Löwenzahnhonig und -gelee: Wildkräuter angstfrei nutzen

Überarbeitet: April 2026

Die kleinen Herausforderungen im Leben: Meine ersten Erfahrungen mit Löwenzahnblüten

Es gibt immer Dinge im Leben, die fallen einem besonders leicht oder eben schwer. Je nachdem, wie aufgeschlossen wir sind, welchen Mut wir mitbringen und wie neugierig wir durch die Welt gehen, entdecken wir immer wieder neues.

Hast du beispielsweise schon einmal lustvoll in eine Löwenzahnblüte gebissen?

Löwenzahnblüten gesammelt an einem sonnigen, trockenen Frühlingstag

Ich wette die meisten verziehen jetzt das Gesicht. Ich bin bei diesem Gedanken auch nicht sofort in Verzückung geraten. Da ich aber sehr viel über die positiven Eigenschaften des Löwenzahns gelesen habe und auch die jungen Blätter regelmäßig verwende, bin ich zumindest nicht ängstlich. Alles vom Löwenzahn ist verwendbar. Nichts ist giftig. So steht es in den Büchern.

Heute, einige Jahre später freue ich mich über jede Löwenzahnblüte und nasche sie wie Konfekt! Auch die Löwenzahnblütenknospen sind eine Delikatesse!

Vor vielen Jahren probierte ich ein Löwenzahnhonigrezept aus. Ich kann mich allerdings erinnern, dass dieser sehr dunkel wurde und mir nicht bekam.

Etwas später fragte mich eine sehr gute Freundin nach einem Löwenzahnhonigrezept. Mit jeder weiteren Blüte, die ich in jenem Frühjahr erblühen sah, erinnerte ich mich an diese Anfrage. Schließlich standen die Wiesen voller gelb-blühender Löwenzahnblüten und ich recherchierte erneut.

Ich fasste sämtlichen Mut zusammen und biss bei einem Spaziergang in eine Löwenzahnblüte hinein. Ja, ich aß sie sogar ganz auf. Schließlich wollte ich genau wissen, womit ich es zu tun habe. Es war wie eine Geschmacksexplosion! … Nein, … das glaubt mir jetzt niemand! Ehrlich gesagt, die Löwenzahnblüte hat mich angenehm überrascht. Sie schmeckt fruchtig, blumig ein wenig an Honig erinnernd und im Abgang leicht bitter durch die äußeren Blütenblätter. Der Entschluss war gefasst, Löwenzahnhonig und -gelee werde ich noch einmal ausprobieren.

An einem sonnigen Sonntag ging ich mittags über die Wiese und pflückte ein Körbchen voller Löwenzahnblüten. Anschließend zupfte ich die gelben Blütenblätter heraus. Dies war der Unterschied zu meinem vor Jahren eher missglückten Versuch. Die bitteren äußeren Blütenblätter (grün) ließ ich weg. (Heute verwende ich die Blütenköpfe zum Teil wieder komplett, da ich mich an den bitter-herben Geschmack gewöhnt habe.)

Ausgezupfte Löwenzahnblüten

Es braucht laut Rezepten sehr viele Löwenzahn-Blütenblätter. 500g ausgezupfte Blütenblätter sind eine ganze Menge. Ich kam auf 200g. Zum Probieren sollte es reichen. Ich setzte die Blütenblätter in kaltem Wasser auf und ließ diese aufkochen. Anschließend ließ ich den Topf abkühlen und einen Tag lang stehen. Am kommenden Tag filterte ich die Blüten ab und drückte sie aus. Es kam 1 Liter Flüssigkeit zusammen. Hinzu gab ich Zitronensaft. Dann teile ich die Menge in ca. 600 ml für Gelee und 400 ml für den Honig. Das Gelee war schnell gekocht. Der Honig wurde wie Sirup mit der gleichen Menge Zucker (Rohrzucker) eingeköchelt.

Ich war gespannt wie ein Flitzebogen und konnte es kaum erwarten Gelee und Honig auf ein Brot zu schmieren. Der gold-gelbe Löwenzahnhonig schmeckt tatsächlich ein wenig wie Bienenhonig und ist perfekt zum Süßen von Desserts und Getränken. Löwenzahngelee und -honig erinnern an die üppigen, saftigen Frühlingswiesen, die Bienen, den Sonnenschein und die unzähligen gelben Löwenzahnblüten. Grund genug, den nächsten sonnigen freien Tag abzuwarten und noch einmal ein Körbchen Löwenzahnblüten sammeln zu gehen.

Zutaten für Löwenzahnhonig

  • 200 – 500 g gelbe Löwenzahnblütenblätter
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Rohrzucker
  • Saft von 1 bis 2 Zitronen

Zutaten für Löwenzahngelee

  • 200 – 400g gelbe Löwenzahnblütenblätter
  • 750 ml Wasser
  • Gelierzucker 2:1
  • Saft von 1-2 Zitronen
  • Nach Belieben können Ingwer-Scheiben mitgekocht werden.

Meine Verwendung von Löwenzahnblüten, -Blätter, -Stängel, -Wurzeln und -Knospen heute

Unterdessen nutze ich alles vom Löwenzahn. Er ist nicht mehr nur Genusspflanze, die den Frühling einfängt, sondern auch Heilpflanze und wertvolle Nahrungspflanze geworden. Der Löwenzahn ist fast ganzjährig und unzählig zu finden.

Die Blätter nutze ich im Salat, Smoothie oder Pesto. Die Stängel verwende ich im Frühjahr für eine Detox-Kur und die Blüten nasche ich nach wie vor gern direkt auf der Wiese.

Wenn du mehr über die Verwendung und die Heilkraft vom Löwenzahn wissen möchtest, besuche eine meiner Wildkräuterführungen im Spreewald.

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Wenn der Holunder blüht …

… zieht es mich raus auf die Wiesen und Felder. Rings um unseren Hof blühen viele Holunderbüsche. Selbst die Kinder sind immer eifrig dabei, wenn es heißt: Kommt wir gehen Holunderblüten sammeln. Getränke aus Holunderblütensirup stehen bei den Kids hoch im Kurs. Aber auch die frischen Schorlen, die es jetzt wieder gibt, sind heiß begehrt.

Holunderblüten sammeln

Los geht es mit einer großen Schüssel, idealerweise bei strahlendem Sonnenschein an einem Vormittag. Die Blütendolden sollten trocken und vollständig aufgeblüht sein. Ich pflücke die Dolden direkt vom Strauch und schüttle vorsichtig kleine Tiere heraus. Danach kommen die Dolden in die große Schüssel. Ich lege Sie mit den Blüten nach unten schichtweise übereinander bis die Schüssel voll ist.

Frische Holunderschorle

1 l frisches Wasser
2 Holunderblütendolden
2 Zitronenscheiben und Saft von einer halbe Zitrone
3-4 Blätter von der Zitronenmelisse
etwas zum Süßen (Rohrzucker, Agavendicksaft, Ahornsirup)

Alles in eine große Kanne geben und mindestens 2-3 Stunden kühl stellen.

Holunderblüten vorbereiten (Holunderwasser)

Um das Holunderblüten-Aroma zu konservieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Grundrezept besteht darin, dass die Holunderblüten in der Schüssel mit klarem Wasser begossen werden, bis die Blüten bedeckt sind. Darauf kommen Scheiben von unbehandelten Zitronen. Es funktioniert auch mit Limetten oder Orangen. Zum Beschweren lege ich einen großer Teller auf die Zitronenscheiben, so dass alles mit Wasser bedeckt ist. Dieses Gemisch bleibt mindestens 24 Stunden stehen. Danach werden die Blüten und die Zitronenscheiben gut ausgedrückt und entsorgt. Das Holunderwasser wird durch ein feines Sieb gefiltert und kann danach weiterverarbeitet werden.

Gelee, Sirup und Marmelade mit Holunder

Holunderblüten-Gelee

1 Liter Holunderwasser
frischer Zitronensaft von ca. 2 Zitronen (alternativ Orange oder Limette)
500g Gelierzucker 2:1

Das Holunderwasser in einen Topf geben und zusammen mit dem Zitronensaft erhitzen. Wer möchte kann die Zitronenschale fein gerieben ebenfalls dazu geben. Den Gelierzucker langsam darin auflösen und leicht köcheln lassen. Nach ein paar Minuten eine Gelierprobe machen. (Einen Löffel voll kochendes Gelee auf eine Untertasse geben, breit laufen lassen. Wenn es fest wird, ist das Gelee fertig.) Das fertige heiße Gelee in saubere Schraubgläser füllen, umdrehen und erkalten lassen.

Holunderblüten-Sirup

2 l Holunderwasser
frischer Zitronensaft  aus 2-3 Zitronen
1kg brauner Rohrzucker

Das Holunderwasser wird zusammen mit dem Zitronensaft erhitzt. Ich verwende gern Rohrzucker. Der Sirup wird dann aromatischer. Es kann aber auch normaler Zucker verwendet werden. Der Zucker wird in dem Holunderwasser aufgelöst. Danach koste ich das Gemisch, um eventuell mehr Zitrone oder Zucker zugeben. Ich lasse den Sirup ein wenig einkochen bevor ich ihn in saubere Schraubflaschen abfülle. Die Flaschen werden rasch geschlossen und auf den Kopf gestellt.

Das Gelee und der Sirup halten sich ein Jahr lang. Wenn es neue Holunderblüten gibt, sind meine Vorräte meist aufgebraucht. Den Sirup verdünnen wir in Wasser oder Mineralwasser. Für eine schnelle Nachspeise mische ich ein wenig Sirup in Quark oder Joghurt. Im Winter schmeckt ein wenig Sirup auch in heißen Tees.

Holunderblüten trocknen

Holunderblüten sollten zügig getrocknet werden, damit die Blüten nicht braun werden. Sie finden Verwendung in Erkältungsteemischungen. Dazu die getrockneten Blüten dunkel und trocken aufbewahren.

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