Anfang Mai 2019

Der Frost schlägt zurück

Frostschäden an einer Kartoffelpflanze

Der Frost, die Eisheiligen, die Natur … allesamt unberechenbar. Generell gilt: Frostempfindliche Pflanzen sollten erst nach Mitte Mai ins Freie gepflanzt werden.
Dazu gehören Bohnen, Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Mais, Basilikum und weitere wärmeliebende Pflanzen.

Die meisten Pflanzen überstehen späte Nachtfröste unbeschadet. Allerdings sind alle blühenden Obststräucher und -bäume besonders gefährdet. Ich hatte meine Erdbeeren doppelt mit Vliese abgedeckt. Das hat geholfen.
Selbstausgetriebenen Kartoffeln sind, wie auf dem Foto zu sehen, oberirdisch erfroren. Sie treiben von unten wieder neu aus. Es dauert dann nur etwas länger und die Pflanze ist geschwächt.
Leider sind auch einzelne Johannisbeeren erfroren. Dies kann man daran erkennen, dass entweder die Blüten braun sind bzw. die schon kleinen Beeren milchig aussehen. Mehr ist in diesem Jahr (bisher) noch nicht erfroren.

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Der Spargel wächst

grüner Spargel frisch mit Mulchmaterial bedeckt

Damit die Spargelbeete nicht so „nackt“ der Sonne ausgesetzt sind und das (Un)kraut sich weniger ausbreitet, sind die Spargelbeete mit einer Mulchschicht aus Brennessel und nichtblühendem Wiesengras bedeckt worden. Ich hoffe, dass die Stärke der Brennessel in den Boden übergeht und dem Spargel ordentlich Kraft gibt.


Saftig grüner Spinat

der Erste ist der Beste

Schon im März ausgesäter Spinat ist jetzt erntereif. Zuerst pflücke ich einzelne Blätter, später kann die Pflanze über dem Herzen abgeschnitten werden. Sie treibt dann noch einmal neu aus. Blüten werden herausgebrochen. Wenn die Pflanzen ausgewachsen sind, dienen sie als Mulchmaterial.

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Kopfsalate

Kopfsalate benötigen ausreichend Platz

Um einen schönen Kopfsalat zu ernten sollte man den kleinen Pflanzen ausreichend Platz geben. Salate mögen es luftig, sonst faulen sie von außen oder sogar von innen heraus. Ich ziehe meine Pflanzen selber. Die Aussaat und Pflanzung sollte gestaffelt werden, wer will schon 10 Salatköpfe hintereinander essen.

Wenn doch mal mehrere Salatköpfe gleichzeitig wachsen, kann das eine oder andere Köpfchen auch schon mal eher geerntet werden oder man lässt einen Kopf zur Saatgutgewinnung bis zur Blüte und darüber hinaus wachsen.


Sommer-Weißkohl

zeitiger Weißkohl

Einen zarten Sommer-Weißkohl erhält man bei zeitiger Aussaat Anfang April. Die Setzlinge können ab Mitte April ins Freie. Ich verwende das gleiche Saatgut, wie für den Herbst-Anbau. Im Sommer geernteter Weißkohl schmeckt saftig, zart und eignet sich besonders für Rohkostsalate.


Kamille braucht Platz

Kamille kurz vor dem ersten Aufblühen

Kamille sät sich in meinem Garten von allein aus. Einige Stauden lasse ich mit genügend Platz zum Entfalten stehen. Auf humosen Boden werden daraus stattliche Pflanzen, die immer und immer wieder neue Blüten produzieren. An sonnigen trockenen Vormittagen können die Blüten zum Trocknen gepflückt werden.


Die ersten Sommer-Blumen

Ringelblume

Die ersten Sommerblumen recken sich der Sonne entgegen. Meine erste Blüte auf dem Acker ist diese Ringelblume. Selbstausgesamt und verpflanzt. Eigentlich entscheidet die Kornblume das Rennen für sich. Das strahlende Gelb hat in diesem Jahr gewonnen.


Versteckt

Traubenhyazinthen

Ein ebenfalls schönes Blau zeigen die Traubenhyazinthen. In diesem Bild versteckt sich eine meiner Gartenkrallen … kaum zu glauben, wie schnell es wieder grün wird und ich mein Werkzeug suchen muss. 🙂

 

Frostschäden

erfrorene Johannisbeeren
erfrorene Zucchini

No risk no fun! Unerschrocken säe ich meine ersten Gemüsesorten jedes Jahr im März/April aus. Auch die ersten Pflanzen dürfen meist schon im April auf ins Freie umziehen. Bisher hatte ich immer Glück. Selten ist mir etwas erfroren. In diesem Jahr allerdings hat mich der Frost doch eingeschüchtert, wenn nicht richtig traurig gemacht. Nicht nur einmal, nicht zweimal, drei- oder viermal schlug er zu. Es ist ein Jammer!

In diesem Frühjahr sind die Pfirsich- und Pflaumenblüten erfroren. Die Wallnussbäume kleiden sich noch komplett schwarz. Die zeitigen Erdbeeren erwischt es recht oft.

erfrorene Erdbeerblüten

In diesem Jahr sind aber mehrere Blütenstände nach einander erfroren. Selbst Blüten, die noch nicht geöffnet waren, zeigen nun ihr schwarzes Inneres. An den Kirschbäumen bilden sich nur sehr wenige Kirschen. Auch die Johannisbeeren, die über und über geblüht hatten, setzen kaum Früchte an.

Ein Lichtblick: Einige kleine Birnen sind bereits zu sehen und die Apfelbäume schicken jetzt noch ein paar Blüten nach. Insgesamt wird es jedoch ein sehr obstarmes Gartenjahr werden.

vorgezogene Stangenbohne

Der grüne Spargel ist zweimal in diesem Frühjahr erfroren. Einige kleine Gemüse-Pflanzen haben den Umzug vom Frühbeet auf das Gemüsebeet leider nicht überlebt. Bei anderen Pflanzen sind die obersten Blätter weggefroren.

Frühlingspower: Aus den Herzen der Erfrorenen treibt jetzt wieder neues Grün. Die meisten Gemüsepflanzen haben den Frost gut weggesteckt. Spinat, Radieschen, Puffbohnen, Salat, Kohlrabi, Zwiebeln, Erbsen und Zuckerschoten legten nur einen kurzen Wachstumsstop ein.

Bei den folgenden Pflanzen sollte mit dem Auspflanzen allerdings doch besser gewartet werden, bis die Eisheiligen Mitte Mai vorüber sind: Tomaten (auch im Zelt), Gurken, Zucchini, Bohnen und Sellerie.

erfrorene Tomate im Zelt

Die Bienen hatten es in diesem Frühjahr ebenfalls schwer. Es gab erfrorene Blüten und viele kalte Tage, die zum Nahrung sammeln fehlten. Hoffen wir, dass es jetzt nicht zu heiß bzw. zu nass wird, damit sich die Völker erholen und wachsen können.

Meine Zuversicht liegt im Holunder, den Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren. Auch der Wein fängt jetzt erst an, aus seinem Winterschlaf zu erwachen. Melonen könnte man noch ins Rennen schicken, um den Obstanteil zu erhöhen.

Das Gärtnern ist eben sehr abhängig von der Witterung. Es bleibt aber noch genügend Zeit Neues zu planen und Alternativen zu kreieren. Das Flexible, die Anpassung und der Umgang mit widrigen Umständen macht den Reiz des Gärtnerns aus. Die Vielfalt ist es, die uns am Ende reicht beschenkt.

erfrorene Pflaumenblüten

Dieser Beitrag stammt aus dem Gartenjahr 2017.

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