
Die Sonnenstrahlen und das milde, klare Wetter locken mich diesen Winter immer wieder nach draußen. Endlich wieder etwas Aktives tun, sich bewegen, frische Luft einatmen, den Wintervögeln lauschen. Das tut gut und macht Lust auf mehr. Manch einer zählt schon die Monate und Wochen bis es wieder wärmer wird und das Aktive-Draußen-Leben endlich wieder losgehen kann.
Ich nutze schöne Wintertage, um Vorbereitungen für die nahende Saison zu erledigen. Im Herbst hatte ich beispielsweise angefangen ein Hügelbeet zu bauen. Neben meinem Acker gibt es einige angelegte Beete mit mehrjährigen Kräutern, Erdbeeren, Blumenstauden und Wintergemüse. Trotz jährlicher Kompostgaben und Jauchedüngung ist der Boden jedoch um einiges nährstoffärmer als nebenan der Acker. Vermutlich ziehen größere Tannen in unmittelbarer Nähe die begehrten Nährstoffe aus dem Boden.
Kurzum entschloss ich mich ein Hügelbeet anzulegen. Nur so, zum Testen, mal schauen und probieren. Ein Platz war schnell gefunden. Jede Menge Gartenabfälle hatte ich parat. Zuerst kamen die Reisig-Zweige der Erbsen und Zuckerschoten sowie größere Sonnenblumen und anderer teils verholzter Gartenabfall auf den vorbereiteten Boden. Danach landete im Laufe der Zeit alles Mögliche auf das zukünftige Hügelbeet. Eben wie es auf einem Komposthaufen der Fall ist. Zum Beschweren schippte ich zwischendurch immer wieder etwas Gartenerde auf die Abfälle. Zum richtigen Abdecken des Hügelbeetes, mit einer großzügigen Schicht Gartenerde, war ich im Spätherbst leider nicht mehr gekommen.

Als ich letztes Wochenende auf unserer Obstwiese spazieren ging, sah ich, dass der Maulwurf ordentliche Erdhaufen gegraben hatte. Diese Erde hole ich mir im Frühjahr oft, um Sie als Blumenerde, zur Auffüllung entstandener Löcher oder zur Einebnung von Bodendellen zu verwenden. Ich überlegte nicht lange, holte die Schubkarre, Schippe und Harke aus dem Schuppen und legte los. Die Erde war zwar noch sehr nass und schwer, aber die Bewegung machte Spaß. Nach 4 Schubkarren voll eingesammelter Erde war mein Hügelbeet fertig. Oh wie freue ich mich auf den Frühling.
Ein Hügelbeet erwärmt sich im Frühjahr schneller, da der verrottende Gartenabfall Wärme im Inneren des Beetes produziert. Zudem trocknet die Erde durch die Hügelform schneller ab. Später im Gartenjahr bleibt der Boden locker und Staunässe wird vermieden. Starkzehrer und wärmeliebende Pflanzen lassen sich hier bestimmt gut kultivieren.

Ich konnte es natürlich nicht dabei belassen. So ganz ohne etwas zu säen oder zu pflanzen, ging es dann doch nicht. Auch wenn es Anfang Januar ist und ich weiß, dass der Winter doch noch kommen kann, überlegte ich, was schon auf das Hügelbeet umziehen könnte. Somit grub ich Schnittlauch aus, platzierte drei Stiefmütterchen, teilte und versetzte Pfefferminze und Zitronenmelisse. Einige noch kleine Wintersalate und Kohlrabi-Pflanzen fanden obenauf einen neuen Platz. Ein paar Kresse-, Salatrauke-, Spinat– und Radieschen-Samen wanderten auch in die Erde. Man kann ja nie wissen, vielleicht bleibt es ja doch ein milder Winter.
Weiter geht es hier:
Das Hügelbeet (Teil 2)
Hügelbeete 3 und 4





2 mittelgroße Steckrüben
Wenn unsere Kartoffelernte gut ausfällt, gibt es Kartoffelpuffer für alle Erntehelfer. Das Rezept ist ein altes Familienrezept, zu dem es keine genauen Mengenangaben gibt.

Nach dem Pflügen im Herbst ruht der Acker im Winter. Sobald er abgetrocknet ist, wird er im Frühjahr glattgeharkt. Dies erfordert ordentlich Muskelkraft nach den langen Wintermonaten. Die Aussaat erfolgt ab Ende April bis Anfang Mai. Dazu verwenden wir einen alten Kartoffelsetzer aus Holz. Immer wieder werden Kartoffelkäfer abgelesen und das Unkraut gehackt. Wenn die Pflanzen kniehoch stehen, pflügen wir die Reihen mit einem
Handpflug auf. An den Wochenenden lesen wir die Kartoffel-Käfer und -Larven so oft es geht ab. Irgendwann ist allerdings kein Durchkommen mehr möglich. Von da an sind die Kartoffelpflanzen sich selbst überlassen.
Danach werden die Kartoffeln mit einem alten Traktor und Kartoffelroder aus der Erde gepflügt. Dies ist ein Familienevent der besonderen Art.





Grünkohl kennt eigentlich jeder. Seit ich einen eigenen Garten habe, versuche ich Grünkohl anzubauen und spähe im Spätherbst immer neidisch über den Gartenzaun, wo prächtige Exemplare wachsen. Nicht zuletzt liegt mein Misserfolg auch daran, dass ich einen Acker bewirtschafte, den wir im Oktober pflügen. Somit müssten die Pflanzen spätestens zu diesem Zeitpunkt abgeerntet sein, was natürlich keinen Sinn macht. In den letzten Jahren kultiviere ich deshalb neben unserem Acker eine Beet-Fläche mit mehrjährigen Pflanzen wie Erdbeeren und Kräutern. Meine Versuche mit Grünkohl an dieser Stelle scheiterten allerdings an abgefressener Saat oder unterwühlten Pflanzen.
almkohl gibt es als Saatgut zu kaufen. Dieser kann ab April/Mai ins Beet ausgesät werden. Eine Anzucht unter Glas ist ab März möglich. Ich säe eine kleine Reihe von ca. 30-40 cm, ca 1-2cm tief. Achte darauf, dass die Saatkörner nicht zu dicht liegen, ein Abstand von 3cm ist zu empfehlen. Wenn die Pflanzen 10 – 15 cm groß sind, können sie auf freie Stellen im Beet oder im Kübel umgepflanzt werden.
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