Erdbeeren und Stroh

Oft liest man, dass Erdbeerpflanzen mit Stroh gemulcht werden sollten. Es würde gegen Fäulnis und sandige Erdbeeren helfen. Ich selbst wehrte mich lange dagegen. Einmal hatte ich es probiert, fand es aber total hinderlich beim Sauberhalten der Erdbeerbeete. Zudem sah es nicht besonders schön aus.

Nun ja, die Zeiten und die eigene Einstellung ändern sich. Aufgrund des letzten heißen Sommers und der aktuell schon wieder sehr trockenen Bodenverhältnisse kam ich zu dem Entschluss mehr zu Mulchen. In einem Buch von Masanobu Fukuoka über Permakultur las ich viel darüber, den Boden nicht „nackt“ liegen zu lassen. Schon im letzten Sommer ließ ich das Beikraut in den Erdbeerbeeten stehen, um die Erdbeerpflanzen vor der Austrocknung zu schützen. Zwar haben fast alle Erdbeerpflanzen überlebt, dennoch sehen sie noch sehr klein aus.

Nachdem ich die Erdbeerreihen im zeitigen Frühjahr gejätet und ordentlich Kompost zugegeben hatte, überlegte ich, wie ich zu reichlich Mulchmaterial komme. Grünkraut wuchs noch nicht in den Mengen, wie ich benötigen würde. Ich erinnerte mich an das Reisstroh aus dem Buch „Der große Weg hat kein Tor“ von Masanobu Fukuoka und daran, dass wir eine große alte Scheune hatten. „Haben wir eigentlich noch altes Stroh“ fragte ich meinen Mann beiläufig. „Bestimmt“ meinte dieser und wollte wissen wozu ich dieses bräuchte. Er brachte mir ein großes Bund und meinte, es wären noch ein paar Bunde oben in der Scheune.

Da stand ich nun. Meine Erdbeeren, ein Bund Stroh, welches über 20 Jahre auf dem Scheunenboden lag und ich. Ehrfürchtig band ich die Strippe los und zupfte das Stroh aus einer längst vergangenen Zeit auseinander. Es war einwandfrei.
Also gut. Ich war bereit für einen weiteren Versuch. Zwei Erdbeerbeete bedeckte ich mit dem Stroh. Es reichte außerdem für ein Beet frisch gepflanzter Himbeeren und das Beet mit den Puffbohnen, die schon 10cm aus der Erde ragten. Es sieht gar nicht so schlimm aus, wie ich dachte.

Ich bin gespannt, wie das mit dem Beikraut wird. Die Feuchtigkeit des Bodens ist schon jetzt deutlich besser als auf den Beeten ohne Mulchmaterial. Ob es gegen Hitze und Trockenheit hilft, wird dieser Sommer zeigen. Ich habe bereits jetzt angefangen, andere Beete mit Grünkraut zu Mulchen. Gründünger ist an Beeträndern ausgesät.

Buchlink aus dem Beitrag:
„Der große Weg hat kein Tor“ von Masanobu Fukuoka (Weiterleitung zu Amazon)

Das Hügelbeet (2.Teil)

Hügelbeet Frühjahr 2018

Die ländliche beziehungsweise dörfliche Idylle kann mitunter erbarmungslos sein. Zum einen musste ich mir oft abfällige Bemerkungen über mein Hügelbeet gefallen lassen: „Wen hast du denn hier begraben?“ „Was wird das denn wenn´s fertig ist?“ „Was wird das, ein begrünter Komposthaufen?“ „Du und deine Experimente!“ Zum anderen hat mir das heiße und warme Wetter in der letzten Saison so manch fetten Strich durch die Rechnung gemacht.

Im zeitigen Frühjahr ging es ganz gut los. Spinat- und Radieschen-Samen, die ich im Januar gesät hatte, gingen tatsächlich trotz langer Frostperioden auf. Auch der Schnittlauch, Pfefferminze und die Stiefmütterchen entwickelten sich erst einmal gut. Ich hatte Margeriten verpflanzt, welche im ersten Halbjahr gut anwuchsen und blühten.

Leider wurde es bereits im Frühling teilweise schon ziemlich trocken und warm. Die Erde auf dem Hügelbeet konnte die wenige Feuchtigkeit nicht ausreichend speichern. Mulchen wäre hier eine Option gewesen, die ich leider nicht wahrgenommen hatte. Die Pflanzen wuchsen schlechter als ich es mir vorstellte. Am Ende waren die Pflanzen auf dem Acker kräftiger als auf dem Hügelbeet. Zu dieser Zeit, sind wir nur am Wochenende im Garten gewesen und hatten auch nicht die Möglichkeit unter der Woche zur Gießkanne zu greifen.

So gab ich im Sommer das Hügelbeet ganz auf. Die Hitze und die direkte Sonneneinstrahlung ohne Schatten, machten es jedem Pflänzchen schwer. Das Gießwasser perlte ab und konnte gar nicht aufgenommen werden. Bewässerung führte nur dazu, dass das Wasser samt Erde den Hügel hinunterlief. Ich hatte Salate, Kohlrabi, Gurken und Kürbisse gepflanzt, welche nicht überlebten. Einzig eine Tomatenpflanze, eine Fenchelstaude, Petersilie und Löwenmäulchen wuchsen recht gut. Selbst die Pfefferminze und ein Bergthymian hielten die Hitze nicht aus.

Herbstbepflanzung 2019: Mangold, div. Kohlsorten, Wintersalate, Rettich, Spinat

Im Sommer zogen wir komplett auf unseren Bauernhof. Die vielen Arbeiten in dem neuen Wohnhaus und dem bevorstehenden Umzug ließen so manches im Garten unbearbeitet. Jedoch konnte ich von nun an auch unter der Woche den Pflanzen etwas Wasser geben. Dies zahlte sich aus. Das Hügelbeet blühte regelrecht auf. Ich pflanzte Herbst- und Wintergemüse an und freute mich über das entstehende satte Grün.

Dank Bewässerung ergrünt das Hügelbeet im Herbst

Jetzt im Januar stehen immer noch meine gepflanzten Kräuter, Mangold und verschiedene Kohlsorten auf dem Hügelbeet. Während unser Acker gepflügt Winterruhe hält, kann ich hier, so wie es frostfrei ist, immer mal wieder etwas Grünes pflücken gehen. Somit habe ich mein erstes Ziel erreicht. Ein Hügelbeet für die Nebensaison.

Bereits im Herbst legte ich ein zweites Hügelbeet direkt daneben an. Mit Freude begrüße ich nun jeden Maulwurfshügel auf unserer Streuobstwiese, der mir frische Erde für das zweite Beet zur Abdeckung bietet. Ich plane weitere Hügelbeete, die ich im Sinne der Permakultur bearbeiten werde. Hier soll alles wachsen, wie es kommt. Bunt durcheinander, Blumen, Gemüse, Kräuter und vor allem Erdbeeren. Denn mit Erdbeeren hatte ich bisher auch noch nicht allzu viel Glück.

Für die Sommermonate werde ich ein Mulchsystem entwickeln, welches die Feuchtigkeit im Boden hält und den Nährstoffgehalt der Beete optimiert.

Das Löwenmäulchen auf dem Hügelbeet blüht bis in den Spätherbst hinein.

Kreativität ist mein Lebenselixier . Ich freue mich auf die neue Saison.