Kreative Permakultur

Eine Wildobst-Hecke entsteht

Hecken sind wichtige Lebensräume, sogenannte strauchige Kulturbiotope. Es gibt allerdings kaum noch Naturhecken im eigentlichen Sinne. Unsere heutigen Hecken sind meist gradlinige Mono-Pflanzungen in Wohngebieten. Große Naturhecken waren ursprünglich zur Abgrenzung und zum Schutz angelegt worden. Sie bestanden aus bis zu drei Reihen Sträuchern und vereinzelten Bäumen. Natur- und Nutz-Hecken waren wichtiger Bestandteil des naturnahen Lebens. Sie lieferten wertvolle Nahrung und Baumaterialien zugleich.

In der heutigen Zeit wären solche großen bunten Hecken ein Seegen. Tiere und Pflanzen aller Art fänden einen Lebensraum, Nahrung und Schutz. Auch wir Menschen würden von Naturhecken nur profitieren. Sie versorgen uns mit verschiedensten Obst- und Wildobstsorten sowie wertvollen Wildkräutern und verbessern unser Klima im Kleinen und Großen.

Fasziniert von dieser Idee entstand im Herbst 2020 mein Plan eine Wildobst-Hecke anzulegen. Dabei flossen Gedanken aus der Permakultur, Klimaschutz und Vielfalt ineinander.

Die Hecke ist aktuell knapp 40 Meter lang und am Boden etwas über einen Meter breit. Angelegt hatte ich sie im Winterhalbjahr. Im Frühjahr pflanzte ich essbare Obst und Wildobst-Bäume sowie Sträucher. Ziel dieser Hecke soll es sein, einen Bereich zu schaffen, der „wild“ wachsen darf, der mich und meine Familie mit vielen Obst- und Wildobstsorten versorgt. Zudem soll die Permakultur-Hecke Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere werden. Auf einem bisher sehr sonnigen und trocknen Teil des Gartens entsteht somit ein Schattenbereich, der das Klima des Gartens in heißen Sommern und rauen Wintern nachhaltig schützt.

Vier selbst gezogene Pfirsichbäume und ein mittelstämmiger Klarapfelbaum, der bereits seine vollständige Größe erreicht hat, sowie ältere Beerensträucher bildeten den Anfang der Hecke. Neu pflanzte ich eine Eberesche und schwarzen Holunder. Als weitere hohe Sträucher kamen Haselnuss, Schlehe, Weißdorn, Hagebutte, wilder Flieder und Felsenbirne dazu. Im niederen Bereich finden sich unzählige Johannisbeersträucher, Stachelbeeren und Himbeeren. Zudem pflanzte ich einige Rhabarberstauden und Topinambur.

Um die Hecke bereits im ersten Jahr zu begrünen, wachsen u.a. Pfefferminze, Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Kürbisse in dieser Hecke. Auch Kartoffeln habe ich unter die dicke Mulchschicht gelegt und Tomaten wild wachsen lassen. Dadurch, dass der Streifen aus groben Kompost und Mulchmaterial angelegt wurde, wachsen auch viele selbstausgesamte Pflanzen in der Hecke, wie Grünkohl und Salate. Beikräuter musste ich von Zeit zu Zeit entfernen, einige durften jedoch bleiben. Schafgarbe, Sauerampfer, Löwenzahn und Spitzwegerich wachsen recht üppig. Sonnenblumen fühlen sich ebenfalls sehr wohl. Jetzt blüht sogar die Cosmea, im Mai leuchtete die Hecke blau und rot von unzähligen Korn- und Mohnblumen.

Leichtes Anlegen einer Permakultur-Hecke

Grasnarbe ausstechen ist nicht so mein Ding. Ich hatte im Herbst einfach die grünen Abfälle aus meinem Garten auf der geplanten Fläche ausgelegt, ca. 20-30 cm dick. Für die Umrandung der Hecke nutzte ich altes Holz eines abgerissenen Bauernhauses. Es funktioniert auch mit dicken Ästen, Baumstämmen, alten Ziegeln, Steinen oder anderen Begrenzungsmaterialien. Es kann theoretisch auch ganz darauf verzichtet werden. Auf die Gartenabfälle verteilten wir im Winterhalbjahr grob verrotteten Kompost und deckten das ganze mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt und Laub zu. Über den Winter fiel die Schicht aus Pflanzenmaterialien und Erde zusammen, so dass sie nur noch ca. 10-15 cm höher ist als der ursprüngliche Boden. Die Idee dazu kam mir in Abwandlung zu meinen Hügelbeeten, die ich ähnlich anlege.

Im Frühjahr bepflanzte ich die Hecke in einem Mix aus hohen und niedrigen Elementen. Die Sträucher und Bäume selbst stehen in einer Reihe mit einem Abstand von 1 bis 1,5 m. Die Bäume haben größere Abstände, die kleinen Sträucher weniger. Was benötigt Sonne, welcher Strauch fühlt sich im Schatten oder Halbschatten wohl? Was wächst unter Bäumen? Wer aufmerksam durch die Natur marschiert, bekommt ein gutes Gespür dafür. Die Pflanzlöcher hub ich großzügig aus und reicherte die Erde mit Kompost an. Alle neu gepflanzten Sträucher und Bäume erhielten einen Gießrand.

Erste Erkenntnisse und Zukunft der Hecke

In den kommenden Jahren wird die Hecke nach Osten hin erweitert. Sie wird breiter werden und eine weitere Reihe an Bäumen und Sträuchern ist in Planung. Meine Ideen gehen in Richtung einheimische Wildobstsorten.

Die Beikrautentwicklung ist am Anfang sehr stark. Daher ist eine gute Mulchschicht sehr wichtig. Das Beikraut hatte ich eine ganze Weile aufgrund von Zeitmangel stehen lassen. Bisher haben sich daraus aber keine Nachteile ergeben.

Die alten Pfirsichbäume und Beerensträucher, die vorher auf der Wiese wuchsen, erhielten durch die Heckeneinfassung einen enormen Wachstumsschub. Ich bin mir nicht sicher, ob dies mit mehr Bewässerung oder aber aufgrund des besseren Bodens zustande kam. Sicherlich sind beides Vorteile die das Wachstum anregen, damit gerechnet hatte ich allerdings nicht. Umso erfreulicher sind jetzt im Herbst wesentlich größere Pfirsiche und Bäume mit viel Blattgrün. Auch die alten Beerensträucher sind erheblich gewachsen und hatten mehr Beeren als in den letzten Jahren.

Der Boden in der Hecke ist sehr gut. Noch ist ein kleiner Rest der Grasnarbe und der Gründüngung beim Graben zu erkennen. Darüber und darunter ist die Erde locker und sehr humos. Es finden sich viele Regenwürmer und allerhand anderer Krabbeltierchen darin. Der alte Rasen wächst nicht durch. Wenn sich Rasenpflanzen zeigen, wachsen sie oberhalb in der Mulchschicht oder vom Rand her rein.

Weitere Projekte

Auf einer Wiese, ehemals eine Ackerfläche hinter einer Scheune, vertrocknet jedes Jahr das Gras. Die Sonne brennt hier erbarmungslos alles nieder und die Hitze steht förmlich auf dem Platz. Zeit etwas zu ändern. Im Frühjahr pflanzten wir hier drei Bäume, die in vielen Jahren einmal Schatten spenden sollen. Mit dabei ist ein großer Süßkirschbaum, eine Sauerkirsche und eine Hauspflaume. Damit die jungen Bäume nicht so allein auf der sonnengeplagten Fläche stehen, entwarf ich überdimensionale Baumscheiben. Diese haben einen Durchmesser in etwa der zukünftigen Baumkrone der Bäume. Ich legte sie genauso wie die Permakultur-Hecke aus einer Schicht Gartenabfälle/Gründüngung und Komposterde sowie einer dicken Mulchschicht an. An den Rand pflanzte ich kleine Beerensträucher.

Im Gegensatz zur Hecke sollen hier zukünftig eher Stauden und Blumen wachsen. Ich legte Bereiche für verschiedenfarbige Schafgarbe, Phlox und Indianernessel an. Die Lücken füllte ich in diesem Jahr mit Tomaten, Zucchini, Kürbissen und Mais. Eines der Rondells sollte eine Art Indianerbeet werden. Das Beikraut tat sein übriges, so dass hier kleine Biotope entstanden. Der einzige Nachteil aller drei Rondells ist, die sich massenhaft ausbreitende Ackerwinde. Diese muss ich die kommenden Jahre versuchen in Schach zu halten, sonst wuchert sie mir über alle Pflanzen drüber hinweg.

Im Pflanzwahn

Gerne würde ich weitere Flächen bepflanzen. Einige Ideen schlummern auch schon in meinem Kopf. Es steht immer wieder die Frage im Raum: Wie willst Du das alles schaffen? Die Permakutlur-Hecke hat mir bereits gezeigt, dass ein geringer Einsatz an Mitteln und Arbeitskraft möglich ist, um viel zu erreichen. Auch wenn die Sträucher und Bäume noch sehr klein sind, stellt sich bereits jetzt ein fröhliches miteinander ein. Ich hoffe, dass sich der anfängliche Aufwand im späteren Verlauf aufwiegt. So dass wesentlich mehr Nutzen aus der Hecke gezogen werden kann als Arbeitsleistung hineinfließt.

Permakultur heißt: Ein Ökosystem zu schaffen, welches sich selbst erhalten kann. Dazu ist es wichtig, mit der Natur in Verbindung zu treten, die Gegebenheiten zu nutzen und Vorteile zu erkennen und anzuwenden. Vielfalt hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Vielfalt nährt uns, Vielfalt hält uns, unsere Umwelt und Böden gesund.

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Hügelbeet Nr. 5

Seit 3 Jahren lege ich Hügelbeete an. Ich bin nach wie vor begeistert, wie gut es sich auf diesen Erdhügeln gärtnern lässt. Seit dem letzten Herbst entsteht mein fünftes Hügelbeet. Es sollte den Frühjahrsanbau bereichern, Heimat umgesetzter Rhabarberpflanzen werden und der Verjüngung meiner Kräuter dienen. Zwischenzeitlich haben sich die Pläne geändert aber dazu später mehr.

Ein Hügelbeet lege ich direkt auf dem Rasen oder unbearbeitetem Boden an. In diesem Fall war es purer Rasen. Hier sammelte ich im Herbst jede Menge Gartenabfälle und Beikräuter. Die unterste Schicht besteht aus groben Stängeln und Zweigen, später folgen Strünke abgeernteter Pflanzen und immer wieder eine Lage Erde. Im oberen Teil des Hügelbeetes finden die kleineren, weicheren Pflanzen ihre letzte Bestimmung. Der Haufen wuchs und wuchs und wurde am Ende der Saison mit ein wenig Erde abgedeckt. In den letzten Wochen kam eine neue Erdschicht aus Maulwurfserde (Der Maulwurf war wieder super fleißig) oben drauf. Als Umrandung, damit das Gras nicht so schnell hochwächst und die Erde halt findet, verwende ich diesmal alte Holzreste. Es würde ebenso mit alten Steinen, Dachziegeln oder einer dicken Mulchschicht (Hackschnitzel oder Rasenschnitt) funktionieren.

Wozu das Ganze?

Im Frühling erwärmt sich die Erde auf dem Hügel sehr schnell. Hier ist es möglich erste Aussaaten vorzunehmen, beispielsweise Radieschen und Kresse. Da der Erdhügel quasi wie ein Komposthaufen aufgebaut ist und viele Bakterien und Kleinstlebewesen am Abbau beschäftigt sind, erzeugt dieser Haufen zusätzliche Wärme von innen. Somit wachsen auch Kohlrabi, Rauke und Blattkohlgewächse ziemlich schnell. Zudem können die Vorlieben der Pflanzen mit dem Lauf der Sonne gut abgestimmt werden. Es gibt Stellen, die sind immer sonnig, andere immer schattig und damit feuchter, andere haben Vormittags Sonne, andere nur Abends.

Der humose Boden ist im späteren Verlauf des ersten Jahres nur für Starkzehrer geeignet. Spinat, Salate, Mangold und ähnliches sollten erst ab dem 3. Jahr angebaut werden. Die Nitratbelastung wäre sonst zu hoch. Kürbis, Zucchini, Kohl aller Art, Kartoffeln, Tomaten und Paprika können problemlos angebaut werden. Ich nutze Hügelbeete beispielsweise auch für Erdbeeren. Ich erschuf mir ein System, dass ich jedes Jahr neue Erdbeerpflanzen auf neues Hügelbeet setzen kann. Die Erdbeeren wachsen dann entsprechend der Lebensdauer der Hügelbeete und sind immer gut versorgt.

Hügelbeete 3 und 4

Ein Hügelbeet kann 4-5 Jahre verwendet werden. Danach hat sich der Haufen soweit verkleinert, dass kaum noch ein Hügel sichtbar ist. Die Erde ist in der gesamten Zeit in einem sehr guten Zustand. Wichtig ist, dass Hügelbeete gut gemulcht werden. Zum einen hält sich die Feuchtigkeit länger, zum anderen trägt Regen oder Bewässerung die lose Erde nicht ab. Gleichzeitig werden immer wieder neue Nährstoffe hinzugefügt.

Weiterentwicklung

Hügelbeete sind Bestandteil der Permakultur, mit der ich mich seit mehreren Jahren beschäftige. Es geht darum naturnaher zu gärtnern, Ressourcen zu sparen, Arbeitseinsatz und -kraft zu verringern, Vielfalt zu fördern und einen eigenständigen Kreislauf aufzubauen.

Unser Garten war vor vielen Jahren ein bäuerlicher Nutzgarten mit Tierhaltung, Folienzelten und Monokulturen. Seit vielen Jahren verändere ich dieses Stück Land hin zu mehr und mehr Vielfalt und Natürlichkeit. Im Spätherbst entschied ich mich für ein neues Projekt: Eine Naturhecke im Sinne der Permakultur soll entstehen. Ein Streifen mit Sträuchern, Bäumen, Stauden und anderen Pflanzen, der sich selbst versorgen soll. Diese grenzt jetzt an mein neues Hügelbeet an. Daher wird das Hügelbeet in diese Hecke integriert. Ein Teil dieser Hecke ist bereits zum Bepflanzen fertig. An dieser Stelle wachsen Pfirsichbäume und es kommen ausgewählte Rhabarberstauden hinzu. Für die Hecke kommen in den nächsten Wochen weitere Sträucher und Bäume. Vorbereiten konnte ich ca. 10 Meter. Es fehlen allerdings noch ca. 15 – 20 Meter.

Hügelbeet und Übergang zur Permakulturhecke
Hier entsteht eine Permakulturhecke

Wie es weiter geht und was es mit der Permakulturhecke auf sich hat, steht hier bald geschrieben.

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Baum- und Obstbaumschnitt: Verwertung von Schnittgut

Permakultur – Nutzung eigener Ressourcen

Es ist an der Zeit die Bäume und Sträucher zu schneiden. Diese Arbeit kann ab Herbst, wenn die Blätter abgefallen sind, bis zum März den ganzen Winter hindurch getan werden. Es sollte frostfreies Wetter sein. Jetzt im Vorfrühling wird vorzugsweise bei abnehmenden Mond geschnitten. Dann hält das Wachstum kurz inne, bevor es dann nach dem Neumond so richtig lossprießt.

Vorrat an Zweigen als Stützen für Erbsen und Zuckerschoten

Beim Baum- und Obstschnitt fallen jede Menge Zweige und Totholz an. Es wäre schade diese Zweige einfach zu verbrennen oder wegzufahren. Ich nutze diese „Zacken“, um einen Vorrat an Stützen für Erbsen und Zuckerschoten anzulegen. Ich wähle dazu stabile Zweige, die mit Ästen rundherum eine Länge von ca. 80-100 cm messen. Es können auch kleinere und größere Zacken ohne Verästelungen dabei sein. Ziel ist es, die Zweige so zu stecken, dass sie sich ineinander verhaken und so ein stabiles Gerüst für Erbsen und Zuckerschoten bilden.

Rankhilfen für Erbsen und Zuckerschoten im Mai

Kleinere Reisig-Zweige eignen sich zudem gut, um angesäte Beete vor Vogelfraß zu schützen. Gerade Tauben holen sich frisch ausgesäte Erbsen oder andere Samen aus dem Boden. Dabei werden die Zweige direkt auf die Aussaat gelegt. Das hindert die Vögel nach den Samen zu scharren.

Größere Äste werden als Rankhilfen und zum Abstützen für Pflanzen aufbewahrt

Große gerade Äste sammle ich ebenfalls. Sie dienen als Stützhilfen oder zum Bau von Bohnentipis. Dazu schneide ich die seitlichen Äste bis auf 5-10 cm zurück damit diese Stützen auch als Rankhilfen genutzt werden können.

Bohnentipis im Mai

Der Rest des Schnittgutes wird gesammelt. Wir haben einen wilden Totholzhaufen auf dem Grundstück, der den Tieren und Insekten zum Unterschlupf dient. Ein Großteil der Zweige wird jedoch gehäckselt und als Mulchmaterial verwendet. Holzmulch verwende ich hauptsächlich auf Wegen oder unter Sträuchern gemischt mit anderem Mulchmaterial.

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Links für den Frühling

Ein Frühbeet
Hügelbeete für die Nebensaison
Zuckerschoten

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Ein Hügelbeet für die Nebensaison

Die Sonnenstrahlen und das milde, klare Wetter locken mich diesen Winter immer wieder nach draußen. Endlich wieder etwas Aktives tun, sich bewegen, frische Luft einatmen, den Wintervögeln lauschen. Das tut gut und macht Lust auf mehr. Manch einer zählt schon die Monate und Wochen bis es wieder wärmer wird und das Aktive-Draußen-Leben endlich wieder losgehen kann.

Ich nutze schöne Wintertage, um Vorbereitungen für die nahende Saison zu erledigen. Im Herbst hatte ich beispielsweise angefangen ein Hügelbeet zu bauen. Neben meinem Acker gibt es einige angelegte Beete mit mehrjährigen Kräutern, Erdbeeren, Blumenstauden und Wintergemüse. Trotz jährlicher Kompostgaben und Jauchedüngung ist der Boden jedoch um einiges nährstoffärmer als nebenan der Acker. Vermutlich ziehen größere Tannen in unmittelbarer Nähe die begehrten Nährstoffe aus dem Boden.

Kurzum entschloss ich mich ein Hügelbeet anzulegen. Nur so, zum Testen, mal schauen und probieren. Ein Platz war schnell gefunden. Jede Menge Gartenabfälle hatte ich parat. Zuerst kamen die Reisig-Zweige der Erbsen und Zuckerschoten sowie größere Sonnenblumen und anderer teils verholzter Gartenabfall auf den vorbereiteten Boden. Danach landete im Laufe der Zeit alles Mögliche auf das zukünftige Hügelbeet. Eben wie es auf einem Komposthaufen der Fall ist. Zum Beschweren schippte ich zwischendurch immer wieder etwas Gartenerde auf die Abfälle. Zum richtigen Abdecken des Hügelbeetes, mit einer großzügigen Schicht Gartenerde, war ich im Spätherbst leider nicht mehr gekommen.

Als ich letztes Wochenende auf unserer Obstwiese spazieren ging, sah ich, dass der Maulwurf ordentliche Erdhaufen gegraben hatte. Diese Erde hole ich mir im Frühjahr oft, um Sie als Blumenerde, zur Auffüllung entstandener Löcher oder zur Einebnung von Bodendellen zu verwenden. Ich überlegte nicht lange, holte die Schubkarre, Schippe und Harke aus dem Schuppen und legte los. Die Erde war zwar noch sehr nass und schwer, aber die Bewegung machte Spaß. Nach 4 Schubkarren voll eingesammelter Erde war mein Hügelbeet fertig. Oh wie freue ich mich auf den Frühling.

Ein Hügelbeet erwärmt sich im Frühjahr schneller, da der verrottende Gartenabfall Wärme im Inneren des Beetes produziert. Zudem trocknet die Erde durch die Hügelform schneller ab. Später im Gartenjahr bleibt der Boden locker und Staunässe wird vermieden. Starkzehrer und wärmeliebende Pflanzen lassen sich hier bestimmt gut kultivieren.

Ich konnte es natürlich nicht dabei belassen. So ganz ohne etwas zu säen oder zu pflanzen, ging es dann doch nicht. Auch wenn es Anfang Januar ist und ich weiß, dass der Winter doch noch kommen kann, überlegte ich, was schon auf das Hügelbeet umziehen könnte. Somit grub ich Schnittlauch aus, platzierte drei Stiefmütterchen, teilte und versetzte Pfefferminze und Zitronenmelisse. Einige noch kleine Wintersalate und Kohlrabi-Pflanzen fanden obenauf einen neuen Platz. Ein paar Kresse-, Salatrauke-, Spinat– und Radieschen-Samen wanderten auch in die Erde. Man kann ja nie wissen, vielleicht bleibt es ja doch ein milder Winter.

Weiter geht es hier:
Das Hügelbeet (Teil 2)
Hügelbeete 3 und 4

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