Die ersten abgeernteten Beete bleiben nicht lange brach liegen. Im Juli kann mit der Aussaat von verschiedenen Herbst- und Wintergemüsesorten begonnen werden. Dazu zählen Rapunzel, Chinakohl, Blatt- und Pflücksalate, späte Möhren, der schwarze Winterrettich sowie der weiße Sommerrettich, Herbstrübchen und Rote Beete. Auch können jetzt wieder Spinat, Radieschen und Kopfsalate ausgesät werden. Die letzten Buschbohnen, Erbsen oder Zuckerschoten haben noch eine Chance in diesem Jahr Früchte zu tragen. Mangold für den Herbst/Winter bzw. das kommende Frühjahr wird ebenfalls jetzt ausgesät. Wichtig ist, die Keimlinge und Pflanzen vor zu großer Hitze und Trockenheit im August zu schützen. Eine Mulchdecke nach dem Aufgehen schützt die kleinen Pflanzen.
Bevor ausgesät
werden kann, wird das Beet abgeräumt und vom Unkraut befreit. Es
reicht, den Boden kurz zu lockern. Wichtig ist, dass die Folgesaat
einer anderen Pflanzengruppe angehört. Demzufolge werden Erbsen
nicht auf das Beet ausgesät, wo vorher Erbsen wuchsen. Auf stark
zehrende Pflanzen folgen eher Pflanzen, die genügsam mit weniger
Bodenanspruch auskommen und umgekehrt. Wurzelgemüse wird nicht auf
ein Beet gesät, in dem vorher Wurzelgemüse wuchs.
Rote Beete
In meinen Beeten wird es im Herbst kunterbunt und gut durchmischt. Frei gewordene Stellen werden meist gleich wieder bepflanzt oder mit etwas Neuem bestellt. So nutze ich auch kleinere Stellen um Nachsaaten vorzunehmen. Dies hat den Vorteil, dass der Schädlingsbefall gering gehalten wird und die Pflanzen vom Schatten der größeren Nachbarn in der Sommerhitze profitieren. Das sieht in der Praxis so aus, dass auf einem Paltz an dem ein Kohlrabi oder Kopfsalat wuchs beispielsweise Rote Beete oder eine Horstsaat Buschbohnen folgen.
Probieren geht über Studieren: Oft ist es der Fall, das irgendein Gemüse nicht so recht wachsen will und einem dann doch die Zeit davon rennt. So wachsen in diesem Jahr die Zucchini schlecht und in die Gurken hat sich irgendeine Krankheit geschlichen. Auch wenn es eigentlich zu spät ist, werde ich hier noch einmal Samen in die Erde stecken. Wer weiß, wie das Wetter wird? Vielleicht bekommen wir einen langen milden Herbst.
Tomatenpflanzen aus Geiztrieben
Für Kürbisse, Tomaten und Paprika ist es leider schon fast zu spät. Fast gilt für den Freilandanbau. Paprika und Tomatenpflanzen lassen sich im Topf weiterkultivieren. Wenn es den Pflanzen draußen zu kalt wird, können diese an geschützten stellen Ihre angesetzen Früchte weiterreifen lassen. Paprikapflanzen lassen sich sogar im Haus überwintern und wachsen im kommenden Jahr einfach weiter.
Mein Urlaub ist meistens viel zu kurz. Aus Sicht meines Gartens, ist er jedoch viel zu lang, eigentlich sogar unnötig. Knapp eine Woche bin ich nun schon zurück und jeden Abend, wenn ich nach getaner Arbeit in den Garten komme, rufe ich: „Hallo Unkraut, wie geht’s den heute so! Seit Ihr noch alle daaa?!“ Und wie aus einem gut gefüllten Open-Air-Stadium brüllt mir jeden Abend das grüne Volk entgegen „Jeaahh …, Aber natürlich! Wir sind gern hier und fühlen uns sauwohl.“
Okay. So ist das. Mein Garten hat eine Eigendynamik entwickelt. Er wurde allein gelassen, deshalb hat er sich selbst gekümmert. Wo noch ein Plätzchen war, wächst jetzt eine stattliche Pflanze, groß und üppig.
Sicher, bis eine vertretbare Ordnung wieder hergestellt ist, wird es noch ein paar Wochen dauern. Bis dahin erfreuen wir uns an den schönen Dingen, den Überraschungen auf die wir stoßen und das Gemüse bzw. Obst welches wir ernten.
Gartenrundgang Juli 2020
Blumenacker 2020 Juli
In diesen Jahr gibt es klare Linien auf den Blumenbeeten. Obwohl ich viel Platz gelassen hatte, erkennt man die Wege kaum noch. Alle Beete und Wege sind gut gemulcht, somit hatte ich hier wenig Arbeit mit dem Grünkraut.
Stangenbohnen 2020
Die Stangenbohnen wachsen in diesem Jahr an Stützen aus Obstbaumschnitt. Ich hatte keine Lust neue Stäbe zu kaufen und nutze jetzt lange Äste, die ich im Frühjahr vorbereitet hatte. So entstanden 4 verschiedengroße Bohnentippies. Leider keimten die Stangenbohnen im Mai sehr schlecht oder wurden aufgefressen. Ich musste drei mal nachsäen. Jetzt sieht es allerdings sehr vielversprechend aus.
Bohnenblüte
Die Buschbohnen blühen. Ich verwende gerne blaue Bohnensorten. Die sind leichter zu pflücken, da sie sich in dem vielen grünen Laub besser finden lassen. Neben den blauen Bohnen wachsen auch noch zwei neue Sorten. In diesem Jahr stehen die Buschbohnen insgesamt sehr gut. Ich bin sicher, dass ich hier etliches für den Winter einfrieren kann. Jetzt im Juli können noch Nachsaaten für Buschbohnen auf frei gewordenen Beeten vorgenommen werden.
Einige Borretschpflanzen sind in diesem Jahr schon verblüht. Umso erfreuter war ich, als ich dieses schöne Exemplar etwas versteckt gefunden hatte.
Palmkohl – Braunkohl Rote Palme
Der Palmkohl ist einer meiner Favoriten. Er wächst eigentlich rund ums Jahr in meinem Garten, so dass ich immer frische Blätter verwenden kann. Seit letztem Herbst-Winter hat der Braunkohl bei mir Einzug gehalten, eine Kreuzung alter Sorten. Er ist etwas zarter als Grünkohl und lässt sich ebenfalls das ganze Jahr über anbauen. In Smoothies, Pfannengerichten und Eintöpfen passt er prima.
Knollenfenchel benötigt viel Platz. Er muss recht luftig stehen, damit er nicht fault. Die Blätter verwende ich als Kräuterzugabe im Salat. Der Fenchel darf nicht zu lange im Beet stehen. Besser ist es ihn regelmäßig zu kontrollieren und nicht allzu groß werden zu lassen. Er schießt schnell und geht in die Blüte.
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Edamame – Sojabohne
In diesem Jahr wachsen aus selbstgesammelten Saatgut neue Edamame-Bohnen. Es sind wenig aufgegangen, ähnlich wie bei den Busch- und Stangenbohnen. Dafür erfreuen sich die übrigen gekeimten Pflanzen über viel Platz und wachsen sehr viel buschiger als im letzten Jahr. Ich bin auf den Ertrag gespannt.
Auch die Tomaten im Tomatenzelt wachsen etwas verhaltener in diesem Jahr. Es reicht aber allemal aus. Zuviel Blattwerk und Triebe machen nur Arbeit.
Juni 2020Juli 2020
Was ist hier passiert? Im Gurkenzelt zeichnet sich Katastrophales ab. Die Blätter werden welk und die Pflanzen sterben langsam ab. Im letzten Jahr sah es ähnlich aus. Damals schob ich es auf die Hitze und Trockenheit. Da es in diesem Sommer bisher nicht so heiß war, wird es eine andere Ursache haben, eine Pilzkrankheit eventuell. Vorigen Sommer erholten sich die Pflanzen. In diesem Jahr sieht es allerdings schlimmer aus. Wir werden sehen, wie es weitergeht.
Neues Kräuterbeet am Haus Ausschnitt: Oregano, Thymian, Zitronenverbene, Jiaogulan Weitere: verschiedene Minzsorten, Zitronenmelisse, Petersilie, Ysop, verschiedene Basilikum- und Salbeiarten, Winterheckenzwiebel, Schnittlauch, Winterbohnenkraut, Bergthymian, Liebstöckl, Borretsch
In einem neu angelegten Kräuterbeet direkt am Wohnhaus wachsen und gedeihen viellerlei neue Küchenkräuter. Derzeit ein Magnet für viele Insektenarten.
Basilikum
In den vergangenen Jahren konnte ich verschiedene Basilikumarten aussäen. Zitronenbasilikum ist zum Beispiel eines meiner Liebsten gewesen. In diesem Jahr keimte nicht eine einzige Sorte auf meinem Acker. Eine handelsübliche Pflanze zog dann bei uns ein. Diese teilte ich in 5 Pflänzchen und pflanzte diese in verschiedene Bereiche meines Gartens. Von dieser einen Pflanze zog ich auch die ersten Stecklinge, die wiederum ausgepflanzt wurden.
Nachdem es die letzten Jahre so trockene und heiße Sommer gab, entschied ich mich wieder im Freiland Tomaten anzubauen. Diese Reihe ist aus Samen selbst gezogen. Ich bin gespannt, ob die Braunfäule trotzdem zu schlägt.
Orangenverbene
Nachdem meine Zitronenverbenen trotz Topfüberwinterung es nicht bis zum Frühjahr geschafft hatten, musste ich mir eine neue Pflanze kaufen. Dabei viel mir eine Orangenverbene in die Hände. Diese duftet noch intensiver und wächst auf meinem Acker noch kräftiger. Von beiden Pflanzen werde ich jetzt Stecklinge schneiden. Vielleicht bekomme ich kleinere Pflanzen besser über den Winter.
Links: Das Beet meiner Tochter (10 Jahre), Rechts: Zwischen den Zelten
Und so etwas gibt es bei mir auch und davon nicht wenig. Meine Tochter wollte im Frühjahr ein eigenes Beet. Dieses ist auf dem linken Beet zu sehen. Es sollten Blumen und Zuckerschoten wachsen. Aber nicht nur meiner Tochter geriet etwas außer Kontrolle. Zwischen meinen Zelten hat sich einiges Grünkraut trotz einer dicken Rasenmulchschicht und keinerlei Bewässerung emporgekämpft.
Die Sommerblumen beginnen zu blühen. Freuen wir uns auf viele neue und alte Blumengesichter.
Von April bis in den Juni hinein können Kopfsalate gepflanzt werden. Es gibt unzählige Sorten der frischen Salatköpfe. Am bekanntesten sind wohl die handelsüblichen grünen Kopfsalate und Eisbergsalate. Es gibt jedoch abseits der Supermarktregale interessante Sorten wie beispielsweise „Indianerperle“ oder „Eissalat Sioux“, derzeit meine Favouriten.
Salatpflanzen säe ich selbst aus. Dazu eignet sich ein Aussaatbeet, in dem der Kopfsalat einfach in einer Reihe ausgesät wird. Zudem eignen sich Salatpflanzen als Markierungssaat für Möhren. Möhren benötigen meist 2-3 Wochen ehe sie keimen. Daher ist es ratsam eine Markierungssaat mit auszusäen. Ich mische die Möhrensamen mit Kopfsalat- oder Radieschensamen. Der Vorteil liegt darin, dass die Aussaatreihen eher zu erkennen sind. Währenddessen Radieschen einfach geerntet werden, sollten die Kopfsalatpflanzen verpflanzt werden. Dies ist nicht ganz einfach und erfordert ein wenig Geschick. Allerdings nehmen es einem die Kopfsalatpflanzen selten übel und fast jede Pflanze wächst frisch verpflanzt munter weiter.
Kopfsalatpflanze als Markierungssaat zwischen den Möhren
Damit dies auch
gelingt, sollte der Boden weder zu nass noch zu trocken sein.
Idealerweise hatte es ein paar Stunden zuvor geregnet und die Erde
ist durchweg feucht. Jungpflanzen sollten immer bei bedecktem,
gemäßigten Wetter verpflanzt werden, nie bei praller Sonne, über
Mittag oder in einer anhaltenden Hitzeperiode. Wenn es anhaltend warm
ist, nutzt man die frühen Abendstunden. Somit haben die Pflanzen in
der Nacht die Möglichkeit sich zu erholen.
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Das Verpflanzen
Salatpflanzen
Die Salatpflänzchen sollten 7-10 cm groß sein. Je nachdem, wie dicht die Möhren gewachsen sind, benötigt es ein wenig Fingerspitzengefühl. Mit einer schmalen Schippe oder bei lockerem Boden auch einem kleinen Stab oder einem alten größeren Löffelstiel hebt man vorsichtig die Pflanze aus der Erde. Die Wurzel ist meist dünn und kann bis zu 10 cm lang sein. Um so mehr Erde haften bleibt, um so besser. Die kleinen Möhrenpflänzchen werden wieder vorsichtig festgedrückt und bei trockenem Wetter später noch einmal gut gegossen.
Idealerweise ist das Beet oder der Platz für die neuen Salatpflänzchen schon fertig bearbeitet. Salat benötigt lockeren normalen Boden. Kopfsalat braucht Luft und sollte daher nicht zu eng gepflanzt werden. 30 x 30 cm Abstand sind Minimum. Anderenfalls fängt der Salat an zu schießen oder zu faulen.
Das Pflanzloch sollte so tief sein, wie die Wurzel lang ist. Ich benutze meine Finger zum einpflanzen, dabei kann ich die Pflanze nicht verletzen. Das Herz des Salates sollte leicht aus der Erde gucken. Die Salatpflanze darf nach dem Andrücken nicht umfallen. Sollte dies der Fall sein, die Pflanze lieber ein kleines Stückchen tiefer setzen. Frisch gepflanzt sehen die Pflanzen immer schön aus. Nach dem Angießen liegt der Salat allerdings meist flach am Boden, platt, matt, wie drübergefahren. Das macht aber nichts, in 1-3 Tagen stehen die kleinen Pflanzen wieder in voller Pracht und werden von da an zügig wachsen.
Viele Leute haben
Probleme mit Schnecken. Hier hilft nur absammeln und einen
Schneckenschutz um den Salat zu bauen. Wer den Platz hat, sollte
Mischkulturen anlegen. Dabei wird der Salat kunterbunt durcheinander
in den Garten gepflanzt. Lieber ein paar Köpfe mehr als zu wenig.
Salat wächst zudem auch in Kübeln oder Hochbeeten.
Wie schütze ich meine Gartenpflanzen vor Nachtfrost?
Kaum zu glauben. Es wird doch noch einmal kalt. Pünktlich zu den kalendarischen Eisheiligen wird es ungemütlich. Vom 11. bis 15 Mai soll es nicht nur kalt werden, es kann auch noch einmal Nachtfrost geben.
Auch wenn es
vegetativ nicht danach aussieht: Die anstehende Kälte, besonders in
den frühen Morgenstunden, kann erheblichen Schaden im Garten
anrichten.
Erfrorene Erdbeerblüten erkennt man durch den schwarzen Punkt in der Mitte.
Empfindliche Pflanzen sind zu dieser Zeit meist die blühenden Erdbeeren. Diese werde ich mit Vlies und vielleicht sogar einer Folie abdecken. Ebenso gefährdet sind die Walnussbäume, die bei uns oft gerade blühen, wenn die Eisheiligen durchs Land marschieren. Auch die blühenden Apfelbäume können schlecht geschützt werden. Hier kann ich nur hoffen, dass der Frost lediglich über den Boden kriecht. Vielleicht sind schon einige der Apfelblüten befruchtet und haben kleine Früchte angesetzt. Diesen schadet der Frost nicht so sehr. Auch andere Beerensträucher sind ungefährdeter wenn schon kleine Früchte angesetzt sind. Dennoch kann es passieren, dass beispielsweise winzig kleine Johannisbeeren erfrieren und braun werden. Diese fallen dann kurz darauf einfach ab.
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Kartoffeln die Frost deren Triebe erfroren sind, wachsen später wieder nach. Die Pflanze wird allerdings geschwächt.
Sollten schon Sommergemüsepflanzen draußen im Beet wachsen, müssen auch diese abgedeckt werden. Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Kürbis- und Gurkenpflanzen beispielsweise vertragen keinen Frost. Auch Bohnen werden den Frost nicht überleben. Hier können mit Stroh gefüllte Eimer, die über die Pflanzen gesetzt werden, Folien, Vlies oder Decken helfen. Laub oder eine dicke Strohschicht könnten ebenfalls die Pflanzen schützen.
Bei den Blumen sind es alle Kübelpflanzen, die im Mittelmeerraum heimisch sind sowie bereits ausgetriebene Dahlien und das Tränende Herz, die es zu schützen gilt.
Dahingegen können Spinat, Radieschen, Kohlrabi, Kohlgewächse, Salat, Schwarzwurzeln, Mairüben, Puffbohnen, Rote Beete, Zwiebeln, Erbsen und Zuckerschoten einiges an Kälte vertragen. Auf einem meiner Beete wachsen Linsen und Eisbohnen, die eigentlich Kälte unempfindlich sind. Diese werde ich in den kommenden Tagen auch abdecken.
Rote Johannisbeere nach dem Frost
Bei den Kräutern sind es Basilikum, Zitronenmelisse, Zitronenverbene, Borretsch und wahrscheinlich auch der Dill die keinen Frost vertragen.
Das Wetter ist wie
es ist. Viel Glück all jenen, die in den kommenden Tagen ihre
Schützlinge zur Nacht zudecken und am Tage wieder auspacken. Nach
dem 15. Mai dürfte der Spuk vorbei sein. Dann dürfen alle Pflanzen
nach draußen.
Es gibt immer Dinge, die fallen einem leicht oder schwer. Das hängt damit zusammen, wie aufgeschlossen wir sind, welchen Mut wir mitbringen und wie neugierig wir durch die Welt gehen.
Wer hat
beispielsweise schon einmal lustvoll in eine Löwenzahnblüte
gebissen?
Ich wette die meisten verziehen jetzt das Gesicht. Ich bin bei diesem Gedanken auch nicht gleich in Verzückung geraten. Da ich aber sehr viel über die positiven Eigenschaften des Löwenzahns gelesen habe und auch die jungen Blätter regelmäßig verwende, bin ich zumindest nicht ängstlich. Alles vom Löwenzahn ist verwendbar. Nichts ist giftig. So steht es in den Büchern. Vor einigen Jahren probierte ich ein Löwenzahnhonigrezept aus. Ich kann mich allerdings erinnern, dass dieser sehr dunkel wurde und mir nicht bekam.
Im zeitigen Frühjahr fragte mich eine sehr gute Freundin nach einem Löwenzahnhonig-Rezept. Mit jeder weiteren Blüte die ich im Frühjahr erblühen sah, erinnerte ich mich an die Anfrage. Schließlich standen die Wiesen voller gelb-blühender Löwenzahnblüten und ich recherchierte erneut. Ich fasste sämtlichen Mut zusammen und biss bei einem Spaziergang in eine Löwenzahnblüte hinein. Ja, ich aß sie sogar ganz auf. Schließlich wollte ich genau wissen, mit was ich mich befasse. Es … war wie eine Geschmacksexplosion! … Nein, das glaubt mir jetzt niemand! Ehrlich gesagt, die Löwenzahnblüte hat mich angenehm überrascht. Sie schmeckt fruchtig, blumig ein wenig an Honig erinnernd und im Abgang leicht bitter durch die äußeren Blütenblätter. Der Entschluss war gefasst, Löwenzahnhonig und -gelee werde ich noch einmal ausprobieren.
Löwenzahnblüten esammelt an einem sonnigen, trockenen Frühlingstag
An einem sonnigen
Sonntag ging ich mittags über die Wiese und pflückte ein Körbchen
voller Löwenzahnblüten. Anschließend zupfte ich die gelben
Blütenblätter heraus. Dies ist der Unterschied zu meinem vor Jahren
missglückten Versuch. Die bitteren äußeren Blütenblätter (grün)
ließ ich weg.
Ausgezupfte Löwenzahnblüten
Es braucht laut
Rezepten sehr viele Blütenblätter. 500g ausgezupfte Blütenblätter
sind eine ganze Menge. Ich kam auf 200g. Zum Probieren sollte es
reichen. Ich setzte die Blütenblätter in kaltem Wasser auf und ließ
diese aufkochen. Anschließend ließ ich den Topf abkühlen und einen
Tag lang stehen. Am kommenden Tag filterte ich die Blüten ab und
drückte sie aus. Es kam 1 Liter Flüssigkeit zusammen. Hinzu gab ich
Zitronensaft. Dann teile ich die Menge in ca. 600 ml für Gelee und
400 ml für den Honig. Das Gelee war schnell gekocht. Der Honig wurde
wie Sirup mit der gleichen Menge Zucker (Rohrzucker) eingeköchelt.
Ich war gespannt wie ein Flitzebogen und konnte es kaum erwarten Gelee und Honig auf ein Brot zu schmieren. Der gold-gelbe Löwenzahnhonig schmeckt tatsächlich ein wenig wie Bienenhonig und ist perfekt zum Süßen von Desserts und Getränken. Löwenzahngelee und -honig erinnern an die üppigen, satftigen Frühlingswiesen, die Bienen, den Sonnenschein und die unzähligen gelben Löwenzahnblüten. Grund genug, den nächsten sonnigen freien Tag abzuwarten und noch einmal ein Körbchen Löwenzahnblüten sammeln zu gehen.
Zutaten
Löwenzahnhonig
200 – 500g gelbe Löwenzahnblütenblätter
1 Liter Wasser
1 kg Rohrzucker
Saft von 1-2 Zitronen
Zutaten
Löwenzahngelee
200 – 400g gelbe Löwenzahnblütenblätter
750 ml Wasser
Gelierzucker 2:1
Saft von 1-2 Zitronen
Nach Belieben können Ingwer-Scheiben mitgekocht werden.
Rote Beete können ab April direkt ins Beet ausgesät werden. Es ist von Vorteil die Rüben direkt auszusäen und nicht nachträglich zu verpflanzen. Sie werden in Reihen mit einem Reihenabstand von 25-30 cm ausgesät. Die Samenkörner sind etwas größer und lassen sich leicht verteilen. In althergebrachter Literatur steht, dass vorzugsweise aller 15 cm Horste von 3 Samenkörnern gelegt werden. Die kräftigsten Pflanzen bleiben beim späteren Verziehen stehen. Ich säe in der Reihe aller 5 cm ein Samenkorn. Da die Pflanzen unterschiedlich wachsen, einige schnell andere brauchen etwas länger, ernte ich die ersten größeren Rüben zuerst. Das verlängert nicht nur die Ernteperiode, die geernteten Rüben machen dann Platz für die noch wachsenden kleineren Rübchen. Ähnlich verfahre ich bei den Möhren.
Der Boden sollte vor
der Aussaat gut und tiefgründig gelockert werden. Es darf kein
frischer Mist untergegraben sein. Es ist ausreichend, wenn die Erde
im Vorjahr gedüngt wurde.
Die bekanntesten Sorten sind „Ägyptische Plattrunde“ und „Rote Kugel“. Letztere wächst schneller und ist schon ca. 20-30 Tage eher erntereif. Die „Ägyptische Plattrunde“ benötigt von der Aussaat bis zur Ernte ca. 120 – 130 Tage. Ich persönlich bevorzuge die zylindrischen Rüben wie „Forono“ oder „Erfurter Lange Rote“.
Es ist immer schwer
sich in neuen Situationen zurecht zu finden. Aktuell muss sich jeder
von uns in eine neue Rolle begeben. Vergessen sind Frühjahrskuren,
Fasten und Detox. Vergessen sind die vielen Vorsätze zum
Jahresbeginn. Die Erde steht Kopf, jedenfalls in unseren Köpfen.
Um da wieder
herauszufinden, hilft nichts besseres als in die Natur zu gehen. Die
Natur steht nicht Kopf. Im Gegenteil, sie ist präsent und hält
viele kleine und große Überraschungen bereit. Die Ruhe, die uns
derzeit umgibt, lässt uns viele kleine Dinge wahrnehmen. Ich hab
beispielsweise schon lange kein Flugzeug am Himmel gesehen. Der
Himmel ist so klar und ruhig, abgesehen von den krächzenden
Wildgänsen.
Wie beständig die
Natur ihrem Rhythmus folgt! Wie viel Kraft im Boden und den Pflanzen
schlummert. Wie die Tiere jetzt im Frühling erwachen und ihren
Bedürfnissen nachgehen.
Wir sollten diese
besondere Zeit nutzen. Innehalten und für sich selber sorgen, dass
ist gerade mein Motto. Keiner weiß wohin die wirtschaftliche und
gesellschaftliche Reise geht. Ich denke, dass es in diesem Jahr nicht
nur zu Engpässen beim Toilettenpapier kommen wird. Beispielsweise
wird die Lebensmittelindustrie nicht mehr die sein, die wir kannten.
Die Überproduktionen und Angebotsschwemme zu Billigpreisen wird es
nicht geben. Gerade Gemüse und Obst wird teurer werden, da
Erntehelfer fehlen oder Gemüse im großen Stil gar nicht erst
angebaut werden kann. Schwarzmalerei? Wer weiß.
Ich bin jedenfalls
froh ein Stückchen Land zu haben, um meinen Gemüse- und Obst-Bedarf
selber decken zu können. Ich denke sogar darüber nach, für
Familie, Freunde und Bekannte mehr Lebensmittel anzubauen. Nicht
jeder hat einen Garten hinter der Tür.
Aus diesem Grund bin
ich immer noch in der Planungsphase. Welche Pflanzen müssen
vorgezogen werden? Was wächst schnell. Welche Gemüsesorten können
im Winter eingelagert werden? Es wird ein spannendes Gartenjahr.
Packen wir es an.
Wenn der Frost jetzt erst einmal eine Pause macht, kommen die Steckzwiebeln in die Erde. Ich werde Radieschen und Spinat aussäen, Rukola und Kresse dürfen auch ins Beet. Wahrscheinlich bauen wir das Folienzelt eher auf, damit ich einige Pflanzen vorziehen kann. Dann wird es bald Salat und Kohlrabi geben. Die Erbsen und Zuckerschoten dürfen ab April schon in die Erde. Auch Rote Bete– und Möhren-Samen gehören dann in die Erde. Wie wäre es mit Mairübchen?
Mein Selbstversorgergarten hat immer etwas für eine komplette Mahlzeit zu bieten. Jetzt im Herbst ist der Erntekorb bunt gemischt. Viele Gemüsesorten können lange draußen bleiben und werden frisch nach Bedarf geerntet.
Heute soll es eine Gemüsesuppe geben. Wenn die Blätter von den Bäumen fallen und es draußen ungemütlich wird, tut eine bunte Gemüsesuppe richtig gut. Kommt mit in den Garten, wir gehen ernten:
Frischer Lauch darf in keinem Gemüseeintopf fehlen. Der Lauch bleibt ziemlich lange auf den Beeten. Er kann durchweg geerntet werden. Erst wenn es ernsthaft kalt wird, ziehe ich die Stangen vorsichtig aus dem Boden. Es ist sinnvoll dies an einem trockenen Tag zu machen, sonst ist dies eine ziemlich glitschig, matschige Angelegenheit. Eingeschlagen in Erde, beispielsweise in einem Gewächshaus oder Folienzelt, kann der Lauch noch ein wenig draußen bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, putzt seinen geernteten Lauch und schneidet ihn klein. Anschließend wird er portionsweise für den Winter und das kommende Frühjahr eingefroren.
Auch Möhren halten Kälte gut aus. Man muss allerdings abwägen: Ist die Gefahr des Faulens groß oder sind Fraßschäden zu erwarten, werden Möhren lieber geerntet und in Sandkisten oder einer Erdmiete für den Winter eingelagert. Zum Einlagern wird das Grün nur mit der Hand abgedreht, nicht geschnitten. Es werden nur unbeschädigte Möhren eingelagert. Bis dahin haben meine Möhren zum Glück noch ein Weilchen Zeit. Ab und zu nutze ich sogar neu getriebenes Möhrengrün für den Smoothie. Heute ernte ich zwei große Möhren für die Gemüsesuppe. Diese werden dann geputzt und kleingeschnitten.
Die Sellerieknollen bleiben bei mir ebenfalls lange auf den Beeten. Ich nutze das Grün der Pflanzen für Eintöpfe, Smoothies oder andere würzige Gerichte, wie Gemüsepfannen oder ein Indisches Dal. Wenn der Sellerie geerntet wird, friere ich jüngeres, frisches Grün portionsweise ein. Die Knollen selbst werden ohne dem Laub eingelagert. Für die heutige Suppe pflücke ich zwei Stängel Selleriegrün.
Bis zum Frost können
immer noch Bohnen geerntet werden. Meist sind es nur kleinere Mengen,
die jetzt noch nachwachsen. Für meine Gemüsesuppe pflücke ich je
eine Handvoll Stangenbohnen, Grüne und Gelbe Bohnen.
Zu guter Letzt wähle ich heute die größeren Blätter des Abessinischen Kohls, einer Blattkohlart aus Ägypten. Dieser Kohl ist sehr mild. Er lässt sich leicht anbauen und scheint total unkompliziert immer weiterzuwachsen. Die Blätter des Kohls können roh im Smoothie oder Salat sowie gedünstet in Gemüsepfannen verwendet werden. Da ich für meinen Smoothie eher die jüngeren Blätter verwende, dieser Kohl aber gerade reichlich wächst, kommen die großen Blätter heute mit in die Suppe. Beim Pflücken fällt mir eine neue Idee für die größeren Blätter ein. Gemüsewraps lassen sich sicherlich auch gut aus den großen Blättern wickeln. Aber das machen wir ein anderes Mal.
Anschließen hole
ich noch ein paar große Kartoffeln. Diese sind bereits geerntet und
warten noch darauf in unseren Kartoffelkeller eingelagert zu werden.
Mein Erntekorb für
die Gemüsesuppe:
1 Stange Lauch
5 größere Kartoffeln
Möhren
Selleriegrün (Blätter)
verschiedene Bohnen
Blätter des Abessinischen Kohls
Wenn es sich
anbietet, koche ich für die Familie ein veganes Gericht. Bis auf ein
wenig Sonnenblumenöl sind alle Zutaten aus dem eigenen Garten.
Nachdem das Gemüse gut gewaschen, geputzt und klein geschnippelt wurde, schmore ich zuerst den Lauch und die Möhren in einem neutralen Öl an. Es folgen die Kartoffeln und das kleingeschnittene Selleriegrün. Das schmoren oder anbraten ergibt einen kräftigeren Geschmack. Anschließend wird das Gemüse mit Wasser abgelöscht. Es folgen die Bohnen. Gewürzt wird mit Salz, Pfefferkörner, einem Lorbeerblatt und Gewürzkörner (Piment). Wenn die Kartoffeln und Möhren gar sind, kommen die kleingeschnittenen Blätter des Abessinischen Kohls hinzu. Jetzt kann die Suppe noch ein wenig ziehen und ist dann fertig zum Servieren.
Was könnte alternativ in eine Gemüsesuppe: Kohlrabi, andere Kohlarten wie Rosenkohl, Grünkohl oder Palmkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Rübchen, Pastinaken, Petersilie
Radieschen, Schnittkohl, Salate und Spinat gedeihen auch bei kühlen Temperaturen.
Na klar! Die Gartensaison ist noch lange nicht vorbei. Da der richtige Winter mit Dauerfrost und vielleicht auch etwas Schnee immer später Einzug hält, lohnt es sich die Samentütchen noch einmal rauszusuchen. Generell kann jetzt alles das ausgesät werden, was auch im Frühjahr als erstes in die Erde kommt. Das sind Salate, Radieschen, Rübchen, Spinat und Schnittkohlsorten. Diese können Satzbauweise noch bis in den September hinein ausgesät werden. Auch für kleine Rote-Bete-Knollen ist es noch nicht zu spät. Kohlrabi und neu ausgesäter Mangold wächst auch bei kühleren Temperaturen weiter. Alle Kohlsorten sind sehr Kältetolerant. Beispielsweise kann ein Wirsing, der es nicht mehr bis zum großen Wirsingkopf schafft, vorzeitig oder nach und nach geerntet werden, indem die äußeren Blätter einfach abgeschnitten werden.
Radiechen halten ebenfalls die ersten Nachtfröste durch und können bis in den Herbst hinein wachsen. Die letzten finden samt Blattwerk Verwendung in der Küche.
Schwarzer runder Winterrettich wächst zügig.
Viel Grün erhält man mit Schnittkohl und Asiagemüse wie beispielsweise: Scheerkohl, Red Giant oder Abessinischer Kohl. In der Kräuterecke liefern Rauke und Petersilie bis in den Herbst Vitamine. Wintersalate können ausgesät werden. Einige reifen vielleicht noch vor Weihnachten, der Rest überwintert im Garten und kann im zeitigen Frühjahr oder in milden Wintern durchweg geerntet werden.
Bedenken sollte man auf jeden Fall, dass die Pflanzen jetzt weniger stark wachsen. Mit zunehmender Dunkelheit und fehlender Wärme verlangsamt sich das Wachstum.
Ein
Winterbeet
Theoretisch können all diese Gemüsesorten in ein Frühbeet oder unter Folie/Glas angebaut werden. Dies ist jetzt noch nicht nötig, aber wenn die ersten Fröste kommen, macht sich ein warmes Beet bemerkbar. Wer also auch mit kalten Fingern und Wollmütze im Garten gern unterwegs ist, Platz und Muße hat, sollte jetzt mit der Planung für ein Winterbeet beginnen.
„Zwischen Berg und tiefen, tiefen Tal saßen einst zwei Hasen“ So fühle ich mich zwischen meinen Zöglingen, wie ein kleiner Hase. Links steht ein Teil meiner Stangenbohnen, davor gefüllte Cosmea, die mich mittlerweile überragen. Im Hintergrund wächst Topinambur (gelb blühend). Alle Pflanzen sind aus abgesammelten Samen oder Knollen selbst gezogen.
Das erste Mal in meinem Garten: Physalis
Es sollte ein Test werden. Daraus sind dann mal eben über 10 Pflanzen geworden. Ich bringe es nicht übers Herz kleinen Pflänzchen zu entsorgen. Aus diesem Grund hab ich jetzt einen kleinen Physalis-Wald mit Blüten und schon einigen noch grünen Früchten.
Zucchini und Kürbis nebst Tagetes
Bunte Mischung: Nun endlich starten auch die Zucchinipflanzen durch. Die ersten Aussaaten sind nicht gekeimt. Jetzt wachsen mehrere Sorten neben den Kürbissen. Eine riesige Tagetespflanze lockert das Beet etwas auf. Normal wäre sie über einen Meter hoch. Aber ein Sturm hat sie beizeiten umgeknickt. Nun wächst sie auf dem Boden weiter und streckt die Blüten nach oben.
Biene im Sonnenlicht
Die Bienen schwelgen im Überangebot. Diese Biene darf sich glücklich schätzen. Sie hat die Zucchiniblüte morgens ganz für sich allein.
Erntezeit
Aktuell kann ich an der Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt vorbeigehen. Es ist Erntezeit. Trotz Trockenheit gibt es in diesem Sommer wieder viel zu futtern. Hier nur eine kleine Auswahl: Kohlrabi, Lauch, Tomaten und Wirsing.
Hügelbeet Nr. 3 und 4
Damit ich auch im Herbst und Winter Gemüse aus dem Garten holen kann, werden neue Hügelbeete errichtet. Nr. 3 (links im Bild) ist bereits fertig und mit Mulch bedeckt. Hier pflanze ich verschiedene Kohlsorten. Nr. 4 muss noch mit viel Gartenabfall und Grünresten gefüttert werden. Anschließend kommt eine Schicht Erde oben drauf und zum Schluss Mulchmaterial, damit die Erde feucht bleibt und beim Wässern nicht so stark hinabläuft.
schwarzer Winterrettich
Einer meiner Lieblingsgemüse-Sorten: schwarzer Winterrettich. Für die Herbsternte wächst schon der erste munter auf einem Beet, ebenso wie weißer Rettich und einige Herbstrübchen.
Blüte der Schwarzwurzel
Eine meiner Schwarzwurzelpflanzen hat sich bereits entschieden zu blühen. Ein hoher Stängel, an dem mehrere gelbe Blüten ringsherum wachsen. Die Blüten selber sind in etwa so groß und gelb wie die des Löwenzahns. Auch sie schließen sich zum Abend.
Pure Erholung. Überall blüht es jetzt auf meinem Acker. Hoffentlich bleibt es noch eine Weile so schön bunt.