Permakultur erleben: Exkursionstag mit Schülern im Garten

Eine Mischung aus Skepsis, Null-Bock-Stimmung und ein bisschen Neugier strahlte die Schülergruppe aus, als sie unseren Permakultur-Garten betrat. Für viele war es sicherlich das erste Mal, dass sie nicht nur über Natur gesprochen haben – sondern plötzlich mittendrin standen. Permakultur erleben – das Motto für einen Praxisworkshop im Spreewald.

Diese Woche durfte ich einen Exkursionstag mit Schülern im Alter von 16 und 18 Jahren gestalten. Eine neue Herausforderung – und gleichzeitig ein Moment, der mir wieder einmal gezeigt hat, wie wichtig echte Naturerfahrungen gerade für Jugendliche sind.

Gartengerätekunde für Teenager

Was bedeutet Permakultur? Einfach erklärt für Einsteiger

Permakultur ist weit mehr als nur „Gärtnern ohne Chemie“. Es ist eine Einstellung. Ein bewusstes Gestalten von Lebensräumen, die sich an natürlichen Kreisläufen orientieren. Statt gegen die Natur zu arbeiten, lernen wir mit ihr zu planen, zu gestalten und zu leben.

Im Zentrum stehen dabei drei ethische Grundsätze:

  • Verantwortung für die Erde übernehmen (earth care)
  • Verantwortung für unsere Mitmenschen übernehmen (people care)
  • Gerechte Verteilung (Fair Share)

Und genau diese Werte haben wir an diesem Tag gemeinsam greifbar gemacht.

Totholz-Tipi im kleinen Waldgarten

Permakultur erleben mit Schülern: Lernen durch praktische Erfahrung

Nach einer Einführung in die Zonen der Permakultur – die bewusste Einteilung eines Gartens nach Nutzungsintensität – ging es direkt in die Praxis. Denn gerade Teenager lernen durch echtes Erleben besser, als durch lange Vorträge.

Praktische Projekte im Permakultur-Garten

Die Schüler konnten Permakultur direkt erleben und selbst aktiv werden. Wir bildeten vier Teams.

  • Ein Team plante und baute ein Totholz-Tipi – ein wertvoller Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Dabei stand die Platzwahl ebenso im Fokus, wie die Auswahl der unterschiedlichen Materialien.
  • Das zweite Team errichtete eine Steinpyramide und lernte dabei ganz nebenbei, wie wichtig Strukturvielfalt für die Biodiversität ist. Auch hier war die Standort-Auswahl von großer Bedeutung. Neben Kraft und handwerklichem Geschick übten sich die Teenies auch in Ausdauer.
  • Das dritte Team suchte geeignetes Mulchmaterial und versorgte damit unsere Erdbeerbeete – ein praktisches Beispiel für Bodenschutz, Wasserspeicherung und Humusaufbau.
  • Das vierte Team setzte eine Brennnessel-Jauche an – ein natürlicher Dünger, der zeigt, wie wir vorhandene Ressourcen sinnvoll nutzen können. Es wurden Brennnesseln gesucht. Diese sollten „geerntet“ und zu einer Jauche angesetzt werden.

Jedes Team bekam von mir eine Anleitung und praktische Unterstützung. Sie hatten aber auch genügend Zeit, um selbst kreativ zu werden und eigene Ideen zu entwickeln. Am Ende stellte jedes Team das entstandene Projekt und das Gelernte bzw. Erfahrene den übrigen Teilnehmern vor.

Steinpyramide für Reptilien und andere kleine Lebewesen in der Sanddornhecke

Permakultur Prinzipien – plötzlich ganz praktisch

Was vorher vielleicht abstrakt klang, wurde beim Tun plötzlich lebendig:

  • Biodiversität fördern, indem wir Lebensräume schaffen
  • Ressourcen nutzen, die direkt vor unserer Nase wachsen
  • Geduld lernen, weil nicht alles sofort sichtbar wird und sofort funktioniert
  • Integration statt Ausgrenzung, indem jedes Element und jedes Lebewesen eine Funktion erfüllt
  • Vielfalt fördern, jedes Lebewesen, jede Pflanze ist willkommen

Besonders spannend war zu beobachten, wie sich der Blick der Jugendlichen im Laufe des Tages verändert hat. Anfangs noch distanziert – später dann immer offener, neugieriger, lebendiger.

gemulchte Erdbeerreihen

Wenn Regenwürmer plötzlich spannend werden

Ein echtes Highlight der Permakultur-Exkursion war der Kompost. Die Begeisterung für Regenwürmer war größer als erwartet – und zeigt, wie wichtig direkte Naturerfahrung ist. Plötzlich wurde gestaunt, beobachtet, gefragt. Genau hier entsteht echtes Verständnis für Bodenleben und nachhaltiges Gärtnern.

Auch unsere halbwilde Zone (Zone 4 bis 5) rund um den naturbelassenen Teich hatte eine besondere Wirkung auf die Teenies. Dort, wo die Natur noch Natur sein darf, wurden die Jugendlichen entspannter, offener und kreativer. Ein Raum, der nichts fordert und doch so viel gibt. Das zu beobachten, hat mich nachhaltig bestätigt und gibt mir Hoffnung.

Unterschiedlichen Materialien für mehr Biodiversität

Permakultur ist Erleben – nicht nur Wissen

Zum Abschluss saßen wir gemeinsam am kleinen Lagerfeuer. Müde, ein bisschen schmutzig und mit den ein oder anderen Kratzern, aber zufrieden. Und genau so fühlt sich ein guter Tag im Garten an.

Gerade Jugendliche profitieren von Naturerfahrungen wie der Permakultur. Sie erleben Selbstwirksamkeit: Ein selbst gebautes Totholz-Tipi, ein gemulchtes Beet oder eine angesetzte Pflanzenjauche zeigen sofort Wirkung. Gleichzeitig lernen sie, Verantwortung zu übernehmen und natürliche Kreisläufe zu verstehen – etwas, das im Alltag oft verloren geht.

Für mich war dieser erste Exkursionstag mehr als nur ein „Programm“. Es war ein echtes Miteinander, ein Lernen auf Augenhöhe und ein kleiner Schritt zurück zu dem, was uns oft verloren geht: die Verbindung zur Natur.

Kreative Ideen: „Das 20-Zimmer-Appartment“

Lust, Permakultur selbst zu erleben?

Wenn du jetzt neugierig geworden bist:
Unser Selbstversorger- und Permakultur-Garten liegt mitten im Spreewald – und ist offen für alle, die naturnahes Gärtnern nicht nur verstehen, sondern erleben möchten.

Ob Führung oder Workshop – ich nehme dich gern mit auf diese Reise und zeige dir, wie vielfältig, lebendig und erfüllend ein Garten sein kann, der im Einklang mit der Natur wächst.

Meine Angebote sind geeignet für Schulklassen, Gruppen oder alle, die naturnahes Gärtnern kennenlernen möchten.

Jetzt Termin anfragen und Permakultur hautnah erleben!

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