Im Sommerregen

Einen Abend im Juni stand ich in meinem Gurkenzelt und beobachtete den prasselnden Regen. Eigentlich wollte ich nur schnell eine Gurke für den kommenden Tag holen, vielleicht noch etwas Grünes für den Smoothie pflücken, bevor es richtig anfängt zu gewittern.

Juni 2019

Und als ich da so stand, kurz innehaltend und dem Regen lauschend, bemerkte ich einmal wieder meine Demut vor der Natur. Die gewaltige Übermacht, die Kraft und Fülle der Pflanzen, die mich im Juni wieder und wieder in meine Schranken weisen. Es wird grüner und üppiger, unwegsamer. Unaufhaltsam bahnen sich die Pflanzen ihren eigenen Weg. Stolz müsste man sein. Stolz, solch ein Paradies zu erschaffen und gleichzeitig davon zu leben. Wäre da nicht der Druck. Druck, einen „ordentlichen“ Garten zu bewirtschaften, Druck die Folgekulturen anzulegen. Oder der Ehrgeiz, der sagt: Komm, lass uns noch dies oder jenes ausprobieren oder besser machen. Die Zeit die drängt.

Juni 2017

Der Regen der letzten Tage war so wichtig für unsere Region. Das feuchtwarme Klima ermöglicht jetzt einen enormen Vegetationsschub. Grün wohin man sieht. Beikraut wohin man sieht.

Wimmelbild: Vor Dir sind drei Blumenbeete, eines mit gemischter Blumen-Saat, eines mit Zinnien und eines mit verschiedenen Cosmea-Arten.

Nassen Fußes laufe ich durch den Garten. Eigentlich egal, dachte ich mir. Solange du immer was zum Ernten hast, lass es wachsen. Ich muss nur Platz schaffen für Neues und den kleinen Pflanzen helfen, die im Beikraut sprichwörtlich untergehen. Das Klingt ein wenig nach Kapitulation. Ist es aber nicht. Es ist eher ein zur Ruhe kommen, ein ankommen und geerdet sein. Jedenfalls in diesem Moment.

Juni 2017

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