Ackertantes Garten-Journal: Gartenpost #10/26

Oktober 2026

Anfang Oktober ist es ungewöhnlich warm. Die Hirsche im Hochwald werden schon wieder leise und auch die Schwalben sind gen Süden geflogen. Dennoch wird es keineswegs ruhiger im Selbstversorgergarten. Morgens und abends ziehen unzählige Gänse und Kraniche mit lautem Geschnatter und durchdringendem Rufen am Himmel vorbei.

Es ist trocken, sehr trocken. Ich bin mir nicht sicher, ob die Blätter vor Trockenheit gelb-braun werden und zu Boden fallen oder der normale Herbstblätterfall eingesetzt hat. Ein richtiges Laubrascheln hört sich anders an. Heute knistert es, wie wenn ich über krosse Chips laufen würde.

Im Garten sind die Herbsthimbeeren reif und das ständige Naschen nimmt kein Ende. Auch Tomaten sind nach wie vor ein willkommener Snack. Nur Äpfel gibt es in diesem Jahr sehr wenige. Dennoch lese ich jeden Apfel auf, der zu Boden fällt: Die Hochachtung und Wertschätzung eines jeden Streuobstapfels liegt mir sehr am Herzen.

Fülle und Vielfalt im Oktober

Was gibt es im Oktober zu tun?

Im September war ich noch nicht dazu gekommen, die Kartoffeln zu ernten. Die Flächen werden gebraucht, um die letzten Aussaaten des Jahres vorzunehmen – Blattgemüse, welches uns im nächsten viertel Jahr begleiten wird. So befreite ich die ersten Kartoffelreihen vom Beikraut.

Jetzt im Herbst fällt viel Beikraut an. Ich nutze die Grünmasse um Mulchbeete anzulegen. Aktuell möchte ich die bestehende Hecke erweitern. Sie soll breiter werden und benötigt dafür eine dicke Mulchschicht, um den Boden vorzubereiten und aufzubauen.

Somit kommt das Beikraut gleich an Ort und Stelle der neuen Hecke. Kein Zwischenlagern, kein Umschichten: Im Winterhalbjahr verrottet das Beikraut. Mit dem ersten Frost fällt es in sich zusammen, nimmt dem Rasen darunter das Licht und die Bodenlebewesen haben reichlich zu futtern und düngen den Boden.

Zurück zu den Kartoffeln: Die Maulwurfsgrillen haben ganze Arbeit geleistet. Oder vielmehr – sie haben sich dick und rund fressen können, um den Winter gut zu überstehen. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob es nur die Maulwurfsgrillen sind, die die daumengroßen Löcher in die Kartoffeln fressen. Vielleicht, knappern die Urzeittiere die Kartoffeln nur an und Asseln, Tausendfüßler und Co. fressen munter weiter? Regenwürmer finden sich auch zahlreich in Nähe der Kartoffeln. Da scheint eine riesige Party am Laufen zu sein. Und nun komme ich und reiße alles auseinander!

Die Kartoffelernte läuft.

Die Kartoffelernte selbst fällt gut aus. Es sind einige Sorten und Standorte, die weniger Fraßstellen aufweisen. Das bestärkt wieder meinen Mischkulturgedanken und die Sortenvielfalt, die ich jedes Jahr einbringe.

Auf den abgeernteten Flächen lege ich gleich wieder neue Beete an. Beete, die noch einmal bestellt und quasi schon für das neue Jahr vorbereitet werden. Alles in einem Rutsch. Auch das Frühbeet integriere ich gleich. Es dient im Herbst als „Spätbeet“ für Salate und Radieschen. Matthias hat mir in diesem Jahr ein ganz neues Frühbeet gebaut. Es ist gleichgroß wie das alte, ca. 2 qm groß aber ein wenig höher. So kann ich eine gute Kompostschicht einbringen, welche die Bodenwärme und Feuchtigkeit besser hält. Im Frühjahr haben dann die Salate und Kohlrabis mehr Platz nach oben.

verschiedene Kohlsorten für den Winter

Was säe ich im Oktober noch?

Zugegeben, ich bin spät dran. Aber da es verhältnismäßig warm ist, wähne ich mich in Sicherheit. Ich säe bis Mitte Oktober Asiasalate, Feldsalat, Salatrauke, Bremer Scheerkohl, Abessinischen Kohl, Spinat und Radieschen.

Auf einigen Beeten haben sich Blatt- und Kopfsalatpflanzen selbst ausgesät. Diese verpflanze ich nach und nach ins Folienzelt und ins Frühbeet. Vielleicht stelle ich für die vielen neuen Salatpflänzchen doch noch einen kleinen Folientunnel oder Vliestunnel auf. Mal sehen.

Demnächst plane ich Beete die mit Wintererbsen bestellt werden. Auch nehme ich mir vor, weitere Erdbeerbeete anzulegen. Je nachdem, wie das Wetter mitspielt, schaffe ich das noch im Oktober. Es hätte den Vorteil, dass die Erdbeerpflanzen bis Januar/Februar gut anwachsen und schon im kommenden Jahr Erdbeeren ansetzen könnten.

Früchte er Ölweide

Ernten und verarbeiten

Auf dem Gemüseacker wachsen allerlei Kohlsorten, die täglich beerntet werden. Der selbst ausgesäte Mangold steht unheimlich kräftig in diesem Jahr. Auch grüne Bohnen reifen nach und dürfen aller zwei, drei Tage gepflückt werden.

Tomaten, Zucchini und Paprika kämpfen schon ein wenig mit dem herbstlich-kühlen Wetter. Gerade die Temperaturschwankungen von Tag und Nacht sowie die nächtliche, feuchte Luft, macht den Sommerpflanzen zu schaffen. Dennoch ernte ich reichlich Früchte, hauptsächlich in den Folienzelten.

Im Herbst ist es auch Zeit für Rettiche, Radieschen, Rübchen und anderes Wurzelgemüse. Eine gute Mischung für eine vielseitige Ernährung mit frischem Gemüse steht im Selbstversorgergarten parat.

Die wilden Obstgehölze hängen auch noch voller Beeren. Die Ölweide und der Sanddorn werden jetzt geerntet. Die Schlehe hat noch ein bisschen Zeit. Aber auch Vogelbeeren hängen an den jungen Ebereschen-Bäumen. Die Haselnüsse sind bereits geerntet und ein paar wenige Walnüsse gibt es dieses Jahr auch.

Selbst auf den Wiesen und den wilden Ecken ist es noch einmal üppig grün geworden. So ernte ich Giersch, Brennnessel, Sauerampfer, Schafgarbe, weiße Taubnessel und Löwenzahn. Auch die Wilde Malve lädt mit ihren vielen violetten Blüten zum Sammeln ein.

Sanddorn, Vitamin C aus dem Garten

Der Übergang zur dunklen Jahreszeit

Da das Tageslicht jeden Tag mehr abnimmt, wird auch die Stimmung im Garten eine andere. Der Rückzug ist allgegenwärtig und dennoch blüht und wächst es kräftig. Früher war ich immer sehr traurig, wenn die Gartensaison zu Ende ging. Heute weiß ich, die Pflanzen nehmen nur eine andere Erscheinung an. Sie gehen in eine weitere Phase über – sind aber nie ganz weg.

Diese Phase heißt Rückzug. Die Pflanzen ziehen sich zurück in ihre Wurzeln, ihre Samen, in ihr Sein. Und auch wir dürfen uns nun langsam zurückziehen. Wie die Pflanzen nutze ich auch die schönen Sonnenstunden im Garten und ziehe mich zurück, wenn es stürmt und hoffentlich endlich viel regnet. Dann darf ich erst einmal in mir ankommen und mich sortieren. Vielleicht keimt schon die ein oder andere Gartenidee. Aber es bleiben erst einmal nur Ideen, die meisten Taten haben noch Zeit.

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Aktuelle Beiträge

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Herbst-Aussaat: Endlich ist wieder Platz für Neues

Oder – The show must go on!

Es ist schon super erdend Kartoffeln aus der Erde zu holen. Viel besser und befreiender ist, die frei werdende Fläche zu bearbeiten und der aufsteigenden Kreativität freien Lauf zu lassen.


Wie groß wird das Beet? Was kann ich ansäen oder pflanzen? Braucht die Erde Ruhe oder ist sie fit für eine neue Runde? Was soll kommendes Frühjahr auf diese Fläche?

Fragen über Fragen durchkreuzen mein Gehirn, während ich harke, Wege trete und wieder harke. Mein Plan entsteht beim Arbeiten. Meistens fügt sich eins zum anderen, ohne Aufwand, Skizze oder fette Fruchtfolgetabellen.


Die Erde ist nicht überall gleich gut. Das erkenne ich an der Feuchtigkeit, den Regenwürmern und anderen Krabbeltieren. Ist die Erde eher sandig oder fein krümelig?

Flächen, deren Boden weniger Kraft hat, gönne ich Gründünger und im Winter eine Schicht Mulch. Die meisten Flächen waren so voller Leben, dass ich direkt pflanzen und säen konnte.

Was pflanze ich jetzt noch?

Diese wachsen später unter Folie und Vlies weiter

Was säe ich jetzt noch?

Aufbau des Frühbeetes

Mein Frühbeet nutze ich in der kompletten Herbst-Winter-Frühjahrs-Zeit. Darin säe ich Kresse, Rukola, Radieschen, Asiasalate und pflanze Salat.

Ich freue mich auf dicke, runde Radieschen! 😉

Neuste Beiträge

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Rohkostsalat: Herbstliche Vitalstoffe mit belebender Wirkung

Der Herbst ist da, viel zu schnell hat er den Sommer abgelöst. Einige Bäume und Sträucher lassen schon ihre Blätter fallen und ziehen sich zurück. Andere strotzen noch vor grünem Laub.

Dass es jetzt kühler geworden ist, empfinde ich als Wohltat. Meine Herbst- und Winteraussaaten finden endlich gute Bedingungen. Das auf den Beeten wachsende Gemüse kann sich von der Sommerhitze erholen.


Und ja, es steht jetzt vermehrt Herbstgemüse auf dem Speisezettel. Mein erster herbstlicher Rohkostsalat besteht aus:

Herbstlicher Rohkostsalat: Rezept

  • Rote Beete + Blätter
  • Möhren + Möhrenlaub
  • Roter Rettich
  • Äpfel
  • Grünkohl
  • Petersilie
  • Zitronensaft
  • Leinöl und Salz

Ich bereite gern abends Rohkostsalate vor. Zum Teil können diese am kommenden Tag mitgenommen oder schnell mit anderem frischen Gemüse oder Blattsalaten gegessen werden.

Zubereitung


Rote Beete, Möhren, Äpfel und Roter Rettich säubere ich nur und schneide unschöne Stellen heraus. Anschließend kommen sie grob zerkleinert in die Küchenmaschine (S-Messer). Das Wurzelgemüse wird gut zerkleinert. Im Anschluss kommen die Blätter der Roten Beete, schöne Möhrenblätter, Petersilie und der, von der Mittelrippe gezupfte Grünkohl ebenfalls in die Küchenmaschine. Auch hier zerkleinere ich die Blätter vorher grob, den Rest übernimmt die Maschine.

In einer Schüssel mische ich anschließend alle Zutaten. Der Rohkostsalat kann gleich gegessen oder 1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Er ist eine prima Ergänzung zur Salatbowl oder als gesunde Mahlzeit.

Dieser belebende Salat ist trotz der herbstlichen Zutaten dennoch leicht und frisch. Er mobilisiert und vitalisiert quasi von innen. Wer es herbstlicher mag, kann noch gehackte Walnüsse darüber geben.

Weitere herbstliche Rezepte:

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August – Die Haupterntezeit beginnt

Während unsere Kartoffeln noch unter dem Unkraut schlummern und „auskühlen“, wie Generationen vor uns sagten, fallen Birnen und Äpfel von den Bäumen. Pfirsiche werden reif. Brom- und Himbeeren wollen gepflückt werden und die Tomatenpflanzen brechen vor der Last vieler reifer Tomaten fast zusammen. Es wird eingekocht. Der Dampfentsafter bleibt gleich auf dem Herd stehen. Obst wird gedörrt. Viel ist zu tun…

Dieser Blumenkohl ist erntereif

Der Blumenkohl versteckt sich unter seinen Blättern bis er reif ist. Dann öffnet er seine Blätter und zeigt sich mit stolz. Einen erntereifen Blumenkohl erkennt man an geschlossenen, hellen Röschen. Umso älter ein Blumenkohl ist, desto dunkler wird er. Sollte ein Blumenkohl bereits braune Stellen haben, ist der optimale Erntezeitpunkt vorbei.

Die Erntezeit kann verlängert werden, indem man größere Blätter so einknickt, dass sie den Kohl wieder bedecken.


Brokkoli-Röschen

Brokkoli-Pflanzen treiben immer wieder kleinere Röschen nach, wenn sie fleißig geerntet werden. Der Blütenstand eines stehen gebliebenen Brokkolis lockt jetzt im Spätsommer zahlreiche Insekten an und hat eine wunderschöne gelbe Farbe.


Brauner Kohl Rote Palme

Die Roten Palmen machen ihrem Namen alle Ehre. Sie wachsen in den Himmel. Ein echter Hingucker.


Roter Rosenkohl

Vorfreude: Der Rosenkohl setzt bereits kleine Röschen an. Rosenkohl wächst in den Blattachsen. Oft sieht man Pflanzen deren Blätter abgeschnitten werden. Bei mir bleiben die Blätter dran. Die Röschen wachsen auch so.


Spitzkohl

In diesem Jahr hatte ich nur einen Weißkohlkopf und dieser ist im Urlaub geschossen. Um so mehr freue ich mich auf diese Spitzkohlköpfe. Bin gespannt wie groß diese noch werden.


Jedes Jahr staune ich über wunderschöne, große Wirsingköpfe. Wirsing ist sehr leicht anzubauen und benötigt nicht viel außer Platz und Geduld.

Rezepte: Wirsingsalat und Wirsingwraps


Zwiebelernte

Zwiebeln sollten gut abgetrocknet sein, bevor sie zum Einlagern geerntet werden. Sie werden zu kleinen Bündeln gebunden an einen luftig-trockenen Platz aufgehangen. So halten sie bis ins kommende Jahr. Zwiebeln müssen frostsicher und trocken eingelagert werden.


Erdbeerpflanzen auf dem Hügelbeet

Im August ist es Zeit, neue Erdbeerpflanzen zu pflanzen. Entweder nutzt man eigene Ableger der älteren Pflanzen, die jetzt erste Wurzeln bilden oder kauft sich neue. Ich musste mir neue Pflanzen kaufen, um einen neuen Sortenmix zu erhalten. Das zweite Hügelbeet wurde weiter bepflanzt. Meine eigenen Ableger wechseln ebenfalls auf das Hügelbeet wenn es etwas kühler und nasser wird.


Folgesaaten gehen auf

Die Aussaaten für den Herbst gehen auf und erfordern jetzt mehr Aufmerksamkeit. Hier gilt es das Unkraut zu entfernen und bei zu trockenem Wetter die jungen Pflanzen feucht zu halten.

Ich hatte im Juli folgende Nachkulturen ausgesät: Herbstrüben, Rote Beete, Radieschen, Rukola, Spinat, verschiedene Salate, Asia-Salate, Buschbohnen, Petersilie und Lauchzwiebel, Wintersalate, späte Möhren und Winterrettich.

Im August können noch Pflück- und Schnitt-Salate ausgesät werden. Ebenso wie Radieschen, Rukola, schnell wachsende Blattkohlsorten wie Bremer Scheerkohl oder Rübstiel.

Spinat und Rapunzelsalat keimen jetzt besser, da es Nachts schon wieder kühler wird.


Die Erntekörbe sind jeden Tag voll. Einerseits eine schöne Sache. Es ist allerings auch harte Arbeit die Vorratskammer(n) zu füllen. Bei mir schwingt zusätzlich auch immer ein wenig Wehmut mit. Der späte August und der nahende September läuten schon ein wenig den Wechsel vom Sommer in den Herbst und damit die dunkle Jahreszeit ein.
Nutzen wir die letzten warmen Tage, um für den Herbst und Winter Gemüse auf den frei werdenden Flächen anzubauen. Bei einem milden Herbst bzw. Winter kann so noch bis zum Jahreswechsel frisches grünes Gemüse geerntet werden.

Linktipps: Kann ich jetzt noch etwas säen?

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Vegane Gemüsesuppe aus dem eigenen Garten

Mein Selbstversorgergarten hat immer etwas für eine komplette Mahlzeit zu bieten. Jetzt im Herbst ist der Erntekorb bunt gemischt. Viele Gemüsesorten können lange draußen bleiben und werden frisch nach Bedarf geerntet.

Heute soll es eine Gemüsesuppe geben. Wenn die Blätter von den Bäumen fallen und es draußen ungemütlich wird, tut eine bunte Gemüsesuppe richtig gut. Kommt mit in den Garten, wir gehen ernten:

Frischer Lauch darf in keinem Gemüseeintopf fehlen. Der Lauch bleibt ziemlich lange auf den Beeten. Er kann durchweg geerntet werden. Erst wenn es ernsthaft kalt wird, ziehe ich die Stangen vorsichtig aus dem Boden. Es ist sinnvoll dies an einem trockenen Tag zu machen, sonst ist dies eine ziemlich glitschig, matschige Angelegenheit. Eingeschlagen in Erde, beispielsweise in einem Gewächshaus oder Folienzelt, kann der Lauch noch ein wenig draußen bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, putzt seinen geernteten Lauch und schneidet ihn klein. Anschließend wird er portionsweise für den Winter und das kommende Frühjahr eingefroren.

Auch Möhren halten Kälte gut aus. Man muss allerdings abwägen: Ist die Gefahr des Faulens groß oder sind Fraßschäden zu erwarten, werden Möhren lieber geerntet und in Sandkisten oder einer Erdmiete für den Winter eingelagert. Zum Einlagern wird das Grün nur mit der Hand abgedreht, nicht geschnitten. Es werden nur unbeschädigte Möhren eingelagert. Bis dahin haben meine Möhren zum Glück noch ein Weilchen Zeit. Ab und zu nutze ich sogar neu getriebenes Möhrengrün für den Smoothie. Heute ernte ich zwei große Möhren für die Gemüsesuppe. Diese werden dann geputzt und kleingeschnitten.

Die Sellerieknollen bleiben bei mir ebenfalls lange auf den Beeten. Ich nutze das Grün der Pflanzen für Eintöpfe, Smoothies oder andere würzige Gerichte, wie Gemüsepfannen oder ein Indisches Dal. Wenn der Sellerie geerntet wird, friere ich jüngeres, frisches Grün portionsweise ein. Die Knollen selbst werden ohne dem Laub eingelagert. Für die heutige Suppe pflücke ich zwei Stängel Selleriegrün.

Bis zum Frost können immer noch Bohnen geerntet werden. Meist sind es nur kleinere Mengen, die jetzt noch nachwachsen. Für meine Gemüsesuppe pflücke ich je eine Handvoll Stangenbohnen, Grüne und Gelbe Bohnen.

Zu guter Letzt wähle ich heute die größeren Blätter des Abessinischen Kohls, einer Blattkohlart aus Ägypten. Dieser Kohl ist sehr mild. Er lässt sich leicht anbauen und scheint total unkompliziert immer weiterzuwachsen. Die Blätter des Kohls können roh im Smoothie oder Salat sowie gedünstet in Gemüsepfannen verwendet werden. Da ich für meinen Smoothie eher die jüngeren Blätter verwende, dieser Kohl aber gerade reichlich wächst, kommen die großen Blätter heute mit in die Suppe. Beim Pflücken fällt mir eine neue Idee für die größeren Blätter ein. Gemüsewraps lassen sich sicherlich auch gut aus den großen Blättern wickeln. Aber das machen wir ein anderes Mal.

Anschließen hole ich noch ein paar große Kartoffeln. Diese sind bereits geerntet und warten noch darauf in unseren Kartoffelkeller eingelagert zu werden.

Mein Erntekorb für die Gemüsesuppe:

  • 1 Stange Lauch
  • 5 größere Kartoffeln
  • Möhren
  • Selleriegrün (Blätter)
  • verschiedene Bohnen
  • Blätter des Abessinischen Kohls

Wenn es sich anbietet, koche ich für die Familie ein veganes Gericht. Bis auf ein wenig Sonnenblumenöl sind alle Zutaten aus dem eigenen Garten.

Nachdem das Gemüse gut gewaschen, geputzt und klein geschnippelt wurde, schmore ich zuerst den Lauch und die Möhren in einem neutralen Öl an. Es folgen die Kartoffeln und das kleingeschnittene Selleriegrün. Das schmoren oder anbraten ergibt einen kräftigeren Geschmack. Anschließend wird das Gemüse mit Wasser abgelöscht. Es folgen die Bohnen. Gewürzt wird mit Salz, Pfefferkörner, einem Lorbeerblatt und Gewürzkörner (Piment). Wenn die Kartoffeln und Möhren gar sind, kommen die kleingeschnittenen Blätter des Abessinischen Kohls hinzu. Jetzt kann die Suppe noch ein wenig ziehen und ist dann fertig zum Servieren.

Was könnte alternativ in eine Gemüsesuppe: Kohlrabi, andere Kohlarten wie Rosenkohl, Grünkohl oder Palmkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Rübchen, Pastinaken, Petersilie

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Kann ich jetzt noch etwas säen?

Radieschen, Schnittkohl, Salate und Spinat gedeihen auch bei kühlen Temperaturen.

Na klar! Die Gartensaison ist noch lange nicht vorbei. Da der richtige Winter mit Dauerfrost und vielleicht auch etwas Schnee immer später Einzug hält, lohnt es sich die Samentütchen noch einmal rauszusuchen. Generell kann jetzt alles das ausgesät werden, was auch im Frühjahr als erstes in die Erde kommt. Das sind Salate, Radieschen, Rübchen, Spinat und Schnittkohlsorten. Diese können Satzbauweise noch bis in den September hinein ausgesät werden. Auch für kleine Rote-Bete-Knollen ist es noch nicht zu spät. Kohlrabi und neu ausgesäter Mangold wächst auch bei kühleren Temperaturen weiter. Alle Kohlsorten sind sehr Kältetolerant. Beispielsweise kann ein Wirsing, der es nicht mehr bis zum großen Wirsingkopf schafft, vorzeitig oder nach und nach geerntet werden, indem die äußeren Blätter einfach abgeschnitten werden.

Radiechen halten ebenfalls die ersten Nachtfröste durch und können bis in den Herbst hinein wachsen. Die letzten finden samt Blattwerk Verwendung in der Küche.
Schwarzer runder Winterrettich wächst zügig.

Viel Grün erhält man mit Schnittkohl und Asiagemüse wie beispielsweise: Scheerkohl, Red Giant oder Abessinischer Kohl. In der Kräuterecke liefern Rauke und Petersilie bis in den Herbst Vitamine. Wintersalate können ausgesät werden. Einige reifen vielleicht noch vor Weihnachten, der Rest überwintert im Garten und kann im zeitigen Frühjahr oder in milden Wintern durchweg geerntet werden.

Bedenken sollte man auf jeden Fall, dass die Pflanzen jetzt weniger stark wachsen. Mit zunehmender Dunkelheit und fehlender Wärme verlangsamt sich das Wachstum.

Ein Winterbeet

Theoretisch können all diese Gemüsesorten in ein Frühbeet oder unter Folie/Glas angebaut werden. Dies ist jetzt noch nicht nötig, aber wenn die ersten Fröste kommen, macht sich ein warmes Beet bemerkbar. Wer also auch mit kalten Fingern und Wollmütze im Garten gern unterwegs ist, Platz und Muße hat, sollte jetzt mit der Planung für ein Winterbeet beginnen.

Auch interessant: Rettich als Nachkultur

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Ein Hügelbeet für die Nebensaison

Die Sonnenstrahlen und das milde, klare Wetter locken mich diesen Winter immer wieder nach draußen. Endlich wieder etwas Aktives tun, sich bewegen, frische Luft einatmen, den Wintervögeln lauschen. Das tut gut und macht Lust auf mehr. Manch einer zählt schon die Monate und Wochen bis es wieder wärmer wird und das Aktive-Draußen-Leben endlich wieder losgehen kann.

Ich nutze schöne Wintertage, um Vorbereitungen für die nahende Saison zu erledigen. Im Herbst hatte ich beispielsweise angefangen ein Hügelbeet zu bauen. Neben meinem Acker gibt es einige angelegte Beete mit mehrjährigen Kräutern, Erdbeeren, Blumenstauden und Wintergemüse. Trotz jährlicher Kompostgaben und Jauchedüngung ist der Boden jedoch um einiges nährstoffärmer als nebenan der Acker. Vermutlich ziehen größere Tannen in unmittelbarer Nähe die begehrten Nährstoffe aus dem Boden.

Kurzum entschloss ich mich ein Hügelbeet anzulegen. Nur so, zum Testen, mal schauen und probieren. Ein Platz war schnell gefunden. Jede Menge Gartenabfälle hatte ich parat. Zuerst kamen die Reisig-Zweige der Erbsen und Zuckerschoten sowie größere Sonnenblumen und anderer teils verholzter Gartenabfall auf den vorbereiteten Boden. Danach landete im Laufe der Zeit alles Mögliche auf das zukünftige Hügelbeet. Eben wie es auf einem Komposthaufen der Fall ist. Zum Beschweren schippte ich zwischendurch immer wieder etwas Gartenerde auf die Abfälle. Zum richtigen Abdecken des Hügelbeetes, mit einer großzügigen Schicht Gartenerde, war ich im Spätherbst leider nicht mehr gekommen.

Als ich letztes Wochenende auf unserer Obstwiese spazieren ging, sah ich, dass der Maulwurf ordentliche Erdhaufen gegraben hatte. Diese Erde hole ich mir im Frühjahr oft, um Sie als Blumenerde, zur Auffüllung entstandener Löcher oder zur Einebnung von Bodendellen zu verwenden. Ich überlegte nicht lange, holte die Schubkarre, Schippe und Harke aus dem Schuppen und legte los. Die Erde war zwar noch sehr nass und schwer, aber die Bewegung machte Spaß. Nach 4 Schubkarren voll eingesammelter Erde war mein Hügelbeet fertig. Oh wie freue ich mich auf den Frühling.

Ein Hügelbeet erwärmt sich im Frühjahr schneller, da der verrottende Gartenabfall Wärme im Inneren des Beetes produziert. Zudem trocknet die Erde durch die Hügelform schneller ab. Später im Gartenjahr bleibt der Boden locker und Staunässe wird vermieden. Starkzehrer und wärmeliebende Pflanzen lassen sich hier bestimmt gut kultivieren.

Ich konnte es natürlich nicht dabei belassen. So ganz ohne etwas zu säen oder zu pflanzen, ging es dann doch nicht. Auch wenn es Anfang Januar ist und ich weiß, dass der Winter doch noch kommen kann, überlegte ich, was schon auf das Hügelbeet umziehen könnte. Somit grub ich Schnittlauch aus, platzierte drei Stiefmütterchen, teilte und versetzte Pfefferminze und Zitronenmelisse. Einige noch kleine Wintersalate und Kohlrabi-Pflanzen fanden obenauf einen neuen Platz. Ein paar Kresse-, Salatrauke-, Spinat– und Radieschen-Samen wanderten auch in die Erde. Man kann ja nie wissen, vielleicht bleibt es ja doch ein milder Winter.

Weiter geht es hier:
Das Hügelbeet (Teil 2)
Hügelbeete 3 und 4

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