Die Krux mit den überreifen Bohnen

Der Jahresurlaub ist die schönste Zeit. Meist fällt diese längere Erholungsphase in den Sommer. Das ist jene Zeit, in der das angebaute Gemüse anfängt zu reifen. Die Bohnen fangen an zu blühen, wenn die Taschen gepackt werden. Aus dem Urlaub zurück, findet man nicht nur eine wahrlich grüne Hölle vor sich, es gibt auch allerhand zu ernten. Ähnlich wie bei Frau Holle rufen die Pflanzen: „Ernte mich!“ Aber der Schein trügt. Gerade bei den Bohnen kann es so ausgehen, dass eimerweise Erntegut gepflückt werden könnte. Im Nachgang stellt sich allerdings heraus, dass die Bohnen schon viel zu reif waren und die Schale auch nach längerem Kochen hart und strohig bleibt.

Blaue Kapuziner Bohnen werden beim Kochen grün.

Dieser Enttäuschung kann vorbeugt werden. Bohnen säe ich so aus, dass sie erst nach dem Urlaub reifen. Buschbohnen benötigen mindestens 6 bis 8 Wochen ehe sie erste Früchte tragen. Stangenbohnen benötigen noch etwas länger.

Den Reifegrad testen

Überreife Busch- oder Stangenbohnen erkennt man daran, dass sie recht dick und schon ein wenig weich und sehr biegsam sind. Wenn ich nicht sicher bin, breche ich eine Bohne auseinander, so dass die einzelnen Bohnenkerne zu sehen sind. Füllen diese die komplette Bohnenhülse aus, ist die Bohne nicht zum Weiterverarbeiten im Ganzen geeignet. Wenn ich mir später beim Bohnenschnippeln nicht sicher bin, nutze ich ein weniger schwarfes Messer. Schneidet das Messer leicht durch die Bohne, ist sie gut. Schneidet das Messer nicht oder schwer, kann die Bohne weg.

Überreife Bohnen

Bohnen und Bohnenkerne immer kochen! Roh enthalten sie Blausäure & Phasin. Diese Stoffe sind bei übermäßigem Verzehr giftig.

Ich teste immer erst ein paar Bohnen direkt beim Pflücken. Denn zu reife Bohnen lasse ich einfach hängen und richtig ausreifen. Erst wenn diese trocken sind, werden sie gepflückt und zum Nachtrocknen an einem trockenen, frostfreien Platz eingelagert.

Reife Bohnenkerne können allerdings auch geerntet werden, wenn Sie nicht getrocknet sondern ähnlich wie Erbsen groß und rund sind. Allerdings lassen sich die Bohnenkerne schwer aus der Hülse pulen. Dies ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Die ausgepulten Kerne werden ca. 15 Minuten weichgekocht und können dann als Salatzugabe oder in einem Aufstrich verwendung finden.

Die gut getrockneten Bohnenkerne dienen als Saatgut und zum Verzehr im Winter. Dazu werden die trockenen Kerne aus den Hülsen gepult und in verschiedenen Gerichten verarbeitet. Trockene Bohnenkerne müssen einige Stunden einweichen, bevor sie gekocht werden können. Ich nutze diese für Eintöpfe, Aufstriche und Bratlinge.

Ausblick

Buschbohnen wachsen nach. Wer seine Bohnenpflanzen länger auf dem Beet belässt, entdeckt immer wieder neue Triebe und Blüten. Sie reifen noch einmal zu einer kleinen beschaulichen Menge nach. Je öfter gepflückt wird, desto mehr wird die Pflanze angeregt zu blühen.

Feuerbohnen sind ideale Bohnen zum Trocknen

Ein langer Begleiter ist die Feuerbohne. Sie rankt und sieht sehr dekorativ aus. Sie blüht den ganzen Sommer über bis in den September hinein. Mit ihren unzähligen Blüten wird sie dann sogar zur Bienenfutterpflanze. Die Bohnen reifen ab etwa Juli-August bis zum Frost. Nicht geerntete Bohnen trocknen unterm Laub und können als Trockenbohne für den Winter aufbewahrt werden.

Buschbohnen können bis Anfang August noch einmal nachgesät werden. Je nach dem, wann der erste Frost kommt, können dann Anfang Oktober noch junge Bohnen geerntet werden. Bohnen eignen sich auch als Begrünung für abgeerntete Flächen. Als Gründünger verbleiben Sie auf dem Boden und werden im kommenden Jahr eingearbeitet.

Buchtipps:

Volle Power Hülsenfrüchte: Grüne Proteine satt
Bohnen, Erbsen, Linsen & Co. Vollwertige Rezepte mit Hülsenfrüchten.

Interessante Beiträge

Kann ich jetzt noch etwas säen (August)
August – Die Haupterntezeit beginnt

Offener Garten

Salatblumen

Jedes Gartenjahr ist anders. In diesem Jahr hatte ich viele Salatpflänzchen, die ich auf alle Beete verteilt pflanzte. Ich kann kein Pflänzchen verkommen lassen. Und nicht jedes Pflänzchen wird zum Salatkopf. Es gab schon Jahre, da hatte ich kaum Salatköpfe, trotz vieler Salatpflanzen. Seitdem wachsen in meinem Garten auch viele Pflück- und Schnittsalate.

In diesem Jahr jedoch komme ich mit dem essen und verschenken von Salaten gar nicht recht hinterher. Salat-Köpfe, Schnitt- und Pflücksalate wachsen in Hülle und Fülle. Einige Köpfe gehen jetzt in die Blüte über. Anstatt traurig, stimmt es mich fröhlich. Wunderschön ragen die Blütenansätze empor. Jeden Tag sehen sie anders aus.

Ich lasse immer einige Salatpflanzen in Blüte stehen, um daraus die Samen für das kommende Jahr zu ziehen. Es dauert noch bisschen, aber bald wird es viele kleine meist gelbe Blüten geben in denen sich unzählige Insekten tummeln.

[wp_ad_camp_4]

Im Sommerregen

Einen Abend im Juni stand ich in meinem Gurkenzelt und beobachtete den prasselnden Regen. Eigentlich wollte ich nur schnell eine Gurke für den kommenden Tag holen, vielleicht noch etwas Grünes für den Smoothie pflücken, bevor es richtig anfängt zu gewittern.

Juni 2019

Und als ich da so stand, kurz innehaltend und dem Regen lauschend, bemerkte ich einmal wieder meine Demut vor der Natur. Die gewaltige Übermacht, die Kraft und Fülle der Pflanzen, die mich im Juni wieder und wieder in meine Schranken weisen. Es wird grüner und üppiger, unwegsamer. Unaufhaltsam bahnen sich die Pflanzen ihren eigenen Weg. Stolz müsste man sein. Stolz, solch ein Paradies zu erschaffen und gleichzeitig davon zu leben. Wäre da nicht der Druck. Druck, einen „ordentlichen“ Garten zu bewirtschaften, Druck die Folgekulturen anzulegen. Oder der Ehrgeiz, der sagt: Komm, lass uns noch dies oder jenes ausprobieren oder besser machen. Die Zeit die drängt.

Juni 2017

Der Regen der letzten Tage war so wichtig für unsere Region. Das feuchtwarme Klima ermöglicht jetzt einen enormen Vegetationsschub. Grün wohin man sieht. Beikraut wohin man sieht.

Wimmelbild: Vor Dir sind drei Blumenbeete, eines mit gemischter Blumen-Saat, eines mit Zinnien und eines mit verschiedenen Cosmea-Arten.

Nassen Fußes laufe ich durch den Garten. Eigentlich egal, dachte ich mir. Solange du immer was zum Ernten hast, lass es wachsen. Ich muss nur Platz schaffen für Neues und den kleinen Pflanzen helfen, die im Beikraut sprichwörtlich untergehen. Das Klingt ein wenig nach Kapitulation. Ist es aber nicht. Es ist eher ein zur Ruhe kommen, ein ankommen und geerdet sein. Jedenfalls in diesem Moment.

Juni 2017

Basilikum- und Tomaten-Stecklinge

Basilikum säe ich im Folienzelt aus. Dort wächst das wärmeliebende Kraut gut und üppig. Allein der Geruch beim Streifen der Pflanzen ist eine Wucht. Jetzt ist das Basilikum ca. 30 cm hoch. Erste Blütenknospen zeigen sich. Zeit, ein paar Stängel als Stecklinge zu schneiden. Ich verwende ca. 15 cm lange Triebe. Die unteren Blätter werden in der Küche verwendet, der Rest kommt in ein Wasserglas. Es dauert ca. 14 Tage bis sich kleine feine Wurzeln ausbilden.

Mit den Tomatengeizen halte ich es genauso. Gestern konnte ich erste gut bewurzelte Triebe, nach ersehntem Sommerregen in ein vorbereitetes Beet pflanzen. Tomaten und Basilikum setze ich gern zusammen. Tagetes wären eine weitere förderliche Pflanze für Tomaten.

Diese Art der Stecklings-Vermehrung funktioniert auch mit Minze. Wer seine Minze weitergeben, umsiedeln oder vermehren möchte, pflückt jetzt Triebe und stellt diese ins Wasser. Ideal um mit Gartenfreunden andere Sorten zu tauschen, ohne Wurzeltriebe auszugraben. Zudem sehen die grünen Sträuße in einer Vase richtig schön frisch aus und die unteren einzelnen Blätter können nebenbei Verwendet werden.

Links:

[wp_ad_camp_1]

Anfang Juni

Schwarzwurzeln und Edamame

Etwas Neues auszuprobieren ist für mich ein Lebenselixier. Es könnte ja sonst langweilig werden. 😉 In diesem Jahr wachsen erstmalig Schwarzwurzeln und Edamame in meinem Garten.

Die Schwarzwurzeln hatte ich im zeitigen Frühjahr Anfang März ausgesät und sind seither gut gewachsen. Vor ein paar Jahren hatte ich es schon einmal probiert, allerdings ist damals die Saat nicht aufgegangen oder zwischen zu viel Beikraut mit weggezupft worden. Die Pflanzen wurden seit sie gekeimt sind regelmäßig gemulcht.

Edamame sind frische grüne Sojabohnen und in meiner Gegend nicht frisch erhältlich. Daher liegt es nahe, den gesunden Snack selbst im Garten anzubauen. Gelegt hatte ich die kleinen Bohnensamen wie Buschbohnen. Aktuell wachsen sie gut. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Es sind schon jetzt Recht hübsche Pflanzen. Die Bohnen werden später samt Hülsen gekocht und als Snack ausgezutscht. Die Kerne selbst können aber auch in Salaten oder anderen Gerichten Verwendung finden.

Eigentlich hatte ich vor Linsen, Hirse oder verschiedene Getreide anzubauen, aber das hatte ich schlicht verpasst. Jetzt dürfte es zu spät sein.

Erntezeit

Es gibt schon vieles was geerntet werden kann. Die Gurken im Zelt wachsen munter. Salat kommt jeden Tag auf den Tisch. Ein Kohlrabi und Rote Beete warten noch auf den richtigen Moment. Rote Beete hatte ich im Folienzelt ganz zeitig ausgesät. Ich wollte wissen, wie sich die Pflanzen entwickeln würden. Die Blätter hatte ich fortlaufend für Smoothies gepflückt. Jetzt sind die ersten roten Knollen fast faustgroß und werden in den kommenden Tagen geerntet.

Pflanzzeit

Viele kleine Gemüse- und Blumenpflanzen warten darauf, dass die Witterung besser wird. Gepflanzt wird, wenn es nicht mehr so heiß ist und hoffentlich mehr Regen fällt. Im Folienzelt ausgesäter Lauch konnte allerdings nicht warten. Dieser wäre mir zu groß geworden. Auf die frei gewordene Fläche vom ausgewachsenen Spinat pflanzte ich eine ganze Reihe Lauch und wässerte diesen die letzten heißen Tage gut. Ich bin gespannt, wie die Pflanzen durchkommen.

Lieblingskräuter

Zitronenverbene ist eines meiner liebsten Teekräuter. Bisher hatte ich die nicht winterharte Staude im Kübel. Dort wuchs sie aber nicht so üppig. In diesem Jahr pflanzte ich zwei Stauden auf ein Beet. Eine alte Staude schnitt ich komplett zurück und pflanzte sie ein, eine zweite kaufte ich neu. Die ältere Pflanze treibt erst jetzt neu aus, die neue Staude hat schon ordentlich an Volumen zugelegt.

[wp_ad_camp_4]

Massenhaft gestreifte Krabbeltiere – Hilfe, die Kartoffelkäfer kommen

Kartoffelkäfer können ganz schön flink sein und auch wegfliegen.

Bei den ersten Sonnenstrahlen krabbeln die kleinen Käfer aus der Erde. Manchmal schon bevor überhaupt die erste Kartoffelpflanze wächst. Mit der Zeit werden es dann immer mehr und inzwischen kann ich stündlich durch meine Kartoffeln streifen und finde immer noch neue Käfer.

Wie einst die Alten, laufe ich in gebückter Haltung, mit Strohhut auf dem Kopf und Eimer in der Hand durch die Kartoffelreihen. Noch sind die Kartoffelpflanzen so klein, dass sie kaum Schatten auf die Erde werfen. Bei vorsommerlicher Hitze wird die Erde glühend heiß, sodass ich entweder immer schneller barfuß durch die Reihen flitze oder mir doch lieber vorher meine Schuhe hole. Die kleinen Käfer landen dann barbarisch in einem Eimer mit Wasser, sodass sie nicht wieder herauskrabbeln oder wegfliegen können.

Kartoffelkäfer lassen sich fallen sowie sie eine Erschüttering spüren und stellen sich tot bzw. graben sich in Sand ein.

Leider haben Kartoffelkäfer keine natürlichen Feinde, außer mich und meine Nachbarn. Es gibt so viele Kartoffelkäfer, dass ich einzelne zwischen meinen Fingern zerquetsche, um nicht schon wieder zum Eimer mit den anderen Kartoffelkäfern laufen zu müssen. Eigentlich bin ich sehr friedfertig und sämtliches Krabbelgetier darf auch in meiner Nähe weiterleben. Aber wohin mit den vielen gestreiften Käfern? Wer weiß, wie weit sie fliegen? Wer weiß, welchen Schaden sie woanders anrichten. Tomaten beispielsweise fressen Sie gerne komplett kahl, wenn keine Kartoffelpflanze in der Nähe ist. Auch habe ich schon Kartoffelkäfereier auf Borretsch und anderen Pflanzen gesehen.

Abonniere Ackertantes Newsletter

Viele raten mir ein Gift einzusetzen und die Kartoffeln damit zu besprühen. „Es gibt auch Biologisches zu kaufen.“ Gifte und Insektizide lehne ich strikt ab. Es gibt kein Gift, welches nur die Kartoffelkäfer schädigt und alles andere unbeschadet hinterlässt. Also sammle ich weiter meine Kartoffelkäfer.

Die ersten Eier legen Kartoffelkäfer auf die unteren Blätter der Pflanze

Kartoffelkäfer sind bei Sonnenschein recht aktive Tierchen. Meist sitzen schon zwei gepaart auf einer Pflanze. Neben den Käfern müssen auch die Eier und Larven abgesammelt werden. Die Larven richten den größten Schaden an. Ein Gelege mit Eiern und später Larven kann eine komplette Kartoffelpflanze leer futtern. Die orangefarbenen Eier der Kartoffelkäfer befinden sich an den unteren Blättern auf der Blattunterseite. Sobald die Larven schlüpfen, fangen sie an zu fressen. Die Winzlinge sitzen in den Triebspitzen, geschützt zwischen den Blatttrieben.

Kartoffelkäferlarven sitzen meist geschützt in den Triebspitzen oder Blattachsen

Wenn im weiteren Verlauf des Sommers immer mehr hungrige Larven auf den Pflanzen in orange-roten Tupfen schon aus der Ferne erkennbar sind, werden die Larven in eine Schüssel oder Eimer abgeschüttelt. Dies ist dann effektiver. Wobei dann eigentlich schon nichts mehr effektiv ist, sondern nur noch versucht wird, den Schaden kleiner ausfallen zu lassen. Dabei kommt der befallene Teil der Pflanze in den Eimer mit ein wenig Wasser und wird kräftig geschüttelt. Die meisten Larven fallen dann hinein und plumpsen ins Wasser, wo sie nicht wieder hinauskommen.

Hoffen wir, dass es in diesem Jahr nicht wieder so schlimm wird. Das beste Mittel ist, frühzeitig alle Käfer absammeln, immer wieder und wieder und dann noch einmal … und dann wieder von vorn. 🙂

Mehr zum Thema:

Aktuelle Beiträge

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, kannst du ein Kommentar hinterlassen oder mich und meine Arbeit mit einer kleinen Spende unterstützen.

nützliche Links

Hier bestelle ich:

Dreschflegel Bio-Saatgut
Bingenheimer Saatgut

Schwarze Blattläuse

In diesem Jahr gibt es jede Menge Blattläuse. Warum? Klimawandel, ein zu milder Winter? Blattläuse und andere Insekten, die von uns Ungeziefer genannt werden, kommen immer Mal wieder in großen Mengen vor. Sicherlich gibt es dafür Gründe. Meist liegt ein Ungleichgewicht in der Natur vor. Gute Wachstumsbedingungen und wenig Fressfeinde, würde ich als eines der Hauptgründe nennen.

Wichtig ist, entspannt bleiben. Klar Blattläuse sind ärgerlich. Ganze Pflanzengruppen werden besiedelt und haben es schwer dagegen anzukämpfen. Es sieht verdammt noch einmal unschön aus und verdirbt einem den Appetit an dem heranwachsenden Gemüse.

Dennoch, jegliche Insektengifte lehne ich ab. Erst einmal warte ich ab und beobachte das Geschehen. Marienkäfer fressen Blattläuse. Seit ich diese kleinen Tierchen auch in guter Stückzahl im Garten sehe, bleibe ich locker. Stark befallene Triebspitzen können abgeschnitten und entsorgt werden. Zur Stärkung der Pflanze gibt es Brennnesseljauche (benötigt 2-3 Wochen Zeit). Diese kann 1:10 verdünnt auf die Pflanzen gesprüht oder als Gießwasser verwendet werden. Eine Abkochung aus Brennnesseln (starker Tee) kann schnellere Hilfe leisten. Theoretisch können die Läuse auch abgesammelt werden, dies wäre in diesem Jahr allerdings eine Lebensaufgabe.

Manchmal bestimmen aber auch der richtige Anbau und die Pflege der Pflanzen, wie viele Blattläuse in Erscheinung treten. Bei den Puffbohnen beispielsweise ist entscheidend wann diese ausgesät werden. Ich hatte ein Beet mit Puffbohnen bereits Anfang März angelegt. Dieses ist minimal von Läusen befallen. Ein zweites folgte 3-4 Wochen später. Obwohl ich wusste, dass diese Pflanzen dann mit Läusen besiedelt werden, bin ich nach wir vor optimistisch. Es sieht zwar aktuell ziemlich übel aus, aber die Marienkäfer fressen munter. Ich werde die Pflanzen mit Brennnesseljauche gießen und abwarten. Meist bleiben ein paar Läuse bis die Bohnen ausreifen. Da nur die Kerne in den Hülsen Verwendung finden, gibt es nur minimale Ernteausfälle.

Was noch hilft ist eine Mischkultur. Diese ist zwar aufwendiger, aber im Falle von Schädlingsbefall die ökologischste Variante. Mischkultur bedeutet, dass verschiedene Pflanzen sich ein Beet teilen. Quasi alles durcheinander wächst. Auf meinem Hügelbeet wachsen beispielsweise auch Puffbohnen zwischen anderen Gemüse- und Kräuterpflanzen. Diese Puffbohnen blühen auch und sind noch nicht von Läusen befallen. Gleiches gilt übrigens auch für die Kohlraupen, die im Spätsommer Einzug halten.

Auch interessant der Beitrag zu: Puffbohnen

[wp_ad_camp_4]

Tomatenpflanzen aus Geiztrieben ziehen

Nachschub für den Sommer

Nebentriebe werden auch Geize genannt. Sie wachsen in den Blattachsen.

Tomatenpflanzen sollten jetzt in der Wachstumsphase regelmäßig entgeizt werden. Dies trifft auf alle Salat- und Fleischtomaten zu. Cocktail- und Cherrytomaten müssen nicht entgeizt werden, sofern man diese recht buschig wachsen lassen möchte und den nötigen Platz dazu hat.

Die ersten Triebe meiner Tomatenpflanzen lasse ich gern noch ein Weilchen weiterwachsen. Wenn diese dann 10-15 cm groß sind, knipse ich die Triebe ab und stelle sie in ein mit Wasser gefülltes Gefäß an einen hellen Fensterplatz. Innerhalb von ca. 7 bis 14 Tagen bilden sich Wurzeln. Hat ein Trieb lange Wurzeln ausgebildet (3-5 cm), kann dieser nach draußen an Ort und Stelle gepflanzt werden. Die Pflanzen sollten in den ersten Tagen gut feucht gehalten werden, damit sie optimal anwachsen können.

Im Wasser wurzeln die Triebe innerhalb von 1-2 Wochen.

Diese nachgezogenen Tomatenpflanzen können genauso groß werden, wie ihre Mutterpflanze. Sie bleiben jedoch länger grün und werden nicht so stark von der Braunfäule befallen. Die Früchte reifen etwas später, bis in den Herbst hinein. Daher macht es Sinn, einige Pflanzen in Kübel zu setzen. Diese können bei schlechterem Wetter im Herbst an eine geschützte Stelle gestellt werden.

Warum entgeizt man die Tomatenpflanzen überhaupt? Salat- und Fleischtomaten tragen große Früchte. Dafür benötigt die Pflanze kraft. Umso weniger Triebe die Pflanze hat, desto kräftiger wird die Pflanze und kann die größeren Früchte tragen und rasch ausreifen. Zudem ist es einfacher die Tomatenpflanze an einen Pfahl oder Tomatenstab anzubinden. Das Risiko von Krankheiten wie beispielsweise die Braunfäule wird minimiert, da die Blätter und Früchte schneller abtrocknen können.

Wer viele kleine Cocktail- oder Cherrytomaten liebt, sollte bei diesen Sorten ein paar Seitentriebe stehen lassen. An jeder weiteren Blattachse wachsen neue Blüten und Triebe. Die Blätter dieser Pflanzen werden meist nicht so groß und fleischig, dafür gibt es viele kleine Naschtomaten.

Links:

[wp_ad_camp_4]

Mitten im schönsten Frühling

Plötzlich sind alle Pflanzen und Tiere wieder da. Es summt und wächst unaufhörlich. Die Tage sind länger, die Sonne hat Kraft und sorgt zusammen mit dem abwechselnden Regen für ein üppiges Grün. Wenn im Mai die Temperaturen über 15 Grad Celsius klettern ist die Welt jenseits der Städte und des Asphalts geschäftiger als manch einem lieb ist. Und dennoch lädt diese wundervolle umtriebige Natur einen ein zu verweilen, still zu sitzen, zu lauschen und zu zusehen was die übrigen Erdenbewohner für Energien in sich haben.

Platz zum Entspannen und Beobachten

Im Garten gibt es jetzt gut zu tun. Der Vorfrühling ist vorbei. Auf den ersten Beeten wird schon wieder abgeerntet.
Das Frühbeet beispielsweise, muss abgedeckt werden, da sonst die Pflanzen verbrennen. Der Schnittsalat schießt (geht in die Blüte über) und wird bitter. Der Spinat im Freiland zeigt erste Blütenstände und wird demnächst als Mulchmaterial seine letzte Bestimmung finden. Die größeren Radieschen werden nach und nach geerntet und machen somit Platz im Möhrenbeet. (Radieschen als Markierungssaat, Möhrchen verziehen).

Erste Gemüsebeete

Im Folienzelt wird es jetzt mitunter richtig warm. Die Salate müssen hier ebenfalls bald geerntet werden. Umso mehr Platz die noch verbleibenen Salatköpfe haben, umso besser können sie mit der Feuchtigkeit umgehen und abtrocknen. Anderenfalls fangen sie an von innen zu faulen. Der nach und nach freiwerdende Platz wird von den Gurken benötigt, die jetzt jeden Tag zusehends wachsen.

Gurkenpflanzen einkürzen.

Damit die Gurkenpflanzen nicht nur einen Trieb, sondern im Laufe der Zeit viele Triebe mit noch mehr Gurken austreiben, knipst man den Hauptrieb ab, wenn er knapp 1 m lang ist. Ob Gurken eine Rankhilfe bekommen sollten oder nicht, richtet sich danach, wo sie wachsen. In meinem Folienzelt wird es im Sommer mitunter sehr warm, wenn nicht brütend heiß. Wenn es an mehreren Tagen über 30 Grad Celsius warm ist, verbrennen die rankenden Triebe der Gurkenpflanzen. Triebe, die auf dem Boden wachsen, halten diese Extremtemperaturen besser aus. Wer für ein gleichmäßiges Klima sorgen kann, der sollte seinen Gurken eine Rankhilfe geben. Die Gurken faulen dann nicht so schnell und können einen größeren Raum in Anspruch nehmen.

Sommergemüse pflanzen

Paprika und andere wärmeliebende Sommergemüse können jetzt ins Freie gepflanzt werden. Windgeschützt stehen junge Gemüsepflanzen am liebsten.

Frisches Mulchmaterial

Abgeernteter, schießender Salat und ausgewachsener Spinat sowie das sprießende Unkraut nutze ich für eine Gründüngung und schützende Mulchschicht auf den Gemüsebeeten. Auf meinen Wegen bringe ich eine Schicht Rasenschnitt aus. Dies minimiert das Unkraut. Im Laufe des Jahres verrottet der Rasenschnitt und trägt damit zur Verbesserung des Bodens bei.

Salatvielfalt

Die ersten Kopfsalate reifen. Die letzten Pflück- und Schnittsalate aus dem geschützten Anbau unter Glas und Folie müssen jetzt abgeerntet werden. Freilandsalat wächst jetzt schneller als einem lieb ist.

Wilde Ackerveilchen im Erdbeerbeet

Lasst wachsen …

Was wächst, das wächst. Nach diesem Motto lasse ich viele Pflanzen in meinem Garten ihren selbstgewählten Raum. Vieles wächst wild und somit treu jedes Jahr neu, auch ohne mein Zutun. Dill, Borretsch, Kamille, Ringelblumen, Korn- und Mohnblumen, Ackerveilchen, wilde Petunien, Bienenfreund und Sonnenblumen kommen immer wieder und dürfen bleiben. Manche Pflanzen verpflanze ich an für mich günstigere Stellen, wenn etwas überhandnimmt, wird ausgedünnt.

Wem die Hände, der Rücken und die Knie vom stundenlangen jäten, pflanzen und säen wehtun, der sollte sich dann und wann ein Plätzchen suchen und die Natur genießen …

Hinter unserer Obstbaumwiese im Spreewald

[wp_ad_camp_4]

Radieschen als Markierungssaat

Was das Beschriften oder Markieren von Aussaaten angeht, bin ich eher ein fauler Typ. Allerdings fällt mir auf, dass ich mir nicht mehr alles so gut merke, wie noch vor … egal.

Um nicht ins Chaos zu stürzen, nehme ich mir kleine Stöckchen zur Hand und markiere damit meine Aussaatreihen. Außerdem habe ich mir angewöhnt immer ein Beet komplett zu bestellen. Sprich, wenn ein neues Beet angelegt wird, plane ich die Aussaat für das gesamte Beet, so dass keine Stelle frei bleibt. Als Zwischenmarkierungen verwende ich Radieschen-Samen, für den Fall, dass jemand die Stöckchen herauszieht und an anderer Stelle wieder hineinsteckt. 😉

Beispiel

Ein Beet soll mit drei verschiedenen Sorten Erbsen bestellt werden. Diese säe ich in Reihen aus. Das Beet teile ich der Länge nach in drei Abschnitte. Meine Beete sind ca. 80 – 90 cm breit. In jedem Abschnitt lege ich zwei Reihen mit einem Abstand vom 30 cm an. Zwischen den Abschnitten säe ich Radieschen-Reihen als Abgrenzung quer aus. Bei großen Pflanzen wie Erbsen, verwende ich gern auch zwei Radieschen-Reihen als Abstandshalter. Den Abstand benötige ich später, um zu erkennen, wo die eine Sorte aufhört und die nächste anfängt.

Aussaatplan Erbsenbeet mit 3 verschiedenen Erbsensorten,
Abstandsmarkierung durch Radieschen

Damit der Platz auf dem Beet optimal genutzt wird, kommen an den Rand noch schnellwachsende Pflücksalate oder ich säe Gemüsepflanzen aus, die später einzeln auf andere Beete umziehen.

Gemüse, welches längere Zeit zum Keimen benötigt, wird auch mit einer Markierungssaat gemischt. Ich lernte beispielsweise, dass Möhrensamen mit Kopfsalatsamen gemischt ausgesät werden. Das hat den Vorteil, dass die kleinen Kopfsalatpflanzen einzeln verpflanzt werden können. Unterdessen säe ich allerdings mehrere Reihen verschiedenster Möhrensorten aus. So viel Kopfsalat kann kein Mensch verbrauchen. Somit nutze ich jetzt vorrangig Radieschen-Samen als Markierungssaat.

Möhren in Reihen inkl. Radieschen-Samen als Markierungssaat (1. und 3. Reihe) im Wechsel mit einer Reihe Steckzwiebeln oder Lauch (2. und 4. Reihe).

Vorteile einer Markierungssaat

Radieschen keimen sehr schnell, je nach Witterung innerhalb ein paar Tagen. Die so ausgesäten Reihen sind nach dem Keimen der Radieschen sehr schnell auf dem Beet zu erkennen. Dies erleichtert das Unkrautjäten oder das Ausbringen eine Mulchschicht zwischen den Reihen. Radieschen oder schnellwachsender Pflücksalat helfen als Abstandshalter ausgesät, die Übersicht auf dem Beet zu behalten.

Weitere Infos zu: Radieschen, Radieschen unter Glas und Folie, Radieschen-Blätter Pesto, Petersilie

[wp_ad_camp_4]

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner