Vegane Gemüsesuppe aus dem eigenen Garten

Mein Selbstversorgergarten hat immer etwas für eine komplette Mahlzeit zu bieten. Jetzt im Herbst ist der Erntekorb bunt gemischt. Viele Gemüsesorten können lange draußen bleiben und werden frisch nach Bedarf geerntet.

Heute soll es eine Gemüsesuppe geben. Wenn die Blätter von den Bäumen fallen und es draußen ungemütlich wird, tut eine bunte Gemüsesuppe richtig gut. Kommt mit in den Garten, wir gehen ernten:

Frischer Lauch darf in keinem Gemüseeintopf fehlen. Der Lauch bleibt ziemlich lange auf den Beeten. Er kann durchweg geerntet werden. Erst wenn es ernsthaft kalt wird, ziehe ich die Stangen vorsichtig aus dem Boden. Es ist sinnvoll dies an einem trockenen Tag zu machen, sonst ist dies eine ziemlich glitschig, matschige Angelegenheit. Eingeschlagen in Erde, beispielsweise in einem Gewächshaus oder Folienzelt, kann der Lauch noch ein wenig draußen bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, putzt seinen geernteten Lauch und schneidet ihn klein. Anschließend wird er portionsweise für den Winter und das kommende Frühjahr eingefroren.

Auch Möhren halten Kälte gut aus. Man muss allerdings abwägen: Ist die Gefahr des Faulens groß oder sind Fraßschäden zu erwarten, werden Möhren lieber geerntet und in Sandkisten oder einer Erdmiete für den Winter eingelagert. Zum Einlagern wird das Grün nur mit der Hand abgedreht, nicht geschnitten. Es werden nur unbeschädigte Möhren eingelagert. Bis dahin haben meine Möhren zum Glück noch ein Weilchen Zeit. Ab und zu nutze ich sogar neu getriebenes Möhrengrün für den Smoothie. Heute ernte ich zwei große Möhren für die Gemüsesuppe. Diese werden dann geputzt und kleingeschnitten.

Die Sellerieknollen bleiben bei mir ebenfalls lange auf den Beeten. Ich nutze das Grün der Pflanzen für Eintöpfe, Smoothies oder andere würzige Gerichte, wie Gemüsepfannen oder ein Indisches Dal. Wenn der Sellerie geerntet wird, friere ich jüngeres, frisches Grün portionsweise ein. Die Knollen selbst werden ohne dem Laub eingelagert. Für die heutige Suppe pflücke ich zwei Stängel Selleriegrün.

Bis zum Frost können immer noch Bohnen geerntet werden. Meist sind es nur kleinere Mengen, die jetzt noch nachwachsen. Für meine Gemüsesuppe pflücke ich je eine Handvoll Stangenbohnen, Grüne und Gelbe Bohnen.

Zu guter Letzt wähle ich heute die größeren Blätter des Abessinischen Kohls, einer Blattkohlart aus Ägypten. Dieser Kohl ist sehr mild. Er lässt sich leicht anbauen und scheint total unkompliziert immer weiterzuwachsen. Die Blätter des Kohls können roh im Smoothie oder Salat sowie gedünstet in Gemüsepfannen verwendet werden. Da ich für meinen Smoothie eher die jüngeren Blätter verwende, dieser Kohl aber gerade reichlich wächst, kommen die großen Blätter heute mit in die Suppe. Beim Pflücken fällt mir eine neue Idee für die größeren Blätter ein. Gemüsewraps lassen sich sicherlich auch gut aus den großen Blättern wickeln. Aber das machen wir ein anderes Mal.

Anschließen hole ich noch ein paar große Kartoffeln. Diese sind bereits geerntet und warten noch darauf in unseren Kartoffelkeller eingelagert zu werden.

Mein Erntekorb für die Gemüsesuppe:

  • 1 Stange Lauch
  • 5 größere Kartoffeln
  • Möhren
  • Selleriegrün (Blätter)
  • verschiedene Bohnen
  • Blätter des Abessinischen Kohls

Wenn es sich anbietet, koche ich für die Familie ein veganes Gericht. Bis auf ein wenig Sonnenblumenöl sind alle Zutaten aus dem eigenen Garten.

Nachdem das Gemüse gut gewaschen, geputzt und klein geschnippelt wurde, schmore ich zuerst den Lauch und die Möhren in einem neutralen Öl an. Es folgen die Kartoffeln und das kleingeschnittene Selleriegrün. Das schmoren oder anbraten ergibt einen kräftigeren Geschmack. Anschließend wird das Gemüse mit Wasser abgelöscht. Es folgen die Bohnen. Gewürzt wird mit Salz, Pfefferkörner, einem Lorbeerblatt und Gewürzkörner (Piment). Wenn die Kartoffeln und Möhren gar sind, kommen die kleingeschnittenen Blätter des Abessinischen Kohls hinzu. Jetzt kann die Suppe noch ein wenig ziehen und ist dann fertig zum Servieren.

Was könnte alternativ in eine Gemüsesuppe: Kohlrabi, andere Kohlarten wie Rosenkohl, Grünkohl oder Palmkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Rübchen, Pastinaken, Petersilie

 

Die Krux mit den überreifen Bohnen

Der Jahresurlaub ist die schönste Zeit. Meist fällt diese längere Erholungsphase in den Sommer. Das ist auch jene Zeit, in der das angebaute Gemüse anfängt zu reifen. Die Bohnen fangen an zu blühen, wenn die Taschen gepackt werden. Kommt man dann mehr oder weniger erholt aus dem Urlaub zurück, findet man nicht nur eine wahrlich grüne Hölle vor sich, es gibt auch allerhand zu ernten. Ähnlich wie bei Frau Holle rufen die Pflanzen: „Ernte mich!“ Aber der Schein trügt. Gerade bei den Bohnen kann es so ausgehen, dass eimerweise Erntegut gepflückt werden könnte. Im Nachgang stellt sich aber heraus, dass die Bohnen schon viel zu reif waren und die Schale auch nach längerem Kochen hart und strohig bleibt.

Blaue Bohnen werden beim Kochen grün.

Dieser Enttäuschung kann man vorbeugen. Bohnen können beispielsweise so angebaut werden, dass sie erst nach dem Urlaub reifen. Buschbohnen benötigen mindestens 6 bis 8 Wochen ehe sie erste Früchte tragen. Stangenbohnen benötigen noch etwas länger.

Überreife Busch- oder Stangenbohnen erkennt man daran, dass sie recht dick und schon ein wenig weich sind. Bricht man eine Bohne auseinander, so sind die einzelnen Bohnenkerne zu sehen. Füllen diese die komplette Bohnenhülse aus, ist die Bohne nicht zum Weiterverarbeiten geeignet. Wenn ich mir beim Bohnenschnippeln nicht sicher bin, nutze ich ein stumpfes Messer. Schneidet das Messer leicht durch die Bohne, ist sie gut. Schneidet das Messer nicht oder schwer, kann die Bohne weg.

Ich teste immer erst ein paar Bohnen. Denn zu reife Bohnen lasse ich einfach hängen und richtig ausreifen. Erst wenn diese trocken sind, werden sie gepflückt und zum Nachtrocknen an einem trockenen, frostfreien Platz eingelagert.

Diese Bohnenkerne dienen als Saatgut und zum Verzehr im Winter. Dazu werden die trockenen Kerne aus den Hülsen gepult und in verschiedenen Gerichten verarbeitet. Trockene Bohnen müssen einige Stunden einweichen, bevor sie gekocht werden können. Ich nutze diese für Eintöpfe, Aufstriche und Bratlinge.

Übrigens: Buschbohnen wachsen nach. Wer seine Bohnenpflanzen länger auf dem Beet belässt, entdeckt immer wieder neue Triebe und Blüten. Sie reifen noch einmal zu einer kleinen beschaulichen Menge nach. Je öfter gepflückt wird, desto mehr wird die Pflanze angeregt zu blühen.

 

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Hast du schon etwas gesät?

Radieschen im Frühbeet Anfang März

Derart ungläubige Fragen bekomme ich im zeitigen Frühjahr oft. Wer einen Garten sein Eigen nennt, kann es kaum erwarten, endlich loslegen zu dürfen. „Ein wenig.“ antworte ich meist, um niemanden zu verschrecken. Denn wen es in den Fingern juckt, der hat schon längst zur Samentüte gegriffen.

Im Frühbeet, Gewächshaus oder einem Folienzelt ist es eher möglich nicht nur Aussaaten vorzunehmen, sondern auch erste kleine Pflanzen in die Erde zu setzen. Für den Gemüseanbau im Freiland gilt, der Boden muss abgetrocknet sein und es sollte nicht mehr vor Kälte in den Fingern zwicken.

Es gibt Gemüsesamen, die dürfen schon zeitig in die Erde. Puffbohnen, Spinat, Rübstiel oder Stielmus frühe Möhren, Rucola, Radieschen, Schwarzwurzeln und Petersilie beispielsweise können je nach Witterung Ende Februar in vorbereitete Beete gesät werden.

Pflücksalat im Frühbeet Anfang März

Ab Mitte März ist es dann auch für Pflücksalate und Zwiebeln soweit. Zum Schutz vor kalten Nächten, lege ich ein Vlies über die Aussaaten.

Kleine Gemüsepflänzchen ziehe ich im Frühbeet vor. Das sind beispielsweise Kohlrabi- und Kopfsalatpflanzen.

Genug oder? Also warme Gartenstiefel, Winterjacke und Mütze angezogen und raus mit Euch! Den Pflanzen ist es weder zu windig noch zu kalt. Was sie wollen ist vor allem Licht und das gibt es jetzt jeden Tag ein bisschen mehr.

 

Rettich als Nachkultur

Ich kannte Rettiche nur aus dem Supermarkt als Wintergemüse. Seit 2-3 Jahren baue ich den weißen und schwarzen-runden Rettich im Garten als Nachkultur an. Bis in den Winter hinein können die Rettiche geerntet werden. Rettiche wachsen schnell und unkompliziert. In der Reihe bis Ende August gesät, zeigen sich schnell die ersten Blättchen. Mit ausreichendem Platz wachsen die Rettiche zu stattlichen Pflanzen heran.

Rettiche sind sehr gesund. Besonders der Vitamin-C-Gehalt, B-Vitamine und die Senföle sind hervorzuheben. Zudem enthält der Rettich ein Mineralstoffpaket aus Kalium, Natrium, Magnesium, Kalzium, Phosphor und Eisen.

Mich begleiten die Rettiche die gesamte dunkle Jahreszeit über. Sie können im kühlen Keller noch eine ganze Weile eingelagert werden. Besonders die schwarzen runden Rettiche halten sich gut.

Rettiche sind eher herb im Geschmack und zeichnen sich durch eine gewisse Schärfe aus. Sie können in jeden Salat geraspelt werden. Aufgeschnitten als Frischkost zum Snacken oder direkt als Brot-Belag finden Sie häufig Verwendung.

Übrigens: Die kleinen Verwandten der Rettiche, die Radieschen können noch ausgesät werden.

 

Unser altes Folienzelt und die Gurkenpflanzen

Das jähe Warten hat ein Ende wenn die Temperaturen steigen und die Natur geradezu explodiert. Kaum blühen die Forsythien, blühen auch schon die ersten Obststräucher, blühen die wilden Pflaumen und später die Steinobstbäume im Garten. Die Birnbäume reihen sich ein und schon sind die Apfelbäume dran. Jetzt, wo alles grünt und blüht, wird die Arbeit im Garten plötzlich unüberschaubar. Hier und dort wächst bereits das (Un)kraut. Die Samen müssen in die Erde, Pflanzen wollen vorgezogen werden (sein). Alles scheint auf einmal wichtig und es ist wahnsinnig schwer eine Prioritätenliste zu erstellen. Ja genau, Prioritäten sind zumindest für die „Moonshinefarmer“, die „Wochenendgärtner“ ziemlich wichtig. Sonst kann der liebgewonnene Garten schnell zur Belastung werden. Jeder sollte sich überlegen: Was ist mir wichtig? Wie viel Zeit und Energie möchte ich einbringen? Was kann ich ernten und verarbeiten? Anhand dieser Fragen sollte ein grober Plan erstellt werden.

Ich stelle mir immer wieder diese Fragen und optimiere meine Arbeitseinsätze so gut es geht. Keiner sollte im Garten sein eigener Sklave werden. Ich bestelle meinen Garten weil es mir Spaß macht. Ich habe Freude daran, etwas zu kreieren und zu planen. Dabei erhole ich mich vom Arbeitsalltag und finde meinen Ausgleich. Zudem vertiefe ich meine Erfahrungen und gebe sie gerne weiter. Ich möchte das Wissen, was ich von älteren Generationen gelernt habe neu entdecken und weiterführen. Nebenbei produziere ich für eine 4-köpfige Familie, Verwandte und Freunde jede Menge Gemüse und Obst in Bioqualität.

Und aus diesen ganzen Zielen heraus stellten wir auch in diesem Jahr wieder das alte Folienzelt auf. Es besteht aus 5 Metallbügeln, einer selbstgebauten Tür, Holzleisten, Nägeln und einer alten Folie. Viele Jahre mussten wir das Aufstellen erlernen. Von der Vorbereitung bis zu den einzelnen Handgriffen und Tricks wurde uns der Aufbau geduldig beigebracht. Abweichungen in der Vorgehensweise waren strengstens verboten. Jetzt, da wir dieses Zelt schon viele Jahre allein aufbauen, folgen wir immer noch diesen Regeln. Aber warum? Warum kaufen wir uns nicht einfach ein neues, modernes Zelt? Wie wäre es mit einem Gewächshaus? Brauchen wir wirklich so ein Zelt?

Ich kaufte vor 5 Jahren mein erstes Tomatenzelt. Es hielt nicht lang. Ich kaufte ein großes Tomatenzelt und es hält wahrscheinlich auch nicht länger als 3-4 Jahre. Die starke Sonneneinstrahlung, die Stürme und Unwetter der letzten Jahre setzen den neuen Materialien sehr zu. Zudem lassen sich die neuen Zelte nicht richtig schließen. Sie sind nicht so frostsicher wie unser altes Folienzelt. Auch hält das alte Folienzelt jedem Unwetter stand. Generation um Generation hat sich mit dem Aufbau dieser Art Folienzelte beschäftigt und sie optimiert. Das Bewährte wurde weiterentwickelt und weitergegeben. Es ist eine Art Familientradition. Aktuell kenne ich nichts Besseres um meine Gurkenpflanzen optimal wachsen zu lassen.

 

Schlangengurken pflanzen

Im Abstand von knapp einem Meter wird ein Loch von ca. 30x30x30cm ausgehoben. Hinein kommt Mist oder guter Kompost. Dieser wird anschließend mit Erde gemischt. Jede Gurkenpflanze bekommt einen Stab und einen Tontopf. Der Tontopf dient der Bewässerung. Da ich als „Moonshinefarmer“ nicht täglich im Garten sein kann, habe ich ein System entwickelt, mit dem meine Pflanzen mindestens 3 Tage allein bleiben können. Der Tontopf kommt direkt neben den Wurzelballen und wird ebenerdig miteingegraben. Rings um die Pflanze kommt eine Gießmulde (Ein Ring aus Erde), damit das Gießwasser nicht weglaufen kann. Gegossen wird in den Topf. Die Pflanzen werden so lange gegossen, bis der Topf voll Wasser bleibt. Erst dann ist die Erde rings herum ausreichend nass und bleibt es dann auch entsprechend lang. Später, wenn die Pflanzen groß sind und sich auch auf der Erde ranken, weiß ich anhand der Töpfe, wo die Pflanzen gegossen werden müssen. Gurken werden immer mit leicht erwärmten Wasser gegossen, nie mit kaltem, welches beispielsweise aus einem tiefen Brunnen oder der Wasserleitung kommt.

Rankhilfe

Ist die Pflanze über einen Meter hoch, wird der Haupttrieb abgeknipst. Dies fördert die Bildung der Seitentriebe. Spätestens jetzt sollte der Pflanze eine Rankhilfe angeboten werden. Ob die Gurkenpflanzen dann tatsächlich hochranken oder lieber auf der Erde weiterwachsen wollen, entscheidet scheinbar jede Pflanze für sich.

Lüften

Mein Folienzelt bleibt die meiste Zeit lang zu. Wenn es sehr heiß ist, sollte gelüftet werden. Dann ist es wichtig die Pflanzen regelmäßigzu gießen. Wenn ich bei sehr heißem Wetter das Zelt nicht lüften kann, können hochrankende Pflanzenteile verbrennen. Allerdings erholen sich die Pflanzen anschließend. Meist bleiben die Triebe auf dem Boden verschont und treiben entsprechend neu aus.

Rezepte

Spreewälder Gurkensalat
Schmorgurken

 



Rhabarber, starke Gemüsestaude

Was wäre ein Frühling ohne Rhabarberkuchen oder Rhabarberkompott? Die fruchtig sauren Stangen wachsen in meinem Garten leider nicht so üppig, wie ich es aus meiner Kindheit gewöhnt war. Dennoch hege und pflege ich meine Stauden. Wähle neue Standorte für Ableger und freue mich Jahr für Jahr über meine Rhabarber-Ernte.

Die Rhabarberstaude ist ein Stielgemüse und kommt aus Asien, genauer aus China. Die Stauden sind sehr winterhart und können 10 Jahre am gleichen Standort bleiben. Bei guter Pflege werden die Stauden von Jahr zu Jahr größer.

Anbau

Der Rhabarber wird durch Teilung vermehrt. Junge Pflanzen gibt es in Töpfen zu kaufen oder werden von einer alten Rhabarberstaude abgestochen. Dazu wird vom alten Wurzelballen ein etwa faustgroßes Stück mit Blattknospen im Herbst oder zeitigem Frühjahr abgestochen.

Die ideale Pflanzzeit ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr. Im Topf gekaufte Pflanzen können jederzeit gepflanzt werden. Für jede Pflanze wird ein Platz von ca. 1 Quadratmeter benötigt. Die roten lieblicheren Sorten sind eher kleiner, grüne sauere Sorten benötigen noch mehr Platz. Rhabarber mag es sonnig, gibt sich allerdings auch mit einem halbschattigen Plätzchen zufrieden.

Der Boden sollte tiefgründig gelockert werden. Rhabarber benötigt als Starkzehrer entweder Stallmist oder guten verrotteten Kompost. Der Wurzelstock wird so tief gepflanzt, dass die Blattknospen aus dem Boden schauen. Zum Abschluss wird nochmals eine gute Gabe Komposterde um die Pflanze verteilt. Es bietet sich an, den vorgesehen Platz der Rhabarberstaude mit Mulchmaterial abzudecken, damit die Erde nicht austrocknet. Rhabarber benötigt viel Feuchtigkeit, vor allem in der Wachstumsphase von Mai bis Juni.

Pflege

Nach dem Pflanzen müssen sich die Stauden erst entwickeln. Das benötigt Zeit. Die erste Ernte sollte nicht vor dem zweiten Jahr erfolgen. Die Staude wächst von Jahr zu Jahr größer und liefert immer mehr Ertrag.

Damit der Ertrag sich erhöht, ist es wichtig die Staude regelmäßig zu wässern und zu düngen. Im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden auftaut, wird mit einer ordentlichen Schicht Kompost gedüngt. Alternativ kann auch rund um die Staude Stallmist eingearbeitet werden. Nach der Ernte im Juni benötigt die Pflanze ebenfalls Dünger. Hier eignet sich beispielsweise eine Brennnessel-Jauche. Auf genügend Feuchtigkeit ist während der gesamten Wachstumszeit zu achten.

Ernte

Ab dem dritten Standjahr werden große Stangen aus dem Wurzelstock gedreht bzw. gezogen. Dabei werden lediglich ein Drittel bis die Hälfte der Stangen geerntet. Die übrigen Stangen benötigt die Staude zum Wachsen. Bis Mitte Juni kann so immer wieder geerntet werden. Danach enthalten Die Stangen zu viel Oxalsäure. Zudem muss sich die Staude für das kommende Jahr erholen. Zeigen sich Blütenknospen werden diese entfernt.

Verwendung

Vom Rhabarber werden nur die Stangen verwendet. Die Blätter des Rhabarbers enthalten zu viel Oxalsäure und dürfen nicht verzehrt werden. Die Rhabarberstangen weisen weniger Oxalsäure auf. Je später im Sommer geerntet wird, desto mehr Oxalsäure wird gebildet. Aus diesem Grund wird Rhabarber nie roh gegessen. Blanchieren Sie die kleingeschnittenen Rhabarber-Stangen vor der Verwendung, so geht die Oxalsäure ins Wasser über. Auch wird empfohlen Rhabarber mit Milchprodukten zu kombinieren, was die Wirkung der Oxalsäure vermindern soll.

Ich verwende Rhabarber vor allem für Kuchen und Kompott. Ebenso lässt sich ein leckerer Sirup aus Rhabarber herstellen. In Maßen genossen, ist der Rhabarber ein Vitamin- und Mineralienspender. Er liefert neben Vitamin C auch jede Menge Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Rhabarber wird gesundheitlich genutzt um Darm, Leber und Galle zu reinigen.

Rezepte

Rhabarber-Buttermilchkuchen
Rhabarberkuchen de luxe

 



Rote Bete – Rote Rüben

Die gesunden, roten Knollen sind nahezu überall erhältlich. Das liegt daran, dass die Rote Bete fast immer Saison haben. Rote Rüben können in den Wintermonaten gut eingelagert werden. Ab dem späten Frühjahr werden bereits die ersten frischen Rüben geerntet. Rote Bete sind reich an vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Sie helfen den Körper zu reinigen, senken den Blutdruck und sind damit gut für das Herz und die Blutgefäße. Zudem schmecken die kleinen Vitaminbomben einfach lecker, bringen ordentlich Farbe auf den Teller und sollten daher in keinem Garten fehlen.

Anbau

Ab April kann mit der ersten Aussaat direkt ins Beet begonnen werden. Die Rote Bete hat keine besonderen Ansprüche. Sie kommt mit jedem guten Boden aus und kann sonnig wie halbschattig gedeihen. Als Mittelzehrer eignet sie sich auch zur Zwischen- oder Nachkultur. Die recht großen Samenkörner kommen in der Reihe ca. alle 5 cm, 2 cm tief in die Erde. Der Reihenabstand sollte 20-25 cm betragen. Die Saat geht recht zügig auf. Zu dicht stehende Pflanzen können vereinzelt werden. Ich warte jedoch ab und ziehe nach Bedarf größere Knollen aus der Erde, damit die Übrigen wieder neuen Platz zum Wachsen haben. Eine Mulchschicht um die Pflanzen ist zu empfehlen, damit die Pflanzen feucht bleiben. Die Pflanzen benötigen regelmäßig Wasser, sonst werden die Rüben holzig.

Verwendung

Bereits während des Wachstums können kleine Blättchen den Salat ergänzen. Die Blätter der Roten Bete übertreffen den Vitamingehalt der Rüben um ein Vielfaches. Es gibt länglich wachsende und runde Rüben. Ich verwende beide Sorten gern. Kleine zarte Knollen können roh gegessen werden. Dazu müssen sie nicht einmal geschält werden. Rohe Rüben werden aufgeschnitten, geraspelt oder als Saft verwendet. Größere und später eingelagerte Rüben verwende ich hauptsächlich gegart. Es spricht allerdings nichts dagegen diese roh zuzubereiten. Gegarte Rote Bete eignet sich als Gemüsebeilage, gebacken aus dem Ofen oder als Salat. Dazu wird das Laub abgedreht, nicht geschnitten. Somit werden die Rüben nicht verletzt und der Saft bleibt im Inneren. Gekocht werden handgroße Rüben im Ganzen ca. eine knappe Stunde. Sie können auch im Ofen gegart werden. Die Wurzel bleibt beim Kochen an der Rübe. Das verhindert das Auslaufen des Saftes. Anschließend müssen die Rüben etwas abkühlen und können recht leicht geschält und kleingeschnitten werden. In der Regel lässt sich die Schale leicht abziehen.

Oft ist zu lesen, dass man beim Verarbeiten von Roter Bete Handschuhe tragen soll. Das mache ich nicht. Sicher werden die Hände beim Zubereiten rot. Wenn diese aber anschließend gleich gewaschen werden, geht die Farbe weitestgehend wieder ab. Zur Not hilft Zitronensaft.

Wintervorrat

Im Frühsommer ausgesäte Rote Rüben können bis zu den ersten Frösten auf den Beeten verweilen. Dazu benötigen Sie einen Abstand von mindestens 15 bis 20 cm, um ordentlich wachsen zu können. Müssen Sie dann abgeerntet werden, wird das Laub vorsichtig abgedreht. Die Rüben lagern sich am besten wie Möhren in einer Kiste mit feuchtem Sand im frostfreiem Keller. Sie können auch in einer Erdmiete überwintern.

Rezepte

Hummus aus Roter Bete
Salat aus Roter Bete

 



Die Puffbohne

Sie wird auch Saubohne oder Pferdebohne genannt. Ich kenne die Puffbohne schon seit Kindertagen und mag ihren eigenen herben Geschmack. Die Puffbohne ist wegen ihres hohen Eiweißgehalts sehr beliebt. Zudem enthält Sie viele Ballaststoffe, Vitamine, Eisen und Kalzium. Die Puffbohne ist ein echter Frühstarter. Sie kann bereits ab Ende Februar, sofern die Erde frostfrei und abgetrocknet ist, angebaut werden. Je früher, desto besser: Puffbohnen gedeihen besonders gut, je eher sie ausgesät werden. Sie setzen mehr Blüten an und werden nicht so stark von den schwarzen Läusen befallen.

Aus diesem Grund beobachte ich die Wetterlage Ende Februar /Anfang März sehr genau und hoffe, dass der Frühling sich bald zeigt. Theoretisch wäre es möglich die Puffbohnen im Haus vorzuziehen. Dazu benötigt man pro Pflanze allerdings ein höheres Pflanzgefäß und einen kühlen hellen Platz. Ich ziehe es vor abzuwarten, bis die Natur draußen so weit ist, dass ich die Samen direkt in die Erde legen kann.

Anbau

Die Puffbohne wurde früher vor allem in Norddeutschland angebaut. Hier sind die Winter milder und es herrscht ein feuchtes Klima. Einst galt die Puffbohne als Grundnahrungsmittel für Mensch und Tier. Heute bereichert die Puffbohne ab Juni den Speiseplan, lange bevor die Busch- und Stangenbohnen reifen. Die Puffbohne benötigt einen tiefgründigen und feuchten Boden. Idealerweise ist der Boden mit Kompost oder Stallmist vorbereitet worden. Die einzelnen Samen kommen mindestens 5 cm tief in die Erde. Es können zwei Samenkörner in je ein Loch gegeben werden. Der Abstand der Pflanzen sollte in der Reihe mindestens 20 cm und die Reihen selbst 40 cm auseinander sein. Die kleinen Pflanzen wachsen sehr schnell. Sie mögen es feucht, jedoch sollte Staunässe vermieden werden. Eine Mulchschicht ist daher sehr vorteilhaft. Wenn die Puffbohnen gut wachsen, können sie etwas angehäufelt werden. Das trägt zur späteren Stabilität der Pflanzen bei, denn Puffbohnen können je nach Sorte recht hoch werden. Die weiß-schwarzen Blüten sehen übrigens wunderschön aus.

Ernte

Die Puffbohne bildet mehrere 10-20 cm lange und 1-3 cm dicke Hülsen in denen 3-4 Kerne heranwachsen. Sind die Bohnenkerne von außen erkenn- und fühlbar, kann geerntet werden. Ich pflücke meine Puffbohnen 3-4 Wochen lang durch. Die einzelnen Hülsen reifen nacheinander. Verwendung finden nur die Bohnenkerne. Sie dürfen nicht roh gegessen werden. Es gibt allerdings viele Verwendungsmöglichkeiten. Sie passen als Bohnen-Gemüse zu herzhaften Gerichten, können Eintöpfe bereichern oder Salate verfeinern.

Rezepte: Puffbohnensalat oder Rote-Beete-Puffbohnensalat

Nachkultur

Die abgeernteten Pflanzen bereichern den Kompost. Puffbohnen bilden lange Pfahl- und Seitenwurzeln an denen die Knöllchenbakterien den Boden mit Stickstoff anreichern. Sie hinterlassen einen sehr lockeren guten Boden. Besonders gut gedeihen daher Kohlpflanzen, Tomaten und Sellerie als Folgekultur. Puffbohnen sollten in den nachfolgenden Jahren nicht auf der gleichen Stelle angebaut werden. Sie benötigen eine Anbaupause auf dem jeweiligen Beet von 3-5 Jahren.

Rübstiel (auch Stielmus oder Stängelmus)

Bald geht wieder es los. Wenn die Böden frei und einigermaßen abgetrocknet sind, können auch schon die ersten Samen in den Boden. Je nach Witterung dürfen Radieschen-, Spinat-, Rucola- und Puffbohnensamen in die Erde. Im letzten Jahr säte ich unter anderem auch Rübstiel in mein erstes Frühlingsbeet und war angenehm überrascht.

Rübstiel ist ein sehr altes Gemüse, welches zu den Kohlgewächsen und damit zu den Kreuzblütern gehört. Es gibt Rübstiel-Samen zu kaufen. Althergebracht verwendete man allerdings Samen der Speiserüben (Mai- und Herbstrübe), die einfach sehr dicht ausgesät wurden. Damit sollte verhindert werden, dass sich Knollen ausbilden. Das schnell wachsende Grün konnte als erstes Frühlingsgemüse nach dem Winter den Speiseplan bereichern.

Wer es also kaum erwarten kann, etwas Grünes aus dem eigenen Garten auf dem Teller zu haben, sollte es u.a. mit Rübstiel probieren. Die Anbauzeit beträgt lediglich 6 bis 8 Wochen, auch bei kühlen Temperaturen. Die säuerlich, aromatischen Blätter und Stiele besitzen neben dem frischen Grün auch reichlich Vitamine, Mineralstoffe und Senföle. Sie können roh als Zugabe zum Salat oder gedünstet verwendet werden.

Aussaat

Rübstiel wächst gern auf mittelschwerem bis sandigem Boden. Der Anbau kann ab Februar unter Glas und ab März im Freiland erfolgen. Ausgesät wird ca. 1 cm tief dicht in Reihen. Der Reihenabstand beträgt 15-20 cm. Je dichter die Aussaat erfolgt, desto länger und zarter werden die Blätter. Die Pflanzen sollten mäßig feucht gehalten werden und nicht zu stark der Sonne ausgesetzt sein.

Ernte

Einzelne kleine Blättchen dürfen bereits während des Wachstums gepflückt werden. Die eigentliche Ernte erfolgt, wenn die Pflanzen ca. 15 – 25 cm hoch sind. Dann wird die gesamte Pflanze über dem Herz abgeschnitten. Einzelne Blätter wachsen anschließend noch einmal nach.

Links zu weiteren Frühstartern: Radieschen, Spinat

 

Palmkohl

Grünkohl kennt eigentlich jeder. Seit ich einen eigenen Garten habe, versuche ich Grünkohl anzubauen und spähe im Spätherbst immer neidisch über den Gartenzaun, wo prächtige Exemplare wachsen. Nicht zuletzt liegt mein Misserfolg auch daran, dass ich einen Acker bewirtschafte, den wir im Oktober pflügen. Somit müssten die Pflanzen spätestens zu diesem Zeitpunkt abgeerntet sein, was natürlich keinen Sinn macht. In den letzten Jahren kultiviere ich deshalb neben unserem Acker eine Beet-Fläche mit mehrjährigen Pflanzen wie Erdbeeren und Kräutern. Meine Versuche mit Grünkohl an dieser Stelle scheiterten allerdings an abgefressener Saat oder unterwühlten Pflanzen.

Im vergangenen Winter fiel mir ein sehr interessantes Buch in die Hände, „Kohl“ vom Kosmos Verlag. Dieses Buch beflügelte meinen Kohlanbau. Unter anderem las ich darin vom Palmkohl, der anders als Grünkohl keine Kälte benötigt. Palmkohl ist eine ursprüngliche Kohlart aus Italien. Er wird ziemlich groß und sieht zudem sehr dekorativ aus. Die Pflanzen gedeihen auch im Kübel. Die Blätter sind mild im Geschmack und können roh oder gegart gegessen werden. Zudem ist der Palmkohl, wie auch der Grünkohl, ein perfekter Vitamin- und Nährstoff-Lieferant.

Ein halbes Jahr später, wächst der Palmkohl in meinem Garten. Ich ernte die Blätter jedes Wochenende und freue mich über das satte Grün der Pflanzen.

Verwendung der Blätter

Die Mittelrippe wird aus den Blättern geschnitten. Das Blattgrün kann kleingeschnitten in Salaten oder im Smoothie verwendet werden. In Gemüsepfannen, Schmorgerichten und Eintöpfen passt der Palmkohl als Einlage. Mein Lieblingsrezept ist ein Palmkohl-Pesto.

Anbau

Palmkohl gibt es als Saatgut zu kaufen. Dieser kann ab April/Mai ins Beet ausgesät werden. Eine Anzucht unter Glas ist ab März möglich. Ich säe eine kleine Reihe von ca. 30-40 cm, ca 1-2cm tief. Achte darauf, dass die Saatkörner nicht zu dicht liegen, ein Abstand von 3cm ist zu empfehlen. Wenn die Pflanzen 10 – 15 cm groß sind, können sie auf freie Stellen im Beet oder im Kübel umgepflanzt werden.

Ernte

Sobald die Blätter groß genug sind, werden sie von unten abgebrochen oder geschnitten. Die oberen Blätter und das Herz bleiben stehen, damit die Pflanze immer nachwachsen kann. Palmkohl hält auch kältere Temperaturen gut aus. Selbst leichten Frost kann dem Palmkohl nichts anhaben. Den Winter übersteht die Pflanze jedoch selten.

Feinde

Die Kohlraupe mag den Palmkohl sehr gern. Das beste ökologischste Mittel ist das kontinuierliche Absammeln der Raupen. Die weiße Kohlfliege kann recht gut abgewaschen werden. Wer mit starkem Befall von Schädlingen rechnen muss, sollte den Anbau im Kübel in Hausnähe ausprobieren. Auch eine großzügige Verteilung der Pflanzen im Garten kann einen Ernteausfall minimieren.

Heute

Der Grünkohlanbau für den Winter funktioniert unterdessen sehr gut. Ich konnte im letzten Jahr, den ganzen Winter über bis in das Frühjahr hinein Grünkohl ernten. Dennoch bleibt der Palmkohl mein Favorit auf dem Speisezettel.