max. 40 Grad entsprechend länger.


Dörrbirnen

Eine natürliche Art Birnen haltbar zu machen, ist Scheiben zu trocknen. Dies kann im Dörrautomat oder Backofen erledigt werden. Dazu verwende ich etwas festere Birnen, die noch nicht so viel Saft enthalten. Die Scheiben lassen sich so leichter auf ca. 5 mm schneiden. Anschließend werden die getrockneten Birnen luftdicht in Gläsern aufbewahrt.


Birnenkompott

Das sind süße Kindheitserinnerung. Aus harten Birnen koche ich hin und wieder Birnenkompott, so wie es einst meine Oma tat. Die Birnen werden geschält, entkernt und in Schnitze geschnitten. Anschließend werden sie mit reichlich Wasser angesetzt. Hinzukommen Nelken und ein wenig Zimt. Die Birnen dürfen nur einmal kurz aufkochen. Danach fülle ich die Schnitze in Gläser und gieße den noch einmal aufgekochten Sud über die Birnen, bis die Gläser voll sind. Deckel drauf und umgedreht, fertig. Im Winter gibt es dann leckeres Birnenkompott.


Wer jetzt total überzuckert ist, der sollte sich ein großes Glas frisches Wasser holen. Birnen sind wie Süßigkeiten und sollten nicht im Übermaß verzehrt werden. Was wir nicht verarbeiten und weitergeben können, bleibt den Tieren. Unzählige Insekten, Schmetterlinge und Kleinlebewesen bis hin zu Igeln und Vögeln naschen ebenfalls gern. Selbst unser Hund mopst sich des öfteren eine saftige Birne. Ein Großteil verbleibt demnach in der Natur und wird dort restlos verwertet.

Heuernte unter den Obstbäumen
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Folgesaaten im Juli

Radieschen

Die ersten abgeernteten Beete bleiben nicht lange brach liegen. Im Juli kann mit der Aussaat von verschiedenen Herbst- und Wintergemüsesorten begonnen werden. Dazu zählen Rapunzel, Chinakohl, Blatt- und Pflücksalate, späte Möhren, der schwarze Winterrettich sowie der weiße Sommerrettich, Herbstrübchen und Rote Beete. Auch können jetzt wieder Spinat, Radieschen und Kopfsalate ausgesät werden. Die letzten Buschbohnen, Erbsen oder Zuckerschoten haben noch eine Chance in diesem Jahr Früchte zu tragen. Mangold für den Herbst/Winter bzw. das kommende Frühjahr wird ebenfalls jetzt ausgesät. Wichtig ist, die Keimlinge und Pflanzen vor zu großer Hitze und Trockenheit im August zu schützen. Eine Mulchdecke nach dem Aufgehen schützt die kleinen Pflanzen.

Bevor ausgesät werden kann, wird das Beet abgeräumt und vom Unkraut befreit. Es reicht, den Boden kurz zu lockern. Wichtig ist, dass die Folgesaat einer anderen Pflanzengruppe angehört. Demzufolge werden Erbsen nicht auf das Beet ausgesät, wo vorher Erbsen wuchsen. Auf stark zehrende Pflanzen folgen eher Pflanzen, die genügsam mit weniger Bodenanspruch auskommen und umgekehrt. Wurzelgemüse wird nicht auf ein Beet gesät, in dem vorher Wurzelgemüse wuchs.

Rote Beete

In meinen Beeten wird es im Herbst kunterbunt und gut durchmischt. Frei gewordene Stellen werden meist gleich wieder bepflanzt oder mit etwas Neuem bestellt. So nutze ich auch kleinere Stellen um Nachsaaten vorzunehmen. Dies hat den Vorteil, dass der Schädlingsbefall gering gehalten wird und die Pflanzen vom Schatten der größeren Nachbarn in der Sommerhitze profitieren. Das sieht in der Praxis so aus, dass auf einem Paltz an dem ein Kohlrabi oder Kopfsalat wuchs beispielsweise Rote Beete oder eine Horstsaat Buschbohnen folgen.

Probieren geht über Studieren: Oft ist es der Fall, das irgendein Gemüse nicht so recht wachsen will und einem dann doch die Zeit davon rennt. So wachsen in diesem Jahr die Zucchini schlecht und in die Gurken hat sich irgendeine Krankheit geschlichen. Auch wenn es eigentlich zu spät ist, werde ich hier noch einmal Samen in die Erde stecken. Wer weiß, wie das Wetter wird? Vielleicht bekommen wir einen langen milden Herbst.

Tomatenpflanzen aus Geiztrieben

Für Kürbisse, Tomaten und Paprika ist es leider schon fast zu spät. Fast gilt für den Freilandanbau. Paprika und Tomatenpflanzen lassen sich im Topf weiterkultivieren. Wenn es den Pflanzen draußen zu kalt wird, können diese an geschützten stellen Ihre angesetzen Früchte weiterreifen lassen. Paprikapflanzen lassen sich sogar im Haus überwintern und wachsen im kommenden Jahr einfach weiter.

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Ein zu langer Sommerurlaub

Zurück im Garten

Mein Urlaub ist meistens viel zu kurz. Aus Sicht meines Gartens, ist er jedoch viel zu lang, eigentlich sogar unnötig. Knapp eine Woche bin ich nun schon zurück und jeden Abend, wenn ich nach getaner Arbeit in den Garten komme, rufe ich: „Hallo Unkraut, wie geht’s den heute so! Seit Ihr noch alle daaa?!“ Und wie aus einem gut gefüllten Open-Air-Stadium brüllt mir jeden Abend das grüne Volk entgegen „Jeaahh …, Aber natürlich! Wir sind gern hier und fühlen uns sauwohl.“

Okay. So ist das. Mein Garten hat eine Eigendynamik entwickelt. Er wurde allein gelassen, deshalb hat er sich selbst gekümmert. Wo noch ein Plätzchen war, wächst jetzt eine stattliche Pflanze, groß und üppig.

Sicher, bis eine vertretbare Ordnung wieder hergestellt ist, wird es noch ein paar Wochen dauern. Bis dahin erfreuen wir uns an den schönen Dingen, den Überraschungen auf die wir stoßen und das Gemüse bzw. Obst welches wir ernten.

Gartenrundgang Juli 2020

Blumenacker 2020 Juli

In diesen Jahr gibt es klare Linien auf den Blumenbeeten. Obwohl ich viel Platz gelassen hatte, erkennt man die Wege kaum noch. Alle Beete und Wege sind gut gemulcht, somit hatte ich hier wenig Arbeit mit dem Grünkraut.

Stangenbohnen 2020

Die Stangenbohnen wachsen in diesem Jahr an Stützen aus Obstbaumschnitt. Ich hatte keine Lust neue Stäbe zu kaufen und nutze jetzt lange Äste, die ich im Frühjahr vorbereitet hatte. So entstanden 4 verschiedengroße Bohnentippies. Leider keimten die Stangenbohnen im Mai sehr schlecht oder wurden aufgefressen. Ich musste drei mal nachsäen. Jetzt sieht es allerdings sehr vielversprechend aus.

Bohnenblüte

Die Buschbohnen blühen. Ich verwende gerne blaue Bohnensorten. Die sind leichter zu pflücken, da sie sich in dem vielen grünen Laub besser finden lassen. Neben den blauen Bohnen wachsen auch noch zwei neue Sorten. In diesem Jahr stehen die Buschbohnen insgesamt sehr gut. Ich bin sicher, dass ich hier etliches für den Winter einfrieren kann. Jetzt im Juli können noch Nachsaaten für Buschbohnen auf frei gewordenen Beeten vorgenommen werden.

Link: Die Krux mit den überreifen Bohnen

Boretschblüte im Bauerngarten

Einige Borretschpflanzen sind in diesem Jahr schon verblüht. Umso erfreuter war ich, als ich dieses schöne Exemplar etwas versteckt gefunden hatte.

Palmkohl – Braunkohl Rote Palme

Der Palmkohl ist einer meiner Favoriten. Er wächst eigentlich rund ums Jahr in meinem Garten, so dass ich immer frische Blätter verwenden kann. Seit letztem Herbst-Winter hat der Braunkohl bei mir Einzug gehalten, eine Kreuzung alter Sorten. Er ist etwas zarter als Grünkohl und lässt sich ebenfalls das ganze Jahr über anbauen. In Smoothies, Pfannengerichten und Eintöpfen passt er prima.

Link: Palmkohl

Knollenfenchel

Knollenfenchel benötigt viel Platz. Er muss recht luftig stehen, damit er nicht fault. Die Blätter verwende ich als Kräuterzugabe im Salat. Der Fenchel darf nicht zu lange im Beet stehen. Besser ist es ihn regelmäßig zu kontrollieren und nicht allzu groß werden zu lassen. Er schießt schnell und geht in die Blüte.


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Edamame – Sojabohne

In diesem Jahr wachsen aus selbstgesammelten Saatgut neue Edamame-Bohnen. Es sind wenig aufgegangen, ähnlich wie bei den Busch- und Stangenbohnen. Dafür erfreuen sich die übrigen gekeimten Pflanzen über viel Platz und wachsen sehr viel buschiger als im letzten Jahr. Ich bin auf den Ertrag gespannt.

Link: Edamame

Tomatenzelt 2020

Auch die Tomaten im Tomatenzelt wachsen etwas verhaltener in diesem Jahr. Es reicht aber allemal aus. Zuviel Blattwerk und Triebe machen nur Arbeit.

Juni 2020
Juli 2020

Was ist hier passiert? Im Gurkenzelt zeichnet sich Katastrophales ab. Die Blätter werden welk und die Pflanzen sterben langsam ab. Im letzten Jahr sah es ähnlich aus. Damals schob ich es auf die Hitze und Trockenheit. Da es in diesem Sommer bisher nicht so heiß war, wird es eine andere Ursache haben, eine Pilzkrankheit eventuell. Vorigen Sommer erholten sich die Pflanzen. In diesem Jahr sieht es allerdings schlimmer aus. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Link: Das Gurkenzelt

Neues Kräuterbeet am Haus
Ausschnitt: Oregano, Thymian, Zitronenverbene, Jiaogulan
Weitere: verschiedene Minzsorten, Zitronenmelisse, Petersilie, Ysop, verschiedene Basilikum- und Salbeiarten, Winterheckenzwiebel, Schnittlauch, Winterbohnenkraut, Bergthymian, Liebstöckl, Borretsch

In einem neu angelegten Kräuterbeet direkt am Wohnhaus wachsen und gedeihen viellerlei neue Küchenkräuter. Derzeit ein Magnet für viele Insektenarten.

Basilikum

In den vergangenen Jahren konnte ich verschiedene Basilikumarten aussäen. Zitronenbasilikum ist zum Beispiel eines meiner Liebsten gewesen. In diesem Jahr keimte nicht eine einzige Sorte auf meinem Acker. Eine handelsübliche Pflanze zog dann bei uns ein. Diese teilte ich in 5 Pflänzchen und pflanzte diese in verschiedene Bereiche meines Gartens. Von dieser einen Pflanze zog ich auch die ersten Stecklinge, die wiederum ausgepflanzt wurden.

Link: Stecklinge

Tomaten im Freiland

Nachdem es die letzten Jahre so trockene und heiße Sommer gab, entschied ich mich wieder im Freiland Tomaten anzubauen. Diese Reihe ist aus Samen selbst gezogen. Ich bin gespannt, ob die Braunfäule trotzdem zu schlägt.

Orangenverbene

Nachdem meine Zitronenverbenen trotz Topfüberwinterung es nicht bis zum Frühjahr geschafft hatten, musste ich mir eine neue Pflanze kaufen. Dabei viel mir eine Orangenverbene in die Hände. Diese duftet noch intensiver und wächst auf meinem Acker noch kräftiger. Von beiden Pflanzen werde ich jetzt Stecklinge schneiden. Vielleicht bekomme ich kleinere Pflanzen besser über den Winter.

Und so etwas gibt es bei mir auch und davon nicht wenig. Meine Tochter wollte im Frühjahr ein eigenes Beet. Dieses ist auf dem linken Beet zu sehen. Es sollten Blumen und Zuckerschoten wachsen. Aber nicht nur meiner Tochter geriet etwas außer Kontrolle. Zwischen meinen Zelten hat sich einiges Grünkraut trotz einer dicken Rasenmulchschicht und keinerlei Bewässerung emporgekämpft.

Die Sommerblumen beginnen zu blühen. Freuen wir uns auf viele neue und alte Blumengesichter.

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Kopfsalate pflanzen

Von April bis in den Juni hinein können Kopfsalate gepflanzt werden. Es gibt unzählige Sorten der frischen Salatköpfe. Am bekanntesten sind wohl die handelsüblichen grünen Kopfsalate und Eisbergsalate. Es gibt jedoch abseits der Supermarktregale interessante Sorten wie beispielsweise „Indianerperle“ oder „Eissalat Sioux“, derzeit meine Favouriten.

Salatpflanzen säe ich selbst aus. Dazu eignet sich ein Aussaatbeet, in dem der Kopfsalat einfach in einer Reihe ausgesät wird. Zudem eignen sich Salatpflanzen als Markierungssaat für Möhren. Möhren benötigen meist 2-3 Wochen ehe sie keimen. Daher ist es ratsam eine Markierungssaat mit auszusäen. Ich mische die Möhrensamen mit Kopfsalat- oder Radieschensamen. Der Vorteil liegt darin, dass die Aussaatreihen eher zu erkennen sind. Währenddessen Radieschen einfach geerntet werden, sollten die Kopfsalatpflanzen verpflanzt werden. Dies ist nicht ganz einfach und erfordert ein wenig Geschick. Allerdings nehmen es einem die Kopfsalatpflanzen selten übel und fast jede Pflanze wächst frisch verpflanzt munter weiter.

Kopfsalatpflanze als Markierungssaat zwischen den Möhren

Damit dies auch gelingt, sollte der Boden weder zu nass noch zu trocken sein. Idealerweise hatte es ein paar Stunden zuvor geregnet und die Erde ist durchweg feucht. Jungpflanzen sollten immer bei bedecktem, gemäßigten Wetter verpflanzt werden, nie bei praller Sonne, über Mittag oder in einer anhaltenden Hitzeperiode. Wenn es anhaltend warm ist, nutzt man die frühen Abendstunden. Somit haben die Pflanzen in der Nacht die Möglichkeit sich zu erholen.

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Das Verpflanzen

Salatpflanzen

Die Salatpflänzchen sollten 7-10 cm groß sein. Je nachdem, wie dicht die Möhren gewachsen sind, benötigt es ein wenig Fingerspitzengefühl. Mit einer schmalen Schippe oder bei lockerem Boden auch einem kleinen Stab oder einem alten größeren Löffelstiel hebt man vorsichtig die Pflanze aus der Erde. Die Wurzel ist meist dünn und kann bis zu 10 cm lang sein. Um so mehr Erde haften bleibt, um so besser. Die kleinen Möhrenpflänzchen werden wieder vorsichtig festgedrückt und bei trockenem Wetter später noch einmal gut gegossen.

Idealerweise ist das Beet oder der Platz für die neuen Salatpflänzchen schon fertig bearbeitet. Salat benötigt lockeren normalen Boden. Kopfsalat braucht Luft und sollte daher nicht zu eng gepflanzt werden. 30 x 30 cm Abstand sind Minimum. Anderenfalls fängt der Salat an zu schießen oder zu faulen.

Das Pflanzloch sollte so tief sein, wie die Wurzel lang ist. Ich benutze meine Finger zum einpflanzen, dabei kann ich die Pflanze nicht verletzen. Das Herz des Salates sollte leicht aus der Erde gucken. Die Salatpflanze darf nach dem Andrücken nicht umfallen. Sollte dies der Fall sein, die Pflanze lieber ein kleines Stückchen tiefer setzen. Frisch gepflanzt sehen die Pflanzen immer schön aus. Nach dem Angießen liegt der Salat allerdings meist flach am Boden, platt, matt, wie drübergefahren. Das macht aber nichts, in 1-3 Tagen stehen die kleinen Pflanzen wieder in voller Pracht und werden von da an zügig wachsen.

Viele Leute haben Probleme mit Schnecken. Hier hilft nur absammeln und einen Schneckenschutz um den Salat zu bauen. Wer den Platz hat, sollte Mischkulturen anlegen. Dabei wird der Salat kunterbunt durcheinander in den Garten gepflanzt. Lieber ein paar Köpfe mehr als zu wenig. Salat wächst zudem auch in Kübeln oder Hochbeeten.

Links:

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Die Eisheiligen ziehen durchs Land

Wie schütze ich meine Gartenpflanzen vor Nachtfrost?

Kaum zu glauben. Es wird doch noch einmal kalt. Pünktlich zu den kalendarischen Eisheiligen wird es ungemütlich. Vom 11. bis 15 Mai soll es nicht nur kalt werden, es kann auch noch einmal Nachtfrost geben.

Auch wenn es vegetativ nicht danach aussieht: Die anstehende Kälte, besonders in den frühen Morgenstunden, kann erheblichen Schaden im Garten anrichten.

Erfrorene Erdbeerblüten erkennt man durch den schwarzen Punkt in der Mitte.

Empfindliche Pflanzen sind zu dieser Zeit meist die blühenden Erdbeeren. Diese werde ich mit Vlies und vielleicht sogar einer Folie abdecken. Ebenso gefährdet sind die Walnussbäume, die bei uns oft gerade blühen, wenn die Eisheiligen durchs Land marschieren. Auch die blühenden Apfelbäume können schlecht geschützt werden. Hier kann ich nur hoffen, dass der Frost lediglich über den Boden kriecht. Vielleicht sind schon einige der Apfelblüten befruchtet und haben kleine Früchte angesetzt. Diesen schadet der Frost nicht so sehr. Auch andere Beerensträucher sind ungefährdeter wenn schon kleine Früchte angesetzt sind. Dennoch kann es passieren, dass beispielsweise winzig kleine Johannisbeeren erfrieren und braun werden. Diese fallen dann kurz darauf einfach ab.

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Kartoffeln die Frost deren Triebe erfroren sind, wachsen später wieder nach. Die Pflanze wird allerdings geschwächt.

Sollten schon Sommergemüsepflanzen draußen im Beet wachsen, müssen auch diese abgedeckt werden. Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Kürbis- und Gurkenpflanzen beispielsweise vertragen keinen Frost. Auch Bohnen werden den Frost nicht überleben. Hier können mit Stroh gefüllte Eimer, die über die Pflanzen gesetzt werden, Folien, Vlies oder Decken helfen. Laub oder eine dicke Strohschicht könnten ebenfalls die Pflanzen schützen.

Bei den Blumen sind es alle Kübelpflanzen, die im Mittelmeerraum heimisch sind sowie bereits ausgetriebene Dahlien und das Tränende Herz, die es zu schützen gilt.

Dahingegen können Spinat, Radieschen, Kohlrabi, Kohlgewächse, Salat, Schwarzwurzeln, Mairüben, Puffbohnen, Rote Beete, Zwiebeln, Erbsen und Zuckerschoten einiges an Kälte vertragen. Auf einem meiner Beete wachsen Linsen und Eisbohnen, die eigentlich Kälte unempfindlich sind. Diese werde ich in den kommenden Tagen auch abdecken.

Rote Johannisbeere nach dem Frost

Bei den Kräutern sind es Basilikum, Zitronenmelisse, Zitronenverbene, Borretsch und wahrscheinlich auch der Dill die keinen Frost vertragen.

Das Wetter ist wie es ist. Viel Glück all jenen, die in den kommenden Tagen ihre Schützlinge zur Nacht zudecken und am Tage wieder auspacken. Nach dem 15. Mai dürfte der Spuk vorbei sein. Dann dürfen alle Pflanzen nach draußen.

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Löwenzahnhonig und -gelee

Die kleinen Herausforderungen im Leben

Es gibt immer Dinge, die fallen einem leicht oder schwer. Das hängt damit zusammen, wie aufgeschlossen wir sind, welchen Mut wir mitbringen und wie neugierig wir durch die Welt gehen.

Wer hat beispielsweise schon einmal lustvoll in eine Löwenzahnblüte gebissen?

Ich wette die meisten verziehen jetzt das Gesicht. Ich bin bei diesem Gedanken auch nicht gleich in Verzückung geraten. Da ich aber sehr viel über die positiven Eigenschaften des Löwenzahns gelesen habe und auch die jungen Blätter regelmäßig verwende, bin ich zumindest nicht ängstlich. Alles vom Löwenzahn ist verwendbar. Nichts ist giftig. So steht es in den Büchern. Vor einigen Jahren probierte ich ein Löwenzahnhonigrezept aus. Ich kann mich allerdings erinnern, dass dieser sehr dunkel wurde und mir nicht bekam.

Im zeitigen Frühjahr fragte mich eine sehr gute Freundin nach einem Löwenzahnhonig-Rezept. Mit jeder weiteren Blüte die ich im Frühjahr erblühen sah, erinnerte ich mich an die Anfrage. Schließlich standen die Wiesen voller gelb-blühender Löwenzahnblüten und ich recherchierte erneut. Ich fasste sämtlichen Mut zusammen und biss bei einem Spaziergang in eine Löwenzahnblüte hinein. Ja, ich aß sie sogar ganz auf. Schließlich wollte ich genau wissen, mit was ich mich befasse. Es … war wie eine Geschmacksexplosion! … Nein, das glaubt mir jetzt niemand! Ehrlich gesagt, die Löwenzahnblüte hat mich angenehm überrascht. Sie schmeckt fruchtig, blumig ein wenig an Honig erinnernd und im Abgang leicht bitter durch die äußeren Blütenblätter. Der Entschluss war gefasst, Löwenzahnhonig und -gelee werde ich noch einmal ausprobieren.

Löwenzahnblüten esammelt an einem sonnigen, trockenen Frühlingstag

An einem sonnigen Sonntag ging ich mittags über die Wiese und pflückte ein Körbchen voller Löwenzahnblüten. Anschließend zupfte ich die gelben Blütenblätter heraus. Dies ist der Unterschied zu meinem vor Jahren missglückten Versuch. Die bitteren äußeren Blütenblätter (grün) ließ ich weg.

Ausgezupfte Löwenzahnblüten

Es braucht laut Rezepten sehr viele Blütenblätter. 500g ausgezupfte Blütenblätter sind eine ganze Menge. Ich kam auf 200g. Zum Probieren sollte es reichen. Ich setzte die Blütenblätter in kaltem Wasser auf und ließ diese aufkochen. Anschließend ließ ich den Topf abkühlen und einen Tag lang stehen. Am kommenden Tag filterte ich die Blüten ab und drückte sie aus. Es kam 1 Liter Flüssigkeit zusammen. Hinzu gab ich Zitronensaft. Dann teile ich die Menge in ca. 600 ml für Gelee und 400 ml für den Honig. Das Gelee war schnell gekocht. Der Honig wurde wie Sirup mit der gleichen Menge Zucker (Rohrzucker) eingeköchelt.

Ich war gespannt wie ein Flitzebogen und konnte es kaum erwarten Gelee und Honig auf ein Brot zu schmieren. Der gold-gelbe Löwenzahnhonig schmeckt tatsächlich ein wenig wie Bienenhonig und ist perfekt zum Süßen von Desserts und Getränken. Löwenzahngelee und -honig erinnern an die üppigen, satftigen Frühlingswiesen, die Bienen, den Sonnenschein und die unzähligen gelben Löwenzahnblüten. Grund genug, den nächsten sonnigen freien Tag abzuwarten und noch einmal ein Körbchen Löwenzahnblüten sammeln zu gehen.

Zutaten Löwenzahnhonig

  • 200 – 500g gelbe Löwenzahnblütenblätter
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Rohrzucker
  • Saft von 1-2 Zitronen

Zutaten Löwenzahngelee

  • 200 – 400g gelbe Löwenzahnblütenblätter
  • 750 ml Wasser
  • Gelierzucker 2:1
  • Saft von 1-2 Zitronen
  • Nach Belieben können Ingwer-Scheiben mitgekocht werden.