
Die Urlaubszeit ist für Gärtnerinnen und Gärtner eine stressige Zeit. Vor dem Urlaub müssen unzählige Dinge im Garten erledigt werden. Ernten werden verarbeitet, Kräuter getrocknet, Unkraut gezupft und die Folgesaaten ausgebracht. Im Urlaub selbst schielt die Gärtnerin oder der Gärtner dann unentwegt über jeden Gartenzaun und bewertet die Kunst der anderen. Sammelt Ideen und Anregungen sowie Samen und vielleicht sogar Stecklinge. Denkt mit Sorge an verpasste Ernten und sucht auf Wochenmärkten nach Gemüse, welches ansatzweise so schmeckt wie das Eigene aus dem heimischen Garten.
Im gepflegten Garten zuhause geht es derzeit eher ruhig zu. Alle Pflanzen genießen die Ruhe und können sich nach Herzenslust entfalten. Besonders jene Pflanzen, die vorher eher verdrängt und vernichtet wurden, haben jetzt die Chance zu wuchern und ihre Samen großzügig zu verteilen. Raupen und Schnecken werden endlich satt, Wühlmäuse und Maulwurfsgrillen können ungestört wühlen und untergraben was das Zeug hält. In Windeseile verwandeln sie den geplanten, angelegten, gehegten und gepflegten Garten in ein Biotop. Flora, Fauna und das Wetter übernehmen die Regie.
Das Resultat: der Urlauber kehrt nach zwei oder drei Wochen zurück und erkennt seinen Garten nicht wieder.

Ich nenne unseren Garten von da an liebevoll „meine grüne Hölle“. Denn bis zum ersten Frost wird es dies vorerst bleiben. Auf dem Acker schießt das Unkraut in die Höhe. Seit einigen Jahren wuchert jeden Sommer ein Hirsegras, welches kaum aufzuhalten ist. Besonders wohl fühlt es sich zwischen den Kartoffeln. Aber auch die Sonnenblumen erklimmen jetzt die 3 Meter Marken und die Stangenbohnen sowie der Mais lassen mich jetzt ziemlich klein aussehen. Blumenbeete mit Zinnien, Kosmen und Dahlien erreichen ebenfalls locker Höhen von 1,50 Metern. Es wird räumlich im Garten.
Trotz gemulchter Wege, sind diese nur schwer wiederzufinden. Auf der Suche nach dem Gemüse, entdecke ich großartiges. Blumenkohlköpfe, Brokkoli, Weißkohl und Rotkohl sind in den gut 14 Tagen groß gewachsen. Versteckt finden sich wahre Schönheiten, fertig um geerntet zu werden. Ähnlich wie bei Frau Holle müssen nun erst einmal die reifen Früchte von Beet. Aber schön der Reihe nach. Wir wollen die Urlaubsidylle noch eine Weile beibehalten.










Ende Juni ist es meistens soweit: Mein Garten gleicht einem Urwald. An manchen Stellen gibt es kein Durchkommen mehr. Feuchtwarmes Wetter begünstigt das Wachstum von Gemüse und Unkraut gleichermaßen. Wege verschwinden. Die großen Gemüsepflanzen wie Kohl, Mais und Zucchini demonstrieren ihre Macht. Es blüht überall. Ringelblumen, Rosen, viele alte Bauernblumen, Zinnien und Bienenblumen recken ihre Köpfe in den Himmel. In den Boretsch-„Büschen“ summt es, wie in einem Bienenstock. Willkommen Sommer, willkommen Biotop.













