Erbsen in der Permakultur: Fünffacher Nutzen aus einer Aussaat

Im Herbst säe ich einfache Bio-Trockenerbsen in abgeerntete Beete. Was zunächst wie eine unscheinbare Gründüngung aussieht, entwickelt sich im Laufe eines Gartenjahres zu einem echten Multitalent. Die Erbsen liefern frisches Wintergrün a la Microgreens, eine Erbsen-Ernte im Frühjahr, natürlichen Dünger für den Boden, neues angepasstes Saatgut und sogar Mulch für das Beet.

Für mich sind Erbsen deshalb eine der spannendsten Pflanzen in der Permakultur. Mit wenig Aufwand erfüllen sie mehrere Aufgaben gleichzeitig und zeigen eindrucksvoll, wie natürliche Kreisläufe im Garten funktionieren können.

Erbsen als Wintergrün/Microgreens im Permakultur-Garten

Nach der Herbsternte bleiben viele Beete leer zurück. In der Permakultur wird jedoch versucht, den Boden möglichst selten unbedeckt zu lassen.

Neben Wintergemüse wie: Spinat, Asiasalate und Salatrauke säe ich im Herbst auch Erbsen aus. Dafür weiche ich die Trockenerbsen über Nacht ein und säe sie anschließend dicht in Reihen. Die Methode erinnert ein wenig an die Anzucht von Microgreens auf der Fensterbank. Schon nach kurzer Zeit erscheinen die ersten zarten Triebe.

Während der kalten Jahreszeit und bis ins Frühjahr hinein können die jungen Triebspitzen regelmäßig geerntet werden. Sie schmecken mild, leicht süßlich und bringen frisches Grün im Winterhalbjahr auf den Teller.

Erbsen Ende November: Triebspitzen können im Winterhalbjahr geerntet werden.

Mehr Ernte durch kräftige Verzweigung

Im Frühjahr legen die Pflanzen richtig los.

Durch die wiederholte Ernte einzelner Triebspitzen verzweigen sich die Erbsenpflanzen und wachsen besonders buschig. Die Pflanzen bilden anschließend zahlreiche Blüten und später eine überraschend große Anzahl an Schoten.

Aus einer einfachen Herbstaussaat wird so eine vollwertige Gemüseernte im Frühling noch bevor die ersten Zuckerschoten reif sind. Genau dieser Mehrfachnutzen macht Erbsen für die Permakultur so interessant.

Schnellstart im Frühling: Die Erbsen wachsen rasch, sobald es wärmer wird.

Warum ich gern Erbsen statt Zuckerschoten verwende

Oft werde ich gefragt, ob diese Methode auch mit Zuckerschoten funktioniert. Grundsätzlich ja, je nachdem wie kalt und feucht es im Winter wird. Dennoch verwende ich bewusst normale Erbsen, sogenannte Schalerbsen.

Zuckerschoten werden vor allem wegen ihrer zarten, essbaren Hülsen angebaut. Sie werden jung geerntet und gegessen. Die Zuckerschoten-Pflanzen sind leider nicht so robust wie Erbsen und werden bei uns eher im Frühling angebaut.

Schalerbsen hingegen lassen sich über verschiedene Entwicklungsstadien nutzen: als zarte Triebe im Winter, als junge Erbsen im Frühjahr und schließlich als voll ausgereifte Körner für Saatgut oder die Küche.

Auch eine Aussaat im Spätsommer ist bei den Erbsen möglich. Zuckerschoten hingegen können im Spätsommer bis Herbst leichter vom Mehltau befallen werden.

Wenn die Hülsen der Erbsen noch frisch und knackig sind, sind auch die Erbsen darin besonders zart. Sie können direkt vom Beet genascht oder gekocht werden. Sehr junge Schoten lassen sich ebenfalls essen, auch wenn sie deutlich fester sind als die der Zuckerschoten.

Wenn du den Unterschied genauer kennenlernen möchtest, findest du dazu einen eigenen Beitrag: Der Unterschied zwischen Zuckerschoten und Erbsen

Natürliche Stickstoffdüngung durch Leguminosen

Ein besonders wichtiger Vorteil von Erbsen liegt unter der Erde verborgen.

Erbsen und Zuckerschoten gehören zu den Leguminosen. An ihren Wurzeln leben sogenannte Knöllchenbakterien. Gemeinsam mit der Pflanze können sie Stickstoff aus der Luft binden und in eine Form umwandeln, die später auch anderen Pflanzen zugutekommt. Gleichzeitig lockern die Wurzeln den Boden und fördern das Bodenleben.

Dadurch eignen sich Erbsen hervorragend als Gründüngung und tragen dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu verbessern. Besonders Starkzehrer wie Kohl, Kürbis oder Sellerie profitieren von den Bedingungen, die die Erbsen hinterlassen.

In meinem Garten folgt auf die Erbsen häufig eine Kohlpflanzung. Bis dahin haben die Pflanzen bereits wertvolle Vorarbeit geleistet und den Boden auf natürliche Weise vorbereitet.

Erste Ernte – Ende Mai bis in den Juni

Eigenes Saatgut gewinnen

Ein Teil der Schoten bleibt an den Pflanzen.

Diese Erbsen dürfen vollständig ausreifen und trocknen. So entsteht ohne zusätzlichen Aufwand neues Saatgut für die nächste Aussaat. Wenn du samenfeste Sorten verwendest, kannst du diesen Kreislauf Jahr für Jahr fortführen.

Auch das ist ein wichtiger Grundgedanke der Permakultur: Ressourcen im eigenen Garten zu erhalten und möglichst unabhängig zu wirtschaften.

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Mulchen statt Abräumen

Nach der Ernte endet die Arbeit der Erbsen noch nicht.

Die abgestorbenen Pflanzen bleiben einfach auf dem Beet liegen. Sie schützen den Boden vor Austrocknung, liefern organisches Material und dienen als natürlicher Mulch.

Anstatt Pflanzenreste zu entsorgen, verbleiben die Nährstoffe dort, wo sie gebraucht werden. Die Natur kennt keinen Abfall – und genau diesen Kreislauf können wir uns im Garten zunutze machen.

Zahlreiche Schoten

Die fünf Vorteile von Erbsen in der Permakultur

Mit einer einzigen Aussaat lassen sich gleich mehrere Ziele erreichen:

  • frisches Wintergrün ernten
  • Erbsen im Frühjahr und Frühsommer ernten
  • den Boden mit Stickstoff anreichern und lockern
  • eigenes Saatgut gewinnen
  • Mulchmaterial direkt auf dem Beet erzeugen

Warum Erbsen perfekt zur Permakultur passen

Wer Erbsen im Gemüsegarten anbauen möchte, erhält mit dieser Methode weit mehr als nur eine Ernte. Die Pflanzen verbessern gleichzeitig den Boden, liefern neues Saatgut und erzeugen wertvolles Mulchmaterial.

Für mich sind Erbsen deshalb ein Paradebeispiel für gelebte Permakultur. Sie bedecken den Boden, liefern Nahrung, fördern die Bodenfruchtbarkeit und unterstützen natürliche Kreisläufe. Aus ein paar gewöhnlichen Trockenerbsen entsteht so ein System, das Jahr für Jahr fast von selbst funktioniert.

Genau solche Lösungen machen auf deinen Garten zukunftsfähig: weniger Arbeit, mehr Ernte und ein Boden, der mit jeder Saison lebendiger wird.

Hättest du gedacht, dass eine einzige Aussaat von Erbsen fünf verschiedene Aufgaben im Garten übernehmen kann?

Übrigens: Erbsen kannst du auch vom zeitigen Frühling bis zum Herbstanfang aussäen. So erntest du fortlaufend frische grüne Proteine!

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Permakultur verstehen: Vorteile & Prinzipien einfach erklärt

Ich sehe ein Paradies, andere eine grüne Hölle. Pures Leben, eine bunte Vielfalt und üppiges, gesundes Wachstum erwarten dich im Permakultur-Garten. Du siehst zahllose Schmetterlinge. Vögel zwitschern in den Bäumen. Der Boden ist locker, weich, humos und voller nützlicher Helfer. Dir wird schnell klar: Permakultur ist weit mehr als reine Gartenarbeit.

Permakultur beginnt mit einer Entscheidung für das Leben als Ganzes. Der Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen – für die Erde, für uns selbst und für die Kinder unserer Kinder.

Was ist Permakultur?

Permakultur ist ein nachhaltiges Gestaltungskonzept für Gärten, Landwirtschaft und Lebensweise. Ziel ist es, natürliche Kreisläufe zu nutzen, fruchtbare Böden aufzubauen und dauerhaft stabile, vielfältige Ökosysteme zu schaffen.

Permakultur steht für „permanente Kultur“ oder „dauerhafte Landwirtschaft“.

Permakultur beginnt im Kopf

In unserer Welt scheint alles schneller, unpersönlicher und minderwertiger zu werden. Es geht um mehr Ertrag, mehr Wachstum, mehr Effizienz. Doch die Natur kennt kein grenzenloses „mehr“. Sie kennt Gleichgewicht, Kreisläufe und Anpassung. Mutter Natur nutzt vorhandene Kreisläufe, um Bestehendes zu bewahren und sich weiterzuentwickeln. Sie kennt Ruhephasen und nutzt, was bereits vorhanden ist.

Permakultur bedeutet, diese Kreisläufe wieder zu verstehen und sie bewusst im gesamten Alltag zu integrieren. Naturnah gärtnern: Statt gegen die Natur zu kämpfen, arbeiten wir mit ihr. Statt Böden auszulaugen, bauen wir sie auf. Statt Schädlinge zu vernichten, fördern wir Gleichgewichte. Wir teilen, was im Überfluss vorhanden ist und fördern damit das Miteinander in unserer Gesellschaft.

Mischkultur

Die drei ethischen Grundlagen der Permakultur:

  • Verantwortung für die Erde übernehmen (earth care)
  • Verantwortung für unsere Mitmenschen übernehmen (people care)
  • Gerechte Verteilung / Begrenzung von Konsum und Wachstum (Fair Share / Return of the Surplus)

Fünf R´s für nachhaltiges Gärtnern und Handeln im Sinne der Permakultur:

  • Refusing: Überflüssigen Konsumgütern widerstehen
  • Reducing: Reduzieren von Ressourcen wie: Energie, Materialien und Müll
  • Reusing: Gegenstände mehrfach verwenden
  • Repairing: Kaputte Gegenstände und Dinge reparieren
  • Recycling:  Aus scheinbar wertlosen Dingen entstehen durch Upcycling neue Gebrauchsgegenstände.

Die Permakultur-Prinzipien können und sollen auf alle Bereiche des Lebens angewandt werden. Diese Philosophie orientiert sich an der Natur und dem ursprünglichen gesellschaftlichen Leben. Sie entsteht durch Beobachtung und daraus abgeleitetes, bewusstes Handeln. Die Permakultur ist nicht auf Ertragsoptimierung aus, sondern fördert alle Funktionen im System gleichermaßen.

Die Vorteile der Permakultur – was sich wirklich verändert

Wenn du anfängst im Sinne der Permakultur zu handeln und zu gärtnern, wirst du schnell Veränderungen bemerken. Dein Garten wird lebendiger und dein Blick auf die Dinge rings herum wird ein anderer sein.

Fruchtbare Böden statt ausgelaugter Erde

Der Boden wird zum Mittelpunkt. Humusaufbau, Mulchschichten, Kompost – das sind die Grundlagen für einen lebendigen Garten. Ein humusreicher Boden speichert Wasser, bindet CO₂ und versorgt Pflanzen beständig mit Nährstoffen.

Das Umgraben oder Pflügen ist in meinem Selbstversorgergarten schon mehrere Jahre tabu. Mein Beitrag „Hat der Spaten ausgedient?“ vom Januar 2022 zeigt, wie meine ersten Überlegungen zu großen Veränderungen führten. Schon im Mai 2022 folgten weitere Maßnahmen, die ich im Beitrag: „Ein Kartoffelacker in Umstellung auf Permakultur“ festgehalten habe. Heute, vier Jahre später, sieht unser Acker und der Kartoffelanbau komplett anders aus. Seither optimiere ich eine Mischkultur mit Kartoffeln und Gemüse sowie den Fruchtfolgewechsel. Die Ernten bessern sich von Jahr zu Jahr.

Gemulchte Kartoffelreihen

Weniger Arbeit durch kluge Planung

Was paradox klingt, wird in der Praxis spürbar: Ein gut geplanter Permakultur-Garten macht weniger Arbeit

  • Kurze Wege
  • Dauerhafte Strukturen
  • Mehrjährige Pflanzen
  • Selbstregulierende Systeme

Du erkennst die Vorteile nicht sofort – aber mit jedem Jahr wird die Gartenarbeit einfacher.

Mehr Biodiversität

Wo Vielfalt herrscht, entsteht gesunde Stabilität: Wildobsthecken, Blühpflanzen, Totholz, Wasserstellen – sie alle bringen Insekten, Vögel und Kleinsäuger zurück. Und mit ihnen stellt sich ein Gleichgewicht ein, das Pflanzenschutzmittel überflüssig macht.

Eine einfache Wildobsthecke aus Hasel, Schlehe, Weißdorn und Holunder kann bereits nach wenigen Jahren zu einem kleinen essbaren Ökosystem werden. Vögel finden hier Nistplätze, Insekten Nahrung und der Garten gewinnt an Struktur. Aber nicht nur das, unsere Wildobsthecke(n) speichern auch Feuchtigkeit und regulieren die Temperatur im Hochsommer. Es entsteht ein geschütztes Mikroklima rings um die Hecken.

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Teilweise Selbstversorgung

Dein Permakultur Garten schenkt dir Unabhängigkeit. Frisches Gemüse, Obst und (Wild)Kräuter – geerntet im richtigen Moment. Die Selbstversorgung beginnt vielleicht klein. Aber sie wächst mit dem Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten.

Schon ein kleines Beet mit Mischkultur aus Salat, Kräutern, Mangold und Radieschen kann über viele Wochen hinweg frische Ernte liefern – direkt vor deiner Küchentür.

Überschüsse teilen

Permakultur endet nicht am Gartenzaun. Du kannst Samen tauschen, Erfahrungen weitergeben und Ernte teilen. Es entsteht Gemeinschaft – leise, freundlich und nachhaltig.

Warum Permakultur Geduld braucht

Permakultur braucht Beobachtung, Zeit und Ausdauer.

Ein neu angelegter Kompost liefert nicht sofort fruchtbare humose Erde. Ein gepflanzter Obstbaum trägt nicht im ersten Jahr reichlich Früchte. Eine Wildblumenwiese entwickelt sich mit der Zeit. Und genau darin liegt die Kraft: Permakultur denkt in Jahrzehnten – nachhaltig und vorausschauend.

Sie ist dein Generationenprojekt.

Ein Garten als Hoffnungsschimmer

Schon kleine Veränderungen wie Mulchschichten, Mischkultur oder neu angelegte Schutzräume bewirken eine Verbesserung des Gartenklimas. Permakultur zeigt, dass große Veränderungen im Kleinen beginnen.

Es braucht Mut, anders zu denken und kluge Entscheidungen zu treffen.

Jeder Garten kann ein Anfang sein, ob groß oder klein.

Rankgerüst aus Holzschnitt, gemulchte Freiland-Tomaten

Permakultur im Alltag – fünf einfache Beispiele aus dem Garten

1. Mulchen statt nackter Erde

Ein einfaches Prinzip der Permakultur ist die dauerhafte Bodenbedeckung. In meinem Garten bleibt kaum ein Beet ungemulcht. Eine Mischung aus Laub, Wiesenschnitt und Pflanzenresten schützt den Boden vor Austrocknung, fördert das Bodenleben und sorgt ganz nebenbei für neuen Humus.

2. Mischkultur im Gemüsebeet

In meinem Gemüsegarten wachsen Möhren und Zwiebeln immer nebeneinander. Die Zwiebeln vertreiben mit ihrem Duft die Möhrenfliege, während die Möhren der Zwiebelfliege weniger Chancen lassen. Solche Pflanzengemeinschaften tragen zur Gartengesundheit bei ohne mit Chemikalien arbeiten zu müssen.

Viele Pflanzen gehen dabei sogar Symbiosen ein. Sie helfen sich untereinander. Das klassische Mischkultur-Beet ist ein Inka-Beet oder auch Indianerbeet genannt. Es kommt aus Lateinamerika und besteht aus den 3 Schwestern: Mais, Bohnen und Kürbis. Die Bohnen nutzen den Mais, um empor zu ranken. Im Gegenzug reichern sie Stickstoff im Boden an. Der Kürbis beschattet mit seinen Blättern den Boden und verhindert die Austrocknung.

3. Ein Küchengarten in Hausnähe

Direkt vor der Haustür wächst ein kleines Beet mit Salaten, Kräutern, Radieschen und Mangold. Weil der Weg so kurz ist, wird hier fast täglich geerntet. Genau dafür ist in der Permakultur die Zone 1 gedacht: Lebensmittel, die oft gebraucht werden, wachsen möglichst nah am Haus.

Das ist natürlich nicht immer machbar. Aber auch ich habe an meiner Terrasse die wichtigsten Küchenkräuter kultiviert. Einfach damit es schnell geht.

4. Eine Benjeshecke als Lebens- und Schutzraum

Totholzhecken haben den Vorteil, dass Rückschnitte und Holzbruch schnell an einem nahegelegenen Platz untergebracht werden können. Dort entwickelt sich mit der Zeit ein natürlicher Lebensraum für viele Käfer und Insekten. Auch Kleinlebewesen finden hier Unterschlupf. Zudem kann eine Benjeshecke den Permakultur-Garten vor äußeren Einflüssen schützen und den Garten in kleinere Räume einteilen.

Benjeshecke: Lebensraum & Strukturgeber

5. Ein Hügelbeet aus Gartenresten

Aus Ästen, Laub, Rasenschnitt, Kompost und Gartenerde lässt sich ein fruchtbares Hügelbeet aufbauen. Während das Material im Inneren langsam verrottet, entstehen Wärme und Nährstoffe. Viele Gemüsearten wachsen darauf besonders kräftig – und Gartenabfälle werden sinnvoll genutzt.

Hügelbeete haben in meinem Garten eine längere Tradition. 2018 legte ich mein erstes Hügelbeet an und ich wurde mit totaler Ablehnung meiner Mitmenschen konfrontiert. Heute sind Hügelbeete feste Bestandteile meiner Gartenstruktur, nützlich, fruchtbar und einfach in der Handhabung.

Lies dazu: Vor- und Nachteile eines Hügelbeetes

Permakultur-Element: Hügelbeet

Fragen und Antworten zur Permakultur

Was ist Permakultur einfach erklärt?

Permakultur ist ein nachhaltiges Gestaltungskonzept für Gärten, Landwirtschaft und Lebensräume. Ziel ist es, natürliche Kreisläufe zu nutzen, fruchtbare Böden aufzubauen und stabile Ökosysteme zu schaffen. Statt gegen die Natur zu arbeiten, werden ihre Prozesse beobachtet und gezielt genutzt.

Was sind die Grundprinzipien der Permakultur?

Die Permakultur basiert auf drei ethischen Grundsätzen:

  • Sorge für die Erde (earth care)
  • Sorge für die Menschen (people care)
  • Teile gerecht, was im Überfluss vorhanden ist (fair share)

Darauf aufbauend werden natürliche Kreisläufe genutzt, Ressourcen geschont und vielfältige, stabile Lebensräume geschaffen.

Was bringt Permakultur im eigenen Garten?

Ein Permakultur Garten kann viele Vorteile bringen:
Der Boden wird fruchtbarer, Pflanzen wachsen widerstandsfähiger und der Pflegeaufwand kann mit der Zeit deutlich sinken. Gleichzeitig entstehen wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere.

Kann jeder einen Permakultur Garten anlegen?

Ja. Permakultur lässt sich auf nahezu jedem Stück Land oder auch auf dem Balkon umsetzen. Wichtig ist vor allem, die natürlichen Gegebenheiten zu beobachten und Schritt für Schritt passende Elemente zu integrieren.

Ist Permakultur viel Arbeit?

Am Anfang braucht Permakultur etwas Planung und Geduld. Doch ein gut gestalteter Permakultur Garten arbeitet im Verlauf der Zeit immer stärker mit natürlichen Kreisläufen. Dadurch kann der Pflegeaufwand langfristig sogar sinken.

Welche Pflanzen eignen sich für Permakultur?

Besonders gut eignen sich robuste, standortangepasste Pflanzen. Dazu gehören viele Kräuter, Beerensträucher, Obstbäume und mehrjährige Gemüsepflanzen. Auch Wildpflanzen spielen eine wichtige Rolle, weil sie Insekten Nahrung bieten und das ökologische Gleichgewicht stärken.

Was ist der Unterschied zwischen Permakultur und Bio-Garten?

Ein Bio-Garten verzichtet hauptsächlich auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel. Permakultur geht einen Schritt weiter: Hier wird der Garten als ganzes Ökosystem gesehen, in dem Pflanzen, Tiere, Boden und Wasser miteinander im Gleichgewicht stehen.

Warum ist Permakultur wichtig für die Zukunft?

Permakultur hilft dabei, fruchtbare Böden aufzubauen, Wasser zu speichern und die Artenvielfalt zu fördern. Gerade in Zeiten von Klimawandel und Artensterben kann sie einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigen und widerstandsfähigen Lebensräumen leisten.

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Permakultur erleben: Exkursionstag mit Schülern im Garten

Eine Mischung aus Skepsis, Null-Bock-Stimmung und ein bisschen Neugier schwappte zusammen mit der Schülergruppe aus dem Bus, der vor unserem Permakultur-Garten hielt. Für viele der Schüler war es sicherlich das erste Mal, dass sie nicht nur über Natur gesprochen haben – sondern plötzlich mittendrin standen. Permakultur erleben – so hieß das Motto für einen Schüler Praxisworkshop im Spreewald.

Diese Woche durfte ich einen Exkursionstag mit Schülern im Alter von 16 und 18 Jahren gestalten. Eine neue Herausforderung – und gleichzeitig ein Moment, der mir wieder einmal gezeigt hat, wie wichtig echte Naturerfahrungen gerade für Jugendliche sind.

Im Folgenden erfährst du, wie außerschulisches Lernen und der Kontakt zu unberührter Natur schon in kürzester Zeit zu einem friedvollen Miteinander führt. Die Schulklasse lernte u. a. Biodiversität, Integration und Vielfalt unter komplett neuen Denkansätzen kennen.

Permakultur erleben – genau das durften Jugendliche bei einem Exkursionstag im Spreewald.
Viele Menschen, besonders die jungen, verlieren heute den Bezug zur Natur. Umso wichtiger ist es, Lernräume zu schaffen, in denen sie wieder mit allen Sinnen erfahren können, wie natürliche Kreisläufe funktionieren.

Gartengerätekunde für Teenager

Was bedeutet Permakultur? Einfach erklärt für Einsteiger

Permakultur ist weit mehr als nur „Gärtnern ohne Chemie“. Es ist eine Einstellung. Ein bewusstes Gestalten von Lebensräumen, die sich an natürlichen Kreisläufen orientieren. Statt gegen die Natur zu arbeiten, lernen wir mit ihr zu planen, zu gestalten und zu leben.

Im Zentrum stehen dabei drei ethische Grundsätze:

  • Verantwortung für die Erde übernehmen (earth care)
  • Verantwortung für unsere Mitmenschen übernehmen (people care)
  • Gerechte Verteilung (Fair Share)

Und genau diese Werte haben wir an diesem Tag der Permakultur Exkursion gemeinsam greifbar gemacht.

Totholz-Tipi im kleinen Waldgarten

Permakultur erleben mit Schülern: Lernen durch praktische Erfahrung

Nach einer Einführung in die Zonen der Permakultur – die bewusste Einteilung eines Gartens nach Nutzungsintensität – ging es direkt in die Praxis. Denn gerade Teenager lernen durch echtes Erleben besser, als durch lange Vorträge.

Praktische Projekte im Permakultur-Garten

Die Schüler konnten Permakultur direkt erleben und selbst aktiv werden. Wir bildeten vier Teams.

  • Ein Team plante und baute ein Totholz-Tipi – ein wertvoller Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Dabei stand die Platzwahl ebenso im Fokus, wie die Auswahl der unterschiedlichen Materialien.
  • Das zweite Team errichtete eine Steinpyramide und lernte ganz nebenbei, wie wichtig Strukturvielfalt für die Biodiversität ist. Auch hier war die Standort-Auswahl von großer Bedeutung. Neben Kraft und handwerklichem Geschick übten sich die Teenies auch in Ausdauer.
  • Das dritte Team suchte geeignetes Mulchmaterial und versorgte damit unsere Erdbeerbeete – ein praktisches Beispiel für Bodenschutz, Wasserspeicherung und Humusaufbau.
  • Das vierte Team setzte eine Brennnessel-Jauche an – ein natürlicher Dünger, der zeigt, wie wir vorhandene Ressourcen sinnvoll nutzen können. Es wurden Brennnesseln gesucht. Diese sollten „geerntet“ und zu einer Jauche angesetzt werden.

Jedes Team bekam von mir eine Anleitung und praktische Unterstützung. Sie hatten aber auch genügend Zeit, um selbst kreativ zu werden und eigene Ideen zu entwickeln. Am Ende stellte jedes Team das entstandene Projekt und das Gelernte bzw. Erfahrene den übrigen Teilnehmern vor.

Steinpyramide für Reptilien und andere kleine Lebewesen in der Sanddornhecke

Permakultur Prinzipien – praktisches Lernen mit Schülern

Was vorher vielleicht abstrakt klang, wurde beim Tun plötzlich lebendig:

  • Biodiversität fördern, indem wir Lebensräume schaffen
  • Ressourcen nutzen, die direkt vor unserer Nase wachsen
  • Geduld lernen, weil nicht alles sofort sichtbar wird und sofort funktioniert
  • Integration statt Ausgrenzung, indem jedes Element und jedes Lebewesen eine Funktion erfüllt
  • Vielfalt fördern, jedes Lebewesen, jede Pflanze ist willkommen

Besonders spannend war zu beobachten, wie sich der Blick der Jugendlichen im Laufe des Tages verändert hat. Anfangs noch distanziert und gelangweilt – später dann immer offener, neugieriger, lebendiger.

gemulchte Erdbeerreihen

Wenn Regenwürmer plötzlich spannend werden

Ein echtes Highlight der Permakultur-Exkursion war der Kompost. Die Begeisterung für Regenwürmer war größer als erwartet – und zeigt, wie wichtig direkte Naturerfahrung ist. Es wurde gestaunt, beobachtet, gefragt. Genau hier entsteht echtes Verständnis für Bodenleben und nachhaltiges Gärtnern.

Auch unsere halbwilde Zone (Zone 4 bis 5) rund um den naturbelassenen Teich hatte eine besondere Wirkung auf die Teenies. Dort, wo die Natur noch Natur sein darf, wurden die Jugendlichen entspannter, offener und kreativer. Ein Raum, der nichts fordert und doch so viel gibt. Das zu beobachten, hat mich nachhaltig bestätigt und gibt mir Hoffnung.

Unterschiedlichen Materialien für mehr Biodiversität

Permakultur erleben – mehr als Lernen im Permakultur-Garten

Zum Abschluss saßen wir gemeinsam am kleinen Lagerfeuer. Müde, ein bisschen schmutzig und mit den ein oder anderen Kratzern, aber zufrieden und geerdet. Und genau so fühlt sich ein guter Tag im Garten an.

Gerade Jugendliche profitieren von Naturerfahrungen wie einen Tag im Permakultur-Garten. Sie erleben Selbstwirksamkeit: Ein selbst gebautes Totholz-Tipi, ein gemulchtes Beet oder eine angesetzte Pflanzenjauche zeigen sofort Wirkung. Gleichzeitig lernen sie, Verantwortung zu übernehmen und natürliche Kreisläufe zu verstehen – etwas, das im Alltag oft verloren geht.

Für mich war dieser Exkursionstag wieder mehr als nur ein „Programm“. Es war ein echtes Miteinander, ein Lernen auf Augenhöhe und ein kleiner Schritt zurück zu dem, was uns oft verloren geht: die Verbindung zur Natur.

Kreative Ideen: „Das 20-Zimmer-Appartment“

Lust, Permakultur selbst zu erleben?

Wenn du jetzt neugierig geworden bist:
Unser Selbstversorger- und Permakultur-Garten liegt mitten im Spreewald – und ist offen für alle, die naturnahes Gärtnern nicht nur verstehen, sondern erleben möchten.

Ob Führung oder Workshop – ich nehme dich gern mit auf diese Reise und zeige dir, wie vielfältig, lebendig und erfüllend ein Garten sein kann, der im Einklang mit der Natur wächst.

Meine Angebote sind geeignet für Schulklassen, kleine Gruppen oder alle, die naturnahes Gärtnern kennenlernen möchten.

Jetzt Termin buchen oder anfragen und Permakultur hautnah erleben!

Weitere Beiträge rund um das Thema Permakultur findest du hier

Magentaspreen & Weißer Gänsefuß – Farbenfrohe Kraftpakete

Ob pink glitzernde Blätter oder zarte grüne Triebe – Magentaspreen und der Weiße Gänsefuß bringen nicht nur Farbe, sondern auch echte Vielfalt in deinen Selbstversorgergarten. Diese alten Kulturpflanzen sind pflegeleicht, essbar und erstaunlich robust – perfekt für alle, die ihren Garten zukunftsfähig und genussvoll gestalten wollen.

Was ist Magentaspreen – und warum solltest du die farbige Variante des weißen Gänsefußes kennen?

Magentaspreen oder auch Magentamelde (Chenopodium giganteum), ist eine alte Kulturpflanze aus den Himalaya-Regionen Indien, Nepal und Tibet, die nicht nur ihre dekorative Seite in unseren naturnahen Gärten und Selbstversorgerbeeten feiert. Mit ihrem leuchtenden Magentaton an den jungen Blatttrieben zieht sie alle Blicke auf sich. Verwandt ist Magentaspreen mit dem Weißen Gänsefuß (Chenopodium album), beide wilden Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) gehören zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Was viele nicht wissen: Auch Spinat und Quinoa zählen zur großen Familie. Und genau wie seine Verwandten ist Magentaspreen oder auch der Weiße Gänsefuß nicht nur eindrucksvoll, sondern auch essbar, pflegeleicht und robust. 

So erkennst du den Weißen Gänsefuß

  • einjährig, krautig
  • wächst als ein Trieb oder buschig verzweigt
  • kann bis zu 2 Meter hoch werden
  • gräulich-weißer, mehliger Belag auf jungen Blättern
  • Blätter wachsen wechselständig, dreieckig, leicht gezähnt
  • Blätter und Wuchs kann je nach Standort sehr unterschiedlich ausfallen.
  • Stängel ist oft rötlich angelaufen
  • Die Blüten sind unscheinbar, 5 mm klein, grünlich-weiß und sehr zahlreich in ährenartigen Rispen

Magentaspreen hat dunklere Blätter. Bei mir wachsen sie breiter und größer als beim weißen Gänsefuß. Die Triebspitzen und die Unterseiten junger Blätter sind magentafarben.

Triebspitze des Weißen Gänsefußes
Triebspitze der Magentaspreen

Magentamelde im Selbstversorgergarten: Mehr als nur eine Spinat-Alternative

Ich lernte die Magentamelde in einem Wildkräuter-Kurs kennen und integrierte sie wenig später in meinem Garten. Den Weißen Gänsefuß kannte ich bereits als wilde Ackerpflanze bzw. lästiges Unkraut. Beide Pflanzen werden bis zu 2 Meter hoch. Die asiatische Magentaspreen wird sogar bis zu 3 Meter hoch, weshalb sie oft auch Baumspinat genannt wird. Die Gänsefußarten bilden immer wieder neue Triebspitzen. Somit erhöht sich die Erntedauer, je fleißiger man erntet.

Im Vergleich zum herkömmlichen Spinat sind Magentaspreen und Weißer Gänsefuß deutlich weniger krankheitsanfällig, schießen nicht so schnell in Blüte und kommen mit Trockenheit und Wärme erstaunlich gut zurecht. Ideal also für die Selbstversorgung mit wenig Aufwand. 

Beide Sorten schließen zudem die Spinatlücke im Sommerhalbjahr. Während herkömmlicher Spinat bereits Anfang Mai in die Blüte übergeht, starten die wilden Vertreter erst ab Mai und bieten junge Blätter bis in den August hinein. Im Herbst können Blütenstände und später Samen geerntet werden. Ab dem Spätsommer wird der kältetolerante Kulturspinat ausgesät und versorgt uns über die dunkle Jahreszeit hinweg. Die wilden Gänsefußarten sind frostempfindlich.

Der Weiße Gänsefuß findet sich wild überall da, wo Erde rasch bedeckt werden sollte, auf Brachflächen und Schutthalten.

Anbau und Pflege: So kultivierst du Magentaspreen und Weißer Gänsefuß erfolgreich

Die Aussaat erfolgt ab Mitte April direkt ins Beet. Beide Gänsefußgewächse sind Lichtkeimer, das heißt: Saatgut ausbringen und nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken. Sobald die Pflanze etabliert ist, wächst sie schnell und zuverlässig.

Ein sonniger bis halbschattiger Platz ist ideal. Du brauchst weder viel Wasser noch Dünger. Wichtig: Die jungen Pflanzen wachsen zart und können leicht übersehen oder versehentlich gejätet werden – also gut markieren. Je nahrhafter der Boden, desto üppiger wachsen die Pflanzen.

Wer die Samen nicht selbst gewinnt, findet sie bei Anbietern wie Dreschflegel oder Magic-Garden-Seeds. Ich selbst lasse beide Gänsefuß-Arten unterdessen sich selbst aussäen. Die Samen des Weißen Gänsefußes können 30 und mehr Jahre im Boden überdauern.

Ernte & Verwendung: Magentaspreen und Weißer Gänsefuß kannst du fast das ganze Jahr über nutzen

Die ersten jungen Blätter erntest du bereits wenige Wochen nach der Aussaat ab Mitte Mai. Sie schmecken mild-nussig, etwas herzhaft und erinnern an Spinat. Auch die Triebspitzen und später sogar die Blütenstände bzw. Samen lassen sich verarbeiten.

Am liebsten nutze ich die Triebspitzen und junge Blätter roh im Salat oder Smoothie, blanchiert als Spinatersatz oder in Gemüsepfannen. Die Samen kannst du wie Quinoa kochen oder ein Mehl daraus herstellen. Es ist auch möglich, im Winterhalbjahr Microgreens aus dem Samen zu ziehen.

Powerpakete: Inhaltsstoffe für mehr Wohlbefinden

Der Weiße Gänsefuß enthält dennoch viele wertvolle Inhaltsstoffe und darf deshalb immer mal wieder den Speiseplan ergänzen:

  • Vitamin A
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Zink
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Kalzium
  • Eisen
  • Saponine
  • Oxalsäure

In den Samen sind reichlich Mineralien, Vitamin B3, Spurenelemente und Proteine enthalten. Der rote Farbstoff in der Magenta Melde ist Betalaine und wirkt antioxidativ.

Mein Lieblingsrezept: Grüner Smoothie mit Magentaspreen

Wenn ich durch den Garten gehe, pflücke ich mir meistens 2–3 Blätter des magentafarbenen Gänsefußes. Ich falte die Blätter und knappere sie direkt roh. Sie schmecken würzig bis aromatisch.

Jetzt im Sommer, wenn der Salat eine Pause einlegt und der Kohl noch nicht so üppig wächst, kommen in meinem Smoothie vermehrt Wildkräuter. Unter anderem dürfen 3–4 Triebspitzen der Magenta-Melde nicht fehlen. Die Farbe zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht.

Grüner Smoothie, ein Sommerrezept

ergibt 3 Portionen

  • 1 Wedel Grünkohl (alternativ Kohlrabiblätter oder Wirsing)
  • 2 Handvoll Salatblätter (Pflücksalate, wie Eichblattsalat)
  • Wenn vorhanden, etwas Selleriegrün und/oder Rote Beete Blätter
  • 3–4 Triebspitzen Magentaspreen oder Weißer Gänsefuß
  • 1–2 Handvoll Wildkräuter (Löwenzahn, Spitzwegerich, Giersch, Schafgarbe, Knopfkraut)
  • 1 Banane (alternativ ½ Mango)
  • 1 Apfel (gerne ein selbst geernteter Klarapfel)
  • 1 Portion süßes Obst nach Wahl (Birne, Aprikosen oder Pfirsich)
  • ½ Zitrone (wer mag mit Schale)
  • 500 ml Wasser

Das Grün, wenn nötig, waschen, etwas zerkleinern und in einen Mixer geben. Obst ebenfalls vorbereiten und kleinschneiden. Zusammen mit dem Wasser cremig mixen. 

Optimal sind 2/3 Grün und 1/3 Obst – starte mit einem Verhältnis 1:1.
Wenn du es cremiger möchtest, nimmst du weniger Wasser.

Je nachdem, wie hoch der rote Anteil in deinem Gemüse bzw. Obst ist, kann der grüne Smoothie nicht ganz so grün aussehen, wie man vermutet. Die roten Farbstoffe im Blattgemüse und Obst lassen das Grün nicht ganz so quietschig aussehen. Geschmacklich ändert sich nichts – immer total lecker!

Wer Wildkräuter nicht kennt und nicht gewöhnt ist, sollte langsam beginnen, Wildkräuter zu integrieren. Auch solltest du 100%ig sicher sein, bei der Bestimmung von Wildkräutern. In meinen Führungen zeige ich dir gerne die wichtigsten und häufig verwendeten Wildpflanzen aus dem heimischen Garten.

Weitere Smoothie-Rezepte:

Wildkräuter-Smoothie: Energy-Kick im Frühling
Maigarten-Smoothie

Ackertantes Newsletter: Infos aus erster Hand.

Klimawandel im Garten: Warum der Weiße Gänsefuß und Magentaspreen Pflanzen der Zukunft sind

In Zeiten zunehmender Trockenperioden und Extremwetterlagen brauchen wir Gemüsepflanzen, die mit diesen Bedingungen klarkommen. Baumspinat ist so eine Art Klimawandel-Gewinner:

  • Er wächst auf nahezu allen Böden,
  • kommt mit Wärme und weniger Wasser aus,
  • vermehrt sich durch Selbstaussaat extrem gut,
  • und hat kaum Schädlinge.

Wilde Gänsefußgewächse in der Permakultur

Auch wenn er botanisch einjährig ist, kommen beide Gänsefußarten bei mir jedes Jahr zuverlässig wieder. Er sät sich wunderbar selbst aus. Jahrelang habe ich ihn mühevoll entfernt, unterdessen dürfen die Pflanzen an geeigneten Stellen ungestört wachsen.

Im Permakulturgarten ist es wichtig, einen Mix aus verschiedenen Pflanzen gemeinsam zu kultivieren. Die Gänsefußarten helfen dabei:

  • als Schattenspender für empfindliche Pflanzen,
  • zur Bodenabdeckung bzw. als frisches Mulchmaterial
  • als Stickstoffspeicher im Gründünger,
  • und als essbare Strukturpflanze im naturnahen Beet.
  • Zudem befördern die langen Wurzeln wichtige Nährstoffe nach oben
  • und versorgen damit die Nachbarpflanzen bzw. den Boden.
  • Sie sind wichtige Nahrungspflanzen für Raupen und Vögel (Samen).

Der Weiße Gänsefuß wächst gerne ungestört in meinen Kartoffelreihen. Auf den übrigen Beeten lasse ich nur wenige Exemplare stehen, da sie sehr groß werden. Sie können aber auch zurückgeschnitten werden, um den Platzbedarf einzuschränken.

Fazit: Einmal gepflanzt – für immer begeistert

Kaum eine Pflanze hat mich so positiv überrascht wie Magentaspreen. Sie ist dekorativ, essbar, pflegeleicht, klimaresistent und passt perfekt in naturnahe Selbstversorgergärten. Magentaspreen hat mir auch die Augen für den Weißen Gänsefuß geöffnet. Wenn im trockenen, heißen Brandenburger Sommer nichts mehr richtig wachsen will, diese beiden Pflanzen sind immer da!

Übrigens: Kinder lieben die pinken Blätter – es ist fast, als ob Feen sie bepinselt hätten. Probier’s aus: Dein Garten wird es dir danken.

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Acker-Ringelblume (Calendula arvensis) – Die Wildpflanze mit Heilkraft für deinen Garten

Die Acker-Ringelblume (Calendula arvensis) ist eine lange übersehene Verwandte der bekannten Garten-Ringelblume. Sie wächst im Süden Europas wild auf Äckern, Brachflächen und sonnigen Wegrändern – und ist doch eine wahre Schatzpflanze für Naturgärtner*innen, Permakultur-Begeisterte und Pflanzenheilkundige. Als robuste, wilde Variante der Ringelblume spielt sie eine wichtige Rolle für die Biodiversität und die Gesundheit des Bodens – ihre Heilkraft ist längst kein Geheimtipp mehr.

In meinem Selbstversorger-Garten darf sich die wilde Schwester der Ringelblume seit 3 Jahren ungestört entfalten. Sie ist unheimlich beliebt bei den Insekten und hat auch sonst einige Vorteile gegenüber der Garten-Ringelblume. Lass dich überraschen.

Insektengarten: lange Blühzeit von April bis Oktober

Botanic der Acker-Ringelblume (Calendula arvensis)

Die Acker-Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihre zarten, gelben Blüten sind wesentlich kleiner als die der großen Schwester, dafür aber reich an Nektar. Die Pflanze wächst niederliegend bis locker aufrecht, wird etwa 10–30 cm hoch und bildet von April bis Oktober immer wieder neue Blüten. Selbst im Winterhalbjahr konnte ich noch Blüten entdecken.

Typisch sind die klebrigen, behaarten Stängel und Blätter, die der Pflanze ihren leicht würzigen, harzigen Duft verleihen. Ursprünglich stammt Calendula arvensis aus dem Mittelmeerraum, ist aber auch in Mitteleuropa verbreitet – besonders auf nährstoffarmen, trockenen Böden, so die Theorie. 

Meine Beobachtungen zeigen auch, dass die Acker-Ringelblume zwar gut mit Trockenheit und Wärme umgehen kann, jedoch wächst sie umso üppiger, je feuchter und humoser sie es hat.

Acker-Ringelblume: Blüht nur Vormittags
Acker-Ringelblume: Blüht nur Vormittags

Ein Fest nicht nur für Insekten: Ringelblumen sind beliebt

Die Acker-Ringelblume ist ein Magnet für alle Arten von Bienen, Schwebfliegen und andere Bestäuber. Ihre lange Blütezeit macht sie zu einer wichtigen Nahrungsquelle im zeitigen Frühling wie im späten Herbst. 

Im Permakultur-Garten lässt sie sich vielseitig einsetzen. Die tiefe Durchwurzelung trägt zur Bodenlockerung bei. Zudem macht sie sich richtig breit und verdrängt Beikräuter. Dabei hält sie den Boden durch den dichten Wuchs schattig und feucht. Das freut die Bodenlebewesen. Genauso wie ihre Verwandte, die Garten-Ringelblume, ist sie gegen Schädlinge einsetzbar und fördert die Gesundheit der Pflanzen im Beet. 

Als Gründüngung oder Mulchmaterial bringt sie organische Masse in den Boden und unterstützt das Bodenleben. Zudem ist sie eine wertvolle Begleitpflanze in der Mischkultur, etwa mit Möhren, Salat oder Kohl. Auch als Baumscheibenbepflanzung bringt sie ähnlich gute Vorteile wie die Garten-Ringelblume.

Nichts leichter als das: Anbau und Pflege der Acker-Ringelblume

Die Acker-Ringelblume liebt sonnige Standorte – je durchlässiger und sandiger, desto besser. Die Aussaat erfolgt ab März direkt ins Beet. Sie ist unkompliziert, keimt schnell und blüht oft schon nach wenigen Wochen. Eine Nachsaat ist meist nicht nötig, denn sie versamt sich selbstständig

Blättervergleich: Garten-Ringelblume mit Acker-Ringelblume
Blättervergleich: Garten-Ringelblume mit Acker-Ringelblume

Die Samen sind recht groß im Verhältnis zur Blüte. Darum fallen sie meistens direkt auf den Erdboden. Eine natürliche Ausbreitung ist daher nur in unmittelbarer Nähe der Mutterpflanze zu erwarten.

Pflege braucht die Acker-Ringelblume kaum: Wässern nur bei starker Trockenheit, kein extra Dünger, kein Schnitt – eine ideale Pflanze für naturnahe, pflegearme Gärten. Allerdings kann ein Rückschnitt Sinn ergeben, wenn die Pflanze andere Gemüse- oder Blumenpflanzen erdrückt oder verdrängt. Denn die Acker-Ringelblume hat Power und Durchsetzungskraft.

Während die Garten-Ringelblume in feuchten Jahren und im Herbst zu Mehltau neigt, ist die Acker-Ringelblume robuster gegen den Pilzbefall. Auch Läuse habe ich an meinen Pflanzen noch nicht gesichtet.

Die wilde Ringelblume: Heilpflanze mit Tradition?

Sie wird oft als die Wildform der Garten-Ringelblume bezeichnet. Ganz sicher ist diese Aussage allerdings nicht. Funde beweisen zwar, dass die Verwendung der Acker-Ringelblume als Heilpflanze bis ins Mittelalter zurückreichen. Ungewiss ist aktuell jedoch, ob sie die direkte Vorgängerin der Garten-Ringelblume ist oder lediglich eine verwilderte Form, eine wilde Schwester. Die Acker-Ringelblume verbreitete sich durch den Ackerbau vom Mittelmeerraum bis nach Europa und ist in einigen Teilen als gefährdete Art eingestuft.

Auch wenn die Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) häufiger in Salben und Tees verwendet wird, hat auch Calendula arvensis eine ähnliche Heilwirkung. Ihre Blüten enthalten:

  • Flavonoide
  • ätherische Öle
  • Saponine
  • Carotinoide

Diese wirken entzündungshemmend, wundheilend, antibakteriell und hautberuhigend. Die Acker-Ringelblume lässt sich für Tee, Tinktur, Ölmazerate, Salben oder Umschläge nutzen – vor allem bei Hautreizungen, kleinen Verletzungen und zur Unterstützung der Lymphdrainage.

Allerdings ist es mühsamer, an die wertvollen Blüten zu kommen. Die Blüten gehen spät am Morgen und nur bei Sonnenschein auf. Schon gegen Mittag sind sie wieder geschlossen. Auch beim Trocknen schließen sich die Blüten wieder. Im Gegensatz zur Garten-Ringelblume, die auch zu kosmetischen und medizinischen Zwecken genutzt wird, sind die Blüten viel kleiner, etwa nur 2 cm groß. Das macht das Sammeln etwas schwieriger.

Geduld ist gefragt. Gerade bei Ölauszügen ist es sinnvoll, die Blüten gut antrocknen zu lassen (mind. 1 Tag). 

Verwendung in Küche und Naturkosmetik

Die essbaren Blütenblätter (aus gezupft) eignen sich als farbenfrohe Garnitur für Salate, Suppen oder Brote. Ihr leicht herber Geschmack bringt aromatische Tiefe.

Für die Naturkosmetik kannst du ganz einfach selbst Ringelblumenöl oder -salbe herstellen. Die frischen (angetrockneten) oder getrockneten Blüten werden in Öl eingelegt (z. B. Oliven- oder Jojobaöl) und mehrere Wochen sonnig ausgezogen. So entsteht ein hautpflegendes Heilöl, das sich pur verwenden oder zu einer Salbe weiterverarbeiten lässt.

Acker-Ringelblume im Permakultur-Garten
Acker-Ringelblume im Permakultur-Garten

Die Acker-Ringelblume in der Permakultur

Im Permakultur-Garten ist die Acker-Ringelblume mehr als nur ein hübscher Hingucker:

  • Sie lockert den Boden mit ihren Wurzeln
  • Schützt die Nachbarpflanzen vor Schädlingen
  • Bringt durch ihre Blüten Farbe und Vielfalt ins Beet
  • Unterstützt das Mikroklima im Pflanzensystem
  • Ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten vom Frühjahr bis in den Spätherbst
  • Lohnt sich zur Gründüngung und als Mulchmaterial
  • Sie kümmert sich selbst! 🙂

Besonders in Kombination mit Lauchgewächsen, Kohl oder Tomaten entfaltet sie ihr Potenzial als gute Gildenpflanze.

In meinem eigenen Garten darf sie sich frei aussäen – inzwischen ist sie fast überall auf den Gemüsebeeten zu finden. Ich lasse sie stehen, wo sie sich wohlfühlt und keine Kulturpflanzen durch ihren starken Wuchs beeinträchtigt wird. 

Wo gibt´s das? Samen, Sorten und Bezugsquellen

Wer die Acker-Ringelblume gezielt anbauen möchte, findet samenfestes Bio-Saatgut bei Anbietern wie:

Wichtig: Die Acker-Ringelblume ist nicht mit der Kulturform (C. officinalis) zu verwechseln – sie ist kleiner, robuster und ideal für die natürliche Selbstvermehrung. Die Samenernte gelingt einfach: Nach der Blüte die trockenen Samenstände abnehmen, trocknen und dunkel lagern.

Größen-Vergleich: Garten-Ringelblume (orange) mit Acker-Ringelblume und deren Samenstand

Fazit: Kleine Blume mit großer Wirkung

Die Acker-Ringelblume ist ein echtes Multitalent im naturnahen Garten. Sie ist pflegeleicht, insektenfreundlich, heilkräftig und optisch ein Gewinn. Wer sie einmal im Beet hatte, möchte sie nicht mehr missen.

Ob als Begleitpflanze im Gemüsebeet, Wildblume für Bienen, Heilpflanze oder Zutat für DIY-KosmetikCalendula arvensis ist eine wertvolle Pflanze für alle, die im Einklang mit der Natur gärtnern möchten.

Unser Permakultur-Garten profitiert von ihrer robusten Gesundheit und den fröhlichen Farbtupfern im Gemüsebeet. Vor allem das Beschatten des Bodens und das Unterdrücken anderer Beikräuter ist bei uns willkommen. Die Acker-Ringelblume trägt aktiv zur Biodiversität bei.

Die Heilkraft werde ich in den kommenden Jahren weiter austesten. Da die Pflanze auf mich einen sehr kräftigenden, beruhigenden, ausdauernden und erdenden Charakter hat, rechne ich mir positive Heil- und Pflegewirkungen aus.

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Mulch im Gemüsebeet: Wie sinnvoll ist Pappe wirklich?

Ein neues Beet anzulegen, ist nicht schwer. Lerne im folgenden Beitrag, wie du unfruchtbares Land in blühende Oasen verwandelst ohne den Einsatz von Pappe, Folie und Co.

Oft werden in Videos oder Kurzanleitungen irreführende Praktiken zum Anlegen eines Beetes dargestellt. Diese schnell-gezauberten Beete sind meistens weder nachhaltig noch ökologisch sinnvoll.
Lerne, wie du mit organischem Mulchmaterial, ohne Einsatz von Pappe und Folien eine gesundes Permakultur Beet anlegst und deinen Gartenboden gezielt förderst.

Ein üppiger Garten lebt von nachhaltigen Kreisläufen
Ein üppiger Garten lebt von nachhaltigen Kreisläufen

Schluss mit Pappe und Co: Was braucht ein Gemüsebeet wirklich?

Im Permakultur-Garten arbeiten wir mit natürlichen Materialien, die uns direkt zur Verfügung stehen. Wie in einem großen Wirtschaftskreislauf wird alles verwendet, was bereits Vorort vorhanden ist. Bestenfalls wird nichts von außen zugefügt und es entsteht kein Abfall, der extra entsorgt werden muss. Das ist nicht nur kostengünstig, sondern schont die Umwelt und vor allem spart es wertvolle Zeit.

Um ein neues Beet anzulegen oder eine unfruchtbare Stelle im Garten zu einem üppig wachsen Beet zu verwandeln, brauchst du:

  • Reichlich organisches Material jeglicher Art
  • Kompost- oder Gartenerde
  • Arbeitskraft und Kreativität
  • Zeit, Dinge auch mal ruhen zu lassen
  • Optional: Material für eine Umrandung

Was du nicht benötigst:

  • Pappe
  • Gekaufte Hochbeet-Konstruktionen
  • Gekaufte Gartenerde aus dem Baumarkt
  • Metallgitter gegen Nagetiere
  • Unkrautvlies oder andere Folien, die eingebaut werden

Pappe ist, auch wenn sie nicht bedruckt ist, hochgradig belastet mit vielen giftigen Dingen, die wir nicht in unserem Garten, unserem Boden bzw. in unserem Gemüse haben wollen. Wenn du Biogemüse oder Kräuter ernten möchtest, solltest du Pappe einfach nicht verwenden. Denke auch an die vielen Bodenlebewesen, die im Prinzip deine Mitarbeiter im Garten sind und diese Pappe zerkleinern und verdauen würden.

Auch gekaufte Hochbeet-Systeme sind nicht erforderlich. Sie sehen zwar im Moment der Anschaffung schön aus, passen vielleicht auch optisch gut ins Gartenkonzept, sind aber auf Dauer kein Erfolgsrezept. Der aufwendige Bau, die Unterhaltung und Wartung eines Hochbeetes entspricht nicht dem Ernte-Ergebnis.

Garten- bzw. Komposterde aus dem Baumarkt oder von einer Kompostieranlage würde ich ebenfalls nicht verwenden. Diese Erden sind quasi tot. Sie werden stark erhitzt, um Keime und Samen zu vernichten. Es sind aber auch keine Bodenlebewesen mehr vorhanden. Zudem kann dir niemand sagen, was genau da vorher kompostiert wurde. Du weißt beispielsweise nicht, ob mit Pestiziden behandelte Pflanzen oder Baumschnitt zum Kompostieren gebracht wurden.
Frage stattdessen in Gärtnereien, beim Nachbarn oder anderen naturnahen Gärtnern nach Komposterde.

In einem naturnahen Garten gehören alle Arten von Lebewesen. Auch solche, die wir Schädlinge nennen wie beispielsweise: Mäuse, andere Nagetiere oder Schnecken. Diese Tiere mit Metallgitter, Plastik oder Metall-Barrieren fernzuhalten zu wollen, ist meistens aussichtslos. Nach meinen Erfahrungen bringen weniger Schutzmaßnahmen, dafür aber ein gesunder Boden und Mischkultur mehr Ruhe ins Gartenleben. Es muss sich ein Gleichgewicht einstellen, das von allein funktioniert.

Das Gleiche gilt für Unkrautvlies oder Abdeckfolien. Diese Materialien enthalten Mikroplastik und Mikrofasern, die sich mit der Zeit lösen und in den Boden bzw. ins Grundwasser gelangen. Sie halten zudem nur für einen gewissen Zeitraum ungeliebte Kräuter fern.


Ich habe nach vielen Jahren im Garten erkannt, dass ich mit der Natur – nicht gegen die Natur – arbeiten muss. Das erleichtert vieles und schont die Nerven.


Die Beetvorbereitung im Permakulturgarten richtet sich danach ob gesät oder gepflanzt wird. Gemulcht wird wenn die Pflanzen groß genug sind.

Das Sammeln von Baumaterialien

Egal welches Beet du anlegen möchtest, es ist sinnvoll eine Art Umrandung einzuplanen. Das können Bretter, Baumstämme oder auch Feld- bzw. Dachsteine sein. Praktisch ist eine Umrandung immer dann, wenn das Beet von Rasen umgeben ist.

Für Hügelbeete oder Hochbeete benötigst du zudem Füllmaterial. Das kann Baumschnitt, Laub, Grassoden oder altes Heu sein. Lege dir in deinem Garten eine Kompostecke an, wo du genau solche Dinge lagerst.

Komposterde ist der Gamechanger im Garten. Er entwickelt sich quasi fast von allein. Einzig was du zu tun hast, ist Garten- und Küchenabfälle zu sammeln.

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Mulch als Beet-Abdeckung und permanente Düngung des Bodens

Ich verwende in der Regel Gartenabfälle, Wildkräuter und frischen Wiesenschnitt zum Mulchen. Auch Brennnessel- und Giersch-Rückschnitte eignen sich prima. Mein Ziel ist es, den Boden permanent mit grünem Mulch zu bedecken.

Die Vorteile des Mulchens im Naturgarten sind:

  • Schutz gegen Austrocknung des Bodens
  • Düngung des Bodens
  • Rückgabe der Nährstoffe
  • Unterdrückung des Beikrauts
  • Aufbau und Unterstützung der Bodenlebewesen
  • Weniger Schäden durch Schädlinge

Nicht geeignete Mulch-Materialien für deine Gemüsebeete

Ich verwende keinen reinen Grasschnitt als Mulch auf dem Beet. Reines Gras sollte immer zusammen mit anderen Pflanzenmaterialien als Mulch verwendet werden. Wiesenschnitt beispielsweise enthält viele Kräuter wie: Klee, Wiesenblumen, Giersch oder Schafgarbe. Dieses kann als Mulch verwendet werden, solange es nicht voller reifer Samen ist.

Mulch in Form von Wiesenheu würde ich aufgrund der vielen Samen nicht für ein Beet verwenden. Eine Ausnahme stellt ein Heu-Beet dar.

Stroh ist auch keine gute Abdeckung für ein nachhaltiges Gemüsebeet. Stroh deckt zwar den Boden ab. Es verrottet jedoch nicht so gut und ist eher nährstoffarm. Besser wäre ein Mix aus frischen Gartenabfällen, Wiesenkräutern und Stroh.

Herbstlaub kann eine gute Mulch-Schicht abgeben. Allerdings kommt es auf die Art des Laubes an. Kastanien-, Eichen- oder Walnusslaub sind beispielsweise nicht geeignet. Bestenfalls mischst du dein Laub mit Wiesenschnitt oder anderen Gartenabfällen.

Pappe, Unkrautvlies und Abdeckfolien sind kein geeignetes Mulchmaterial. Alles, was nicht organischen Ursprungs ist und aus der industriellen Verarbeitung kommt, hat in einem ökologischen Gartenboden nichts zu suchen.

Hügelbeete sind leicht zu bauen und haben eine Haltbarkeit von 4-6 Jahren.
Hügelbeete sind leicht zu bauen und haben eine Haltbarkeit von 4-6 Jahren.

Ein Permakultur Beet nachhaltig anlegen

Bevor du das Beet anlegst, überlege dir genau, welchen Standort du wählst. Ideal ist ein halbschattiger Platz für den allgemeinen Gemüseanbau. Für sonnige und schattige Plätze solltest du nur ausgewählte Pflanzen einsetzen, die sich auf den jeweiligen Standorten wohlfühlen.

Als zweiten Schritt untersuchst du den Boden. Hast du bereits Gartenboden vor dir, ist alles prima. Solltest du zu lehmigen, sandigen oder steinigen Boden vor dir haben, eignen sich Hügelbeete oder kleinere Hochbeete. Beginne mit einem Humusaufbau durch das Aufschichten verschiedenster organischer Materialien und Gartenerde.

Ist deine Beetfläche stark ver(un)krautet? Giersch, Quecke, Brennnessel oder gar wilde Brombeere können einem das Leben schwer machen. In diesen Fällen würde ich auf Hochbeete setzen. Zwar ist die Gefahr des Durchwachsens vorhanden, dennoch kann einfacher gegengesteuert werden.

Hast du dein Beet, für deinen Standort und die vorherrschenden Bedingungen gewählt, kannst du mit dem Bau oder der Bodenbearbeitung starten. Die Größe des Beetes richtet sich nach dem Platzangebot. Zudem solltest du darauf achten, dass du überall bequem zum Bearbeiten, Ernten und Gießen ran kommen kannst.

Egal ob Hügelbeet, Hochbeet oder ein ganz normales ebenerdiges Beet. Die Pflanzerde sollte zu Beginn leicht humos sein. Dazu mischst du unter deine normale Gartenerde frischen gesiebten Kompost. Je nachdem wie reichhaltig deine Gartenerde ist, desto mehr oder weniger Kompost benötigst du. Keinesfalls pflanzt und säest du dein Gemüse in pure Komposterde (Ausnahmen können Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini oder Tomaten sein).

Wenn du Pflanzen direkt aussäen möchtest, wartest du mit dem Mulchen, bis die Pflänzchen deutlich zu erkennen sind. Pflanzt du direkt Gemüsepflanzen in dein neues Beet, solltest du sofort mit dem Mulchen beginnen.

Mischkulturen und Mulch förden den Bodenaufbau
Mischkulturen und Mulch förden den Bodenaufbau

Die Vielfalt im Beet macht’s: Mischkultur statt Einheitsbrei

Monokulturen sind in der Regel nicht optimal für den Boden. Sie laugen ihn einseitig aus. Wenn du dein Beet lange humos und ertragreich erhalten möchtest, setzt du auf Mischkultur und einem bunten Mulch-Mix.

Verschiedene Pflanzen gehen miteinander Symbiosen ein. Sie können Schädlinge abwehren, Nährstoffe zur Verfügung stellen oder Schatten spenden. Besonders Kräuter zwischen Gemüsekulturen bringen Vorteile. Meistens passt zusammen, was auch zusammen gegessen wird:

  • Gurken und Dill
  • Salat und Petersilie
  • Tomaten und Basilikum

Generell können verschiedene Kulturen miteinander kombiniert werden. Selten passen verschiedene Gemüsesorten nicht zueinander. Sie sollten sich natürlich nicht behindern, den Platz wegnehmen, überwuchern oder die Feuchtigkeit übermäßig entziehen.

Nutze Ringelblumen, Tagetes und Kapuzinerkresse als Lückenfüller. Diese Blumen halten viele Schädlinge fern und unterstützen deine Gemüsepflanzen beim Wachsen.

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nutze alles, was du hast, um aktiv einen gesunden Boden zu erschaffen. Du kannst mit organischem Mulchmaterial ungeliebtes Unkraut unterdrücken, die Artenvielfalt stärken und Schädlinge in Schach halten. Pappe als Mulchmaterial oder Baumaterial für Gemüsebeete sind ein No-Go im naturnahen, ökologischem Garten.

Führungen im Permakultur-Garten

Lerne in Workshops oder Führungen, wie ein nachhaltiger Gartenboden aufgebaut werden kann und Mischkultur funktioniert. Weitere Informationen!

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Dreschflegel Bio-Saatgut
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Vielfältige Kürbisse – Unverzichtbar im Selbstversorgergarten

Leicht anzubauen, vielseitig verwendbar & lange Haltbarkeit

Was wäre der Herbst ohne die leuchtenden Kürbisse? Heute erntete ich die zweite Ladung und verteilte die Kürbisse vorerst zur Deko auf dem Hof.



Neben verschiedenen Hokkaido-Sorten gibt es weitere kleine Speise-Kürbisse, Muskatkürbisse und die Pink Bananas. Letztere sehen außen pink aus, sind innen kräftig orange und ähneln in der Form einer riesigen Banane. Es ist der Lieblingskürbis meines Sohnes. Wenn Kürbissuppe – dann von den Pink Bananas.

Nach und nach werden die Kürbisse verarbeitet. Ich baue gerne kleinere Sorten an. Aber auch die Großen werden irgendwann »geschlachtet«. In diesem Fall schneide ich den kompletten Kürbis klein. Der nicht gebrauchte Rest geht in den Tiefkühler.

Pink Banana

Was mache ich alles aus Kürbissen?

  • Kürbissuppe
  • gebackener Kürbis aus dem Ofen
  • geraspelt als Rohkost-Salat kombiniert mit anderem Gemüse
  • geraspelt im Kuchen oder Brot
  • Curry-Linsen-Kürbispfanne
  • Pastasauce

Bis der Frost kommt, liegen die Kürbisse als Deko auf unserem Hof herum. Danach lagern wir die Kürbisse kühl, aber frostfrei.

Nicht alle Kürbisse halten sich den ganzen Winter über. Beschädigte Kürbisse werden zügig verarbeitet. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher ratsam.

Ich bin jedes Jahr begeistert, wie einfach es ist, Kürbisse anzupflanzen und wie viel Ertrag sie bringen. Zudem bringen sie Farbe und damit gute Laune in die dunklere Jahreszeit.

Gesundheitliche Vorteile von Kürbissen

Kürbisse sind auch echte Nährstoffwunder. Sie enthalten eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien, die zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten.

Stärkung des Immunsystems: Die Kombination aus den enthaltenen Vitaminen und Antioxidantien kann dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und den Körper besser vor Infektionen und Krankheiten zu schützen.

Reich an Vitaminen: Kürbisse sind besonders reich an Vitamin A, das in Form von Beta-Carotin vorliegt. Dieses Provitamin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, welches wichtig für die Sehkraft, das Immunsystem und die Hautgesundheit ist.

Starke Antioxidantien: Neben Beta-Carotin enthalten Kürbisse auch Vitamin C und E, die als Antioxidantien fungieren. Sie schützen die Zellen vor oxidativem Stress und können dabei helfen, Entzündungen zu reduzieren und das Risiko chronischer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Ballaststoffe für die Verdauung: Mit ihrem hohen Ballaststoffgehalt fördern Kürbisse eine gesunde Verdauung. Ballaststoffe unterstützen die Darmgesundheit, helfen bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels und tragen zur Senkung des Cholesterinspiegels bei.

Kalorienarm und nährstoffreich: Trotz ihres süßen Geschmacks sind Kürbisse kalorienarm und enthalten nur wenig Fett. Das macht sie zu einer idealen Zutat für eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die gleichzeitig sättigt.

Kürbisse in der Rohkost

Während Kürbisse traditionell meist gekocht oder gebacken verzehrt werden, sind einige Sorten auch roh ein echter Genuss. Besonders kleinere Sorten wie der Hokkaido oder der Butternut eignen sich gut für den Rohverzehr. Fein geraspelt oder in dünnen Scheiben geschnitten, können sie Salaten eine knackige Textur und einen leicht nussigen Geschmack verleihen. Auch in Smoothies sorgt das Kürbisfleisch für eine cremige Konsistenz und bringt gleichzeitig wichtige Nährstoffe wie Beta-Carotin und Vitamin C in die Rohkost-Küche.

Wichtig: Nicht alle Kürbissorten sind genießbar. Vor allem Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe (Cucurbitacine), die beim Verzehr gesundheitsschädlich sein können. Daher ist es wichtig, nur essbare Sorten in der Küche zu verwenden.

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Herbst-Aussaat: Endlich ist wieder Platz für Neues

Oder – The show must go on!

Es ist schon super erdend Kartoffeln aus der Erde zu holen. Viel besser und befreiender ist, die frei werdende Fläche zu bearbeiten und der aufsteigenden Kreativität freien Lauf zu lassen.


Wie groß wird das Beet? Was kann ich ansäen oder pflanzen? Braucht die Erde Ruhe oder ist sie fit für eine neue Runde? Was soll kommendes Frühjahr auf diese Fläche?

Fragen über Fragen durchkreuzen mein Gehirn, während ich harke, Wege trete und wieder harke. Mein Plan entsteht beim Arbeiten. Meistens fügt sich eins zum anderen, ohne Aufwand, Skizze oder fette Fruchtfolgetabellen.


Die Erde ist nicht überall gleich gut. Das erkenne ich an der Feuchtigkeit, den Regenwürmern und anderen Krabbeltieren. Ist die Erde eher sandig oder fein krümelig?

Flächen, deren Boden weniger Kraft hat, gönne ich Gründünger und im Winter eine Schicht Mulch. Die meisten Flächen waren so voller Leben, dass ich direkt pflanzen und säen konnte.

Was pflanze ich jetzt noch?

Diese wachsen später unter Folie und Vlies weiter

Was säe ich jetzt noch?

Aufbau des Frühbeetes

Mein Frühbeet nutze ich in der kompletten Herbst-Winter-Frühjahrs-Zeit. Darin säe ich Kresse, Rukola, Radieschen, Asiasalate und pflanze Salat.

Ich freue mich auf dicke, runde Radieschen! 😉

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Schatten pflanzen

Das Weiterleben zweier Hügelbeete

Vor 5 Jahren legte ich mein erstes Hügelbeet an. Es folgte bald darauf ein zweites Hügelbeet direkt daneben. Beide Hügelbeete stehen komplett in der Sonne. Was in der Nebensaison gut ist, kann im Sommer zum Desaster werden. Trotz guter Mulch-Schicht und wärmeliebenden Pflanzen, ist im Hochsommer auf den Hügelbeeten nicht viel los. Die Hügelbeete erwärmen sich dann so stark, dass das aktive Bodenleben nachlässt. Ohne dauerhafte Bewässerung trocknet ein Hügelbeet sehr schnell aus.
Jetzt, nach gut 5 Jahren, ist die Erde der ersten Hügelbeete verbraucht. Die Hügel sind mit der Zeit zusammengefallen. Eine neue Humusschicht konnte sich aufgrund der Trockenheit nicht aufbauen.

1. Hügelbeet im 1. Sommer

Der letzte Sommer, mit seinen heißen und trockenen Tagen, brachte mich oft zum Grübeln. Wie gestalte ich meinen Garten hitzeresistent? Wo kann ich angenehme Ecken schaffen, in denen sich Mensch, Tier und Pflanzen auch in heißen Sommern wohlfühlen können? Ich selbst meide die Sonne. Unser Hund kennt die kühlsten Plätze im Garten. Beide treffen wir uns unter den großen schattigen Bäumen.

Schatten muss her. Und das zügig. Meine seit 2 Jahren wachsende Permakultur-Hecke benötigt noch eine ganze Weile, ehe sie viel Schatten spendet. Große Bäume hatte ich damals nicht integriert. Dennoch sind ein halbhoher Klarapfel- und Birnbaum sowie ein paar selbstgezogene Pfirsichbäume schon heute gute kleine Schattenspender. Auf der anderen Seite meines Gemüse-Ackers wächst seit einigen Jahren eine Traubenkirsche zu einem stattlichen Baum. Zusammen mit Nachbars Walnussbaum und ein paar Fichten spenden sie im Sommer wohligen Schatten.  Auf den Rasenflächen und auf der Obstbaumwiese ziehen seit vielen Jahren immer mehr neue Obstbäume ein. Bis diese richtig viel Schatten spenden können, vergehen noch mindestens 10 Jahre.

Pflaumenbaum mit begrünter Baumscheibe

Für noch mehr Schatten im Gemüsegarten suchte ich nach schnellwachsenden und nutzbringenden Bäumen. Ich interessierte mich zunehmend für Maulbeerbäume. Im Frühjahr erstand ich bereits einen kleinen weißen Maulbeerbaum. Die schwarzen und roten Sorten waren erst im Sommer/Herbst wieder lieferbar. Maulbeerbäume können groß und alt werden. Sie wachsen recht zügig und benötigen etwas Platz. Alle Pflanzenteile sind nutzbar. Sie können ohne weiteres zurückgeschnitten werden und spenden viel Schatten. Der einzige Knackpunkt ist die Frosthärte. Der schwarze Maulbeerbaum benötigt es etwas wärmer, die weißen und roten Maulbeerbäume halten auch frostige Temperaturen gut aus.

Ich entschied mich, für einen schwarzen und einen roten Maulbeerbaum als zukünftige neue Schattenspender.

Als die beiden langersehnten Bäumchen im Herbst eintrafen, gab es noch keinen genauen Plan. Ich wusste nur, dass ich aus den zwei Hügelbeeten eine Schatteninsel kreieren wollte. Ein neuer ökologischer Schutzraum soll heranwachsen.

Zwei Hügelbeete gezeichnet von einem heißen Sommer.

Die Schatteninsel entsteht

Die Hügelbeete räumte ich ab. Noch vorhandene Kräuterstauden setzte ich auf andere Beete um. Auf einem Teil des ersten Hügelbeetes wachsen Teefenchel, Bergthymian, Winterheckenzwiebel, Wilde Rauke und Salbei sowie ein paar Minzen. Dieser Teil sollte bleiben. Die Erdbeerpflanzen kamen vorsorglich in eine Wanne.

Über die Jahre hatten sich auch allerlei Wildkräuter dazugesellt. Diese wollte ich allerdings erst einmal entfernen. Die meisten kommen eh bald wieder. Somit holte ich jede Menge Wurzeln des Johanniskrauts, der Schafgarbe und des Sauerampfers aus der Erde. Nachdem alle Wurzeln entfernt waren, legte ich die Größe des neuen Schattenbeetes fest. Die Gesamtfläche wuchs um 1/3 an und wurde mit den bisherigen Begrenzungssteinen markiert. Die Rasenfläche, die jetzt zum neuen Schattenbeet gehören sollte, bekam eine Abdeckung aus unbedrucktem Karton. Die Pappe soll das durchwachsen von Wurzelbeikräutern verhindern. Anschließend verteilte ich die Erde der Hügelbeete auf die gesamte Fläche. Das grobe Pflanzenmaterial aus dem Inneren der Hügelbeete hatte sich bereits vollständig zersetzt. Die Erde mischte ich mit etlichen Schubkarrenladungen voll Komposterde.

Vorbereitete Pflanzfläche

Der Pflanzen-Einzug

Was pflanzt man auf eine Schatteninsel, die in den kommenden Jahren noch gar keinen Schatten sehen wird? Als aller erstes platzierte ich die zwei Maulbeerbäumchen im Süden der Insel. Sie stehen für große Bäume recht dicht nebeneinander. Sie sollen aber auch später eine Einheit gegen die starke Sonneneinstrahlung bilden. Maulbeerbäume können im übrigen auch als Hecken gepflanzt werden. Sie sind recht schnittverträglich und treiben schnell wieder aus.

Die Kräuterstauden des 1. Hügelbeetes bleiben.

Was in meinem Garten noch fehlt, sind Sommerhimbeeren. Vor etlichen Jahren hatten wir eine lange Hecke mit Brombeeren, Sommer- und Herbsthimbeeren sowie Tayberrys. Diese Hecke lieferte uns viele Jahre guten Ertrag. Irgendwann wurden die Pflanzen jedoch alle krank und gingen ein. Somit pausierten wir mit den süß-sauren Früchten. Vor einigen Jahren pflanzte ich geschenkte Herbsthimbeeren unter den großen Traubenkirschbaum. Diese Pflanzen wachsen gut und freuen sich über den Schatten. Sie sind zu einem kleinen Himbeerwald zusammengewachsen. Ableger dieser Himbeeren wanderten schon in die Permakultur-Hecke.
Neue Brombeerpflanzen kultivieren wir seit 3-5 Jahren ebenfalls an einer andere Stelle im Garten. Die Pflanzen stehen zwar auch sonnig, haben aber einen feuchteren Wiesenplatz erhalten und wachsen großartig.
Jetzt soll es auch wieder Sommerhimbeeren geben. Auf meine Schatteninsel ziehen 6 neue Pflanzen ein. Dazu kommen 6 Tayberry-Pflanzen. Die stacheligen Gesellen pflanzte ich in einer Doppelreihe in den zuküftigen Schattenbereich der Insel. Ich ließ Platz für ein Spalier, falls dies nötig wird. Aufgrund der warmen und trocknen Sommer glaube ich jedoch nicht, dass die Pflanzen sehr hoch wachsen. Ich würde sie lieber natürlich wachsen lassen wollen, statt anzubinden.
Des Weiteren zog ein Aronia-Strauch sowie zwei kleine Stauden des ewigen Kohls ein. Der Aronia-Strauch steht eher sonnig. Der ewige Kohl wird etwas Schatten durch den Aronia-Strauch bekommen.

Beerenstark

Ich liebe alle meine vielen Beerensträucher. Wenn ich im Frühjahr die Beerensträucher verschneide, stecke ich immer ein paar Stecklinge in die Erde. In diesem Jahr sind ausnahmslos alle Stecklinge zu kleinen Sträuchern gewachsen. Diese sollen im neuen Schattenbeet ein Zuhause bekommen. Die größeren, wahrscheinlich Josta- und schwarze Johannisbeeren, pflanzte ich zusammen in zwei Reihen, als kleine Hecken. Die kleineren, eher die roten Johannisbeersträucher, pflanzte ich an den Rand, in den Schatten der Himbeeren. Diese können hier wachsen mit der Option in 1 bis 2 Jahren noch einmal umzuziehen.

16 Johannisbeer-Stecklinge aus dem Frühling

Immer noch nicht genug? Nein, ich hatte noch 63 Erdbeerpflanzen in einer Wanne stehen. Diese Stauden waren zwar schon älter und auch nicht besonders kräftig, dennoch entschied ich mich, diese auf der Sonnenseite vor die Maulbeerbäume zu pflanzen. Quasi als Bodendecker. Sie können dort Ableger wachsen lassen und die Fläche begrünen.

Mulchabdeckung mit frischem Wiesenschnitt

Woher kommt der Schatten?

In den nächsten Jahren steht dieses Beet in der prallen Sonne. Der wichtigste Schutz gegen Austrocknung ist eine gute Mulch-Schicht, quasi der Schatten für den Boden. Auf unserer Streuobstwiese mähten wir höher gewachsene Wiesen-Flächen mit einer Sense ab. Dieser Wiesenschnitt ist eine sehr gute Abdeckung. Nachdem die Bäume und Sträucher sowie die Erdbeeren gut mit Wasser versorgt waren, kam eine großzügige Schicht Wiesenschnitt auf die Erde und um die Pflanzen. Die Mulch-Schicht aus Gräsern und Wildkräutern beschattet den Boden und damit die Wurzeln der Pflanzen. Sie trägt zum Nährstoffkreislauf bei und versorgt kleine Bodenlebewesen, die das Düngen übernehmen. Übrig gebliebene Ziegelsteine integrierte ich als Trittsteine um den Boden zu schützen. Der Boden soll auch neben den Pflanzen locker und aktiv bleiben. Es wird nicht ausbleiben, dass noch weitere bodenbedeckende Pflanzen Einzug halten.

Die Bewässerung

In den ersten Jahren wird eine Bewässerung in den trockenen Zeiten nötig sein. Je nachdem, wie schnell die Maulbeerbäume wachsen und Schatten bzw. Halbschatten spenden, wird der Wasserbedarf mit den Jahren geringer werden. Ein dichter Pflanzenbewuchs und eine gute Mulch-Schicht verringern ebenfalls den Anteil des Gießwassers.

Im Gegensatz zu den Hügelbeeten, kann das Gießwasser jetzt direkt in die Gießränder gegossen werden. Jede Pflanze hat unter der Mulchschicht einen Gießrand aus Erde erhalten. Dies verhindert, dass das Wasser wegläuft. Bei Hügelbeeten läuft das meiste Wasser den Hügel hinab. Eine Durchwässerung in heißen Sommern ist fast unmöglich, auch mit einer dicken Mulchschicht nicht. In der Folge entwickeln die Pflanzen keine starken Wurzeln und bleiben kleinwüchsig.

Steht ein Hügelbeet im Schatten oder Halbschatten bleibt die Erde nach dem Wässern wesentlich länger feucht.

Kälteschutz im Winter

Maulbeerbäume sind wärmeliebende Pflanzen. Sie erhalten im Winter eine großzügige Mulch-Abdeckung aus Laub. Sollte es sehr kalt werden, schützen in den ersten Jahren auch Jutesäcke oder Bastmatten die empfindlichen Pflanzen. Sind die Bäume gut angewachsen benötigen sie den Kälteschutz nicht mehr.

Maulbeeren

Bis es soweit ist, hoffe ich auf Himbeeren, Johannisbeeren und Erdbeeren. Maulbeerbäume tragen recht schnell erste Früchte. Wenn sie einmal groß sind, reifen die Maulbeeren nicht alle auf einmal sondern nach und nach. Das heißt, sie fallen bei Genussreife vom Baum und können genascht werden. Ich freue mich aber auch schon den Vögeln zuzusehen, wie sie im lichten Schatten sitzen und die süßen Früchte stibitzen.

Maulbeerbaum – eher Busch als Baum
Die Seitentriebe bleiben erst einmal stehen. Vielleicht nützen Sie als Stecklinge in den kommenden Jahren. Der Maulbeerbaum soll eher einen höheren Stamm bekommen.

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Hügelbeete

Vom Kartoffelacker zur Permakultur: Unser Weg zu gesundem Boden

Überarbeitet im Mai 2026

Eigene Kartoffeln anzubauen ist hier auf dem Land eigentlich nichts Besonderes. Es gibt auch nichts Wohlschmeckenderes als die selbst geernteten Knollen. Während früher große Flächen privat angebaut wurden, schrumpfen diese von Jahr zu Jahr. Aber Warum?

In den Gärten im ländlichen Brandenburg bauen hauptsächlich ältere Generationen Kartoffeln noch selbst an. Aber auch diese Generationen benötigen im Alter weniger, es gibt kaum noch Nutztiere denen Kartoffeln zugefüttert werden und sie schaffen es einfach nicht die großen Flächen allein zu bewirtschaften. Zunehmende Kartoffelkäferinvasionen, Dürre oder zu viel Regen in den letzten Jahren ermutigen nicht ein ganzes Feld zu bestellen. Zudem kann man ja heutzutage alles zu jederzeit kaufen.

Jüngere Generationen kaufen ebenfalls im Supermarkt, pflanzen maximal ein paar Kartoffeln in Hochbeete oder in Pflanzsäcke bzw. besorgen sich bestenfalls eine Gemüsekiste im Abo.

Dabei wäre es so einfach sich mit den Älteren zusammenzuschließen und gemeinsam ein Stück Acker mit Kartoffeln zu bestellen. Der Platz auf den Ländereien wäre da. Der Aufwand kann aufgeteilt werden. Noch gibt es hier und da erfahrene Landfrauen und -männer, die ihr Wissen weitergeben könnten. Wer sich ein bisschen damit beschäftigt, hat am Ende einen ordentlichen Wintervorrat und wird zumindest Kartoffel-Autark.

Privater Kartoffelanbau im Wandel

Wir bauten einst zusammen mit der Vorbesitzerin unseres Hofes Kartoffeln im großen Stil an. Lernten dies und das, hielten uns an Traditionen. Aber auch wir haben unser Kartoffelacker Jahr um Jahr ein wenig verkleinert. Warum? Es sind ähnliche Gründe: Berufstätigkeit, Kinder, viele andere Verpflichtungen. Wir haben nicht unbegrenzt Zeit dem Unkraut hinterherzujagen, stundenlang Kartoffelkäfer abzusammeln und auf Regen zu hoffen.

Seit Anfang der 2020er Jahre befasse ich mich jetzt schon mit Permakultur und stelle verschiedene Bereiche in unserem Leben und den großen Garten um. Es darf wachsen was wächst. Wir ernten reichlich. Unser Kartoffelacker war uns aber lange heilig. Es hatte eine gewisse Tradition:

  • Kartoffeln setzen
  • Kartoffeln aufpflügen
  • Kartoffeln abharken
  • Kartoffeln aufpflügen
  • ständig Kartoffelkäfer absammeln
  • immer wieder Unkraut beseitigen
  • die Ernte der Kartoffeln und
  • Sortieren der Kartoffeln
  • die Einlagerung im Kartoffelkeller

Fast alle Tätigkeiten wurden immer zusammen in der Familie erledigt. Jahr um Jahr das gleiche Spiel.

Als wir im Frühjahr 2022 den Entschluss fasten unseren Acker gar nicht mehr zu pflügen, um den Boden zu schonen und auch hier einen weiteren Schritt in Richtung Permakultur zu gehen, betraten wir Neuland. Noch ging ich davon aus, dass wir wieder etwas weniger Kartoffeln anbauen würden, um mehr Gemüse ernten zu können.

Saatkartoffeln

Durch die sich schnell wandelnde Zeit, mit all den Unsicherheiten und scheinbar düsteren Aussichten – sei es klimatisch oder gesellschaftlich – habe ich die Kartoffeln aus unserem Wintervorrat sehr zu schätzen gelernt.

Wie wichtig wird es zukünftig sein, sich selbst versorgen zu können? Bisher schaute ich auf ökologischen Anbau, gesunde Lebensmittel und Vielfalt. Was, wenn Lebensmittel knapper werden, wenn wir wirklich auf uns allein gestellt wären? Wie können wir die Ressourcen Wasser und Strom sparsamer verwenden?

Diese Gedanken brachten mich dazu die Kartoffel wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Die Knolle ist nachhaltig, das ganze Jahr verfügbar, voller Vitalstoffe und macht die Familie satt. Sie kann in einem funktionierenden Kreislauf ohne Mitteleinsatz von außen jedes Jahr angebaut werden. Sicher ist aber auch, der Anbau erfordert Arbeitseinsatz, Ausdauer und Muskelkraft.

Neue Wege gehen: Ausprobieren, Erfahrung sammeln, Lernen

Bisher hatten wir die Kartoffeln mithilfe eines Kartoffelsetzers gesetzt. Mit einem Kartoffelsetzer werden Löcher in die Erde gedrückt. Ein Korb mit Saatkartoffeln in der Hand und schon geht es los: Die Kartoffeln kommen in die Löcher, die dann mit den Füßen zugedrückt werden. Rechts – links, Schritt um Schritt werden so zwei Reihen mit einem Mal bepflanzt. Das geht recht zügig.

Abgeerntete und freigeräumte Fläche für Kartoffeln

Aber zuvor musste ich die Ackerfläche freiräumen. Im Winter wuchsen verschiedene Wintergemüse und Grünkohl auf dem Stück Land. Zudem hatte ich Freiflächen mit Gartenabfällen und Laub gemulcht.

Schon beim Glattharken bemerkte ich, wie locker und feucht die Erde auf den gut gemulchten oder bewachsenen Stellen war. Es gab jede Menge Regenwürmer, die mich optimistisch stimmten. Im Gegensatz dazu ist die Erde auf den Wegen des letzten Jahres hart und trocken. Hier Pflanzlöcher zu buddeln oder zu drücken schien schwer zu werden.

Es hatte lange nicht geregnet und es war auch kein Regen in Sicht. Die Erde trocknete auf den freigeräumten Flächen schnell aus.

Zeit die Kartoffeln zu setzen.

Wir versuchten Löcher mit dem Kartoffelsetzer in den Boden zu bekommen. Aber keine Chance, die Löcher vielen entweder sofort wieder zu oder der Kartoffelsetzer kam an den Stellen wo Wege waren erst gar nicht tief genug rein. Da wir dies schon befürchtet hatten, gingen wir zu Plan B über.

Wir holten den Handpflug. Damit wollten wir Reihen ziehen, in die wir die Kartoffeln legen konnten. Hört sich erst einmal einfach an. War es dann aber doch nicht. Wie schwierig ist es, gerade Reihen zu ziehen? Der Pflug glitt mal tief mal gar nicht ins Erdreich. Bei festen Erdstücken brach er nach links oder rechts aus.

Im Stillen dachten wir beide, was für ein Mist. Mit einem gepflügten Acker, so wie wir es immer gemacht hatten, wäre uns die Schinderei erspart geblieben. Ob das alles so richtig ist? Ob es das wert ist? Wir zogen unsere Reihen fertig, schwitzten und legten die Kartoffeln.

Anschließend pflügten wir die Reihen gleich zu. Das gestaltete sich ähnlich kräftezehrend. Im Nachgang hatte ich überlegt, wäre es einfacher gewesen, die Reihen einfach zuzuharken und nach dem Aufgehen der Pflanzen aufzupflügen. Egal, die Knollen waren in der Erde. Geschafft!

Das war im Jahr 2022. Heute sieht unser Kartoffelanbau ganz anders aus. Dazu weiter unten mehr.

Meine Gedanken kreisten jedoch gleich weiter. Eigentlich müsste ich die Reihen ordentlich mulchen, um die Beikrautentwicklung zu minimieren. Da die Fläche doch recht groß ist, scheint es unmöglich so viel Mulch auf einmal aufzutreiben. Trotzdem begann ich bereits zu mulchen und werde zumindest einen Teil des Kartoffelackers mit Grünkraut abdecken. Testweise.

Zudem kann ich mir vorstellen, dass die Pflanzen nicht hundertprozentig in einer Reihe aufgehen werden. Das macht ein weiteres Aufpflügen schwierig. Manuelles Anhäufeln könnte nötig werden. Auch das Mulchmaterial ist beim Aufpflügen sicherlich hinderlich.

Mein Ziel bleibt es dennoch die Erde irgendwie zu bedecken. Zum einen um Nährstoffe dem Boden, den Lebewesen und damit den Pflanzen zu geben und zum anderen um Feuchtigkeit im Boden zu halten. Denn je kräftiger die Pflanzen wachsen, desto weniger werden sie anfällig für Krankheiten und starkem Kartoffelkäfer-Befall.

Mulchmaterial bedeckt die Reihen

Des Weiteren werde ich zwischen die Kartoffeln verschiedene andere Pflanzen kultivieren. Erbsen zum Beispiel. Erbsen speichern wie alle Hülsenfrüchte (Leguminosen) Stickstoff an ihren Wurzeln und geben diesen dort später an den Boden ab. Das führt zu besseren Böden. Zudem sollen Kartoffelkäfer keine Erbsen mögen. Ähnliches gilt für Ackerbohnen. Ebenso denke ich an Ringelblumen und Grüne Bohnen. Zur Stärkung der Pflanzen gibt es Brennnesseljauche.

Fakt ist, der Boden muss mit organischen Materialien aufgebaut werden. Kommendes Jahr wird die jetzige Gemüsefläche mit Kartoffeln bepflanzt. Ich muss mir jetzt schon überlegen, wie ich den Boden füttere und locker halte. Gründünger, viel Mulchmaterial und Mischkultur sind Möglichkeiten.

Verkleinere ich Wege? Brauch ich überhaupt Wege? Sie nehmen ja eh nur kostbaren Platz weg und verhärten den Boden. Mir fällt auf, dass die älteren Gartennachbarn keine sichtbaren Wege anlegen. Ich erinnere mich, unsere Vorbesitzerin hatte auch kaum Wege auf ihrem Acker.

So viele neue Ideen, so viele neue Erfahrungen und doch braucht es das alte Wissen um weiterzugehen. Nur die Kombination aus altbewährtem und neuem Wissen kann uns durch diese unsicheren Zeiten tragen.

Das waren Überlegungen aus 2022, die mich auf meinen Weg brachten. Es ist in der Permakultur wichtig genau zu beobachten und daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Manch ein Weg führt auch nicht direkt zum Ziel. Es gibt Umwege, Hindernisse und Rückschläge. Aber jeder Weg hat seinen eigenen Sinn.

Der Erdhügel bleibt feuchter, je mehr Mulch aufgebracht wird. Auch zur Beikrautunterdrückung dient eine dicke Mulchschicht.

Kartoffelanbau in Mischkultur – Stand 2026

Wir schreiben 2026 uns es sind 5 Jahre ins Land gegangen, seit wir das letzte Mal Mist aufgebracht und unseren Acker gepflügt haben. Kartoffeln baue ich jetzt in überschaubaren Parzellen an. Das sind meist 3 oder 6 Reihen gefolgt von Gemüsebeeten und Blumen. Unsere Kartoffelreihen führen nicht mehr der Länge nach über´s Acker, sondern verlaufen quer. Das sind lediglich ca. 8-10 Meter.

Der Boden ist durch reichliche Mulchschichten locker und voller Leben. Die kleineren Flächen ermöglichen es mir, die Kartoffeln Satzweise anzubauen. Die ersten Knollen gehen Anfang Mai in die Erde. Nach und nach folgen die weiteren Parzellen. Das hat den Vorteil, dass die Arbeitsintensität über die Saison abnimmt. Jede Parzelle hat einen anderen Entwicklungsstand.

Wenn die Pflanzen aufgehen, brauchen die Triebe Platz zum Wachsen. Das Mulchmaterial wird dann um die Pflanzen gelegt, dass die neuen Triebe Platz zum Wachsen haben. Als Mulchmaterial kann alles verwendet werden, was gerade sowieso anfällt.

Die Kartoffeln setze ich wieder mit dem Kartoffelsetzer. Das ist altbewährt und funktioniert sehr gut. Danach werden die Reihen gleich aufgepflügt. Das ist mit dem Handpflug zwar etwas umständlich, da es doch sehr kleine Flächen sind. Aber es ist machbar. Zudem harke ich die Hügel nach und mulche sie direkt. So ist jede Kartoffelreihe gleich bedeckt.

Satzweiser Anbau. Unterschiedliche Stadien im Wachstum erleichtern die Arbeit.

Im Laufe der Zeit kommt weiteres Mulchmaterial auf die Erdhügel. Wenn die Pflanzen aufgehen, beginnt die Zeit der Kartoffelkäfer. Die erste Zeit ist entscheidend. Kartoffelkäfer werden eingesammelt und Blätter auf Larven und Kartoffelkäfer-Eier untersucht.

Bessere Erträge durch intensiven Bodenaufbau. Mulch, Mischkultur, Fruchtfolge – viele Faktoren führen zum Erfolg.

Da ich Satzweise anbaue, ist der Zeitaufwand und der spätere Befall durch Kartoffelkäfer oder Braunfäule viel geringer als in früheren Jahren. Auch das Ernten kann entspannt nach und nach erfolgen. Ich ernte die Kartoffeln per Hand mit einer traditionellen Kartoffelhacke.

So kam ich 2024 und 2025 mit einer kleineren Anbaufläche, ca. 2/3 der früheren Fläche, auf einen gleichhohen Ernteertrag.

Die Ernte ist lohnende Handarbeit

Der Weg ist aber noch nicht bis zum Ende gegangen. Er wird mich weiter führen, es wird weitere Herausforderungen und neue Ideen geben.

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